So preiswert war ich lange nicht mehr einkaufen… Ich kann mich gar nicht erinnern, ob ich jemals im Leben schon mal bewusst zum SSV gegangen bin, aber dieses Mal hatte ich Zeit, Lust, Geld und vor allem einen konkreten Bedarf. Ich brauchte nämlich dringend noch einige luftige Sommerblusen, und da die Lager ja angeblich noch voll mit Sommerware sind, dachte ich, Versuch macht kluch.

Und siehe da, es war tatsächlich noch jede Menge Auswahl da, sogar in meiner kleinen Größe. Auch mal schön. So verbrachte ich gemütliche anderthalb Stunden auf der zweiten Etage des Kaufhof an der Mö, ganz stressfrei, und fand tatsächlich drei sehr schöne, schlichte Blusen in meinen Lieblingsfarben pink, rosa und türkis. Knallfarben waren – oder sind – ja “in” dieses Jahr, das kommt mir sehr zupass. Auch farblich passende Tops in grau, pink und rosa fand ich, die jeweils zu allen drei Blusen passen; mix and match at its best. So schön kann einkaufen sein!

Die Herbstmode hatte auch einige sehr schöne Teile zu bieten; bei einer grauen, langen Grobstrickjacke wäre ich beinahe schwach geworden, aber nein, ich blieb eisern und hielt mich an mein geplantes Vorhaben, nur Sommersachen zu kaufen. (Vielleicht hab ich morgen noch Zeit, um mal kurz in die Stadt…?)

Was mir immer noch und zunehmend Kopfzerbrechen macht ist die Stilfrage. Ich bin mit den Blusen sehr zufrieden, weil sie mir gut passen und sehr gut stehen und zu allen meinen Sommer-Unterteilen passen – weiße kurze Hose, weiße lange Cargostil-Hose, weiße Stretch-Jeans, graue weite Leinenhose, schwarze Jeans, und auch zu meinem blauen selbstgenähten Rock. So kann ich morgens in den Schrank greifen und “irgendetwas” herausziehen und es passt auf jeden Fall. Aber es fehlt so der Kick oder ein Stil, der über den ubiquitären Jeans- und Blusen-Stil hinaus geht. Ich würde gerne etwas ausgefallenere Sachen tragen, etwas mit interessanteren Details oder mehr Wiedererkennungswert oder wie immer man das ausdrücken soll. Naja, vermutlich ist Kaufhof eh nicht so ganz der richtige Laden dafür, aber für die wirklich ausgefallenen Teile aus den teuren Boutiquen bin ich sowieso zu feige (und zu arm). Nur ein kleiner Kick, das würde mir schon reichen… Aber welcher, wo und wie? – Ich habe im Kaufhof ein paar andere Sachen anprobiert, aber die hatten alle Ausschnitte bis dorthinaus, und sorry, so gehe ich nicht ins Büro. Und wo liegt der Sinn in einem leichten Sommerblüschen, wenn ich immer ein Top drunterziehen muss, um den Ausschnitt zu entschärfen? Ich will doch grad so wenig wie möglich tragen. Und die aktuellen Schnitt-Details sahen an mir einfach seltsam aus. Ich weiß schon, Empire ist in, und eine leicht nach unten verschobene Empire-Taille auch – also nicht Fisch noch Fleisch -, aber beides sieht an mir einfach nur dämlich aus. Vermutlich ist die aktuelle Mode gerade einfach nicht für meinen Körpertyp geeignet und es kommen auch wieder bessere Zeiten, aber das Grundproblem bleibt irgendwie, finde ich. – Ich muss einfach mal mit dem Nähen schneller werden und die ganzen Teile, die mir in der Burda & Co. immer so gut gefallen, wenigstens mal schnell als Nesselmodell zuschneiden und dann gucken, ob es mir an mir auch so gut gefällt. Die haben immer so schöne Sachen und ich kriege es einfach nicht umgesetzt, menno! ;)

Bild des Tages: Sonnenuntergang, von unserem Schlafzimmerfenster aus gesehen. Das flache, oft auch öde Land hier oben im Norden entschädigt einen durch diesen wunderbar weiten Himmel und die Wolkenspiele. Gemälde eines niederländischen Meisters, jeden Abend gratis zu besichtigen, und jeden Abend neu. Nur einer der vielen Vorzüge unserer ländlichen Hamburger Wohnung im zweiten Stock mit Aussicht. In unserer Kölner Wohnung im ersten Stock mit Balkon auf den Innenhof war die Sonne spätestens um fünf Uhr nachmittags hinter den hohen Häusern ringsum verschwunden, so dass wir als Berufstätige nicht sehr viel Licht abbekommen haben. Nach unserem Umzug standen wir quasi erstmal jeden Abend wie ungläubige Kinder in der Balkontür, um diese neugewonnene Aussicht zu genießen und regelrecht aufzusaugen, und tun das jetzt noch sehr oft.