Was ich heute gelernt habe

Es gibt keine Fehler, nur Gelegenheiten, etwas zu lernen, wie es so schön heißt. So gesehen, habe ich heute jede Menge gelernt. 😀

Meine Sport-Shirts waren mir in den letzten Wochen beim Laufen alle etwas zu warm und/oder zu eng, darum war ich auf der Suche nach einem lockeren Shirt-Schnitt, und fündig wurde ich in der Burda 11/2008. Modell 125 erfüllte meine Kriterien. Hier noch mal ein Modellbild, an dem man den Schnitt besser erkennen kann.

Ein Raglanshirt hatte ich neulich schon mal zum Laufen angezogen, und fand diesen Ärmelschnitt sehr bequem, weil das Shirt auf den Schultern liegt und quasi nur gerade herunter fällt, ohne unter den Achseln einzuengen. Auch die kurzen, angeschnittenen Ärmel dieses Modells gefielen mir sehr gut; genau das richtige für den Sommer, wenn man nicht gerade im ganz ärmellosen Top herumlaufen möchte.

Also heute morgen frisch ans Werk, und aus rotem und weißem Sport-Stoff zugeschnitten und genäht. Was ich dabei gelernt habe:

  • Raglanärmel vor dem Annähen unbedingt kontrollieren, um sie nicht falsch herum anzunähen (die Ecke am Ausschnitt des linken Ärmels kommt daher; da war der Ärmel dann zu kurz…)
  • die extra Nahtzugabe für den Ärmel nicht mit der Seitennaht angleichen; die braucht man nachher zum Säumen
  • obwohl der Stoff kaum dehnbar ist, muss der Ausschnitt-Streifen beim Annähen noch stärker gedehnt werden, damit es nicht leiert
  • Rollsaum funktioniert an diesem Stoff überhaupt gar nicht!
  • Bauschgarn verhakt sich bei der Cover gerne unterhalb der Kone und zieht dann den Stoff zusammen – Netz benutzen!
  • der Ausschnitt ist wieder mal viel zu tief, wie immer bei Burda; muss noch weiter entschärft werden (obwohl ich beim Kopieren bereits die höchste Ausschnitt-Höhe verwendet habe)
  • nicht die Hohlkreuz-Änderung vergessen! Hier gibt es sogar eine rückwärtige Quernaht, mit der ich das mal probieren werde

So, ich gehe jetzt mal den Schnitt umbasteln, überlege mir, wie ich den Ausschnitt schöner einfassen oder versäubern kann und die Tage geht es dann an den zweiten Versuch. 🙂 – Gut, dass ich noch genug Stoff in vielen Farben hier liegen habe. 😉

Zu verkaufen

Schweren Herzens trenne ich mich von ein paar Stoffen; die Details findet ihr in der HS-Anzeige.

Den Cerrutti find ich immer noch wunderschön, und die Qualität ist erstklassig, aber ich sehe mich einfach nicht in diesen Farben; insgesamt ist mir das zu gelb/orange im Eindruck, obwohl auch viele „meiner“ Farben drin sind. Aber irgendwie… neee…

Auch der Libertys hat leider nicht meine Farbe; das ist eher ein „Sommer“-Stoff, schätze ich. Das Blau ist zu gedämpft für mich, und das Muster ist mir zu dicht. Naja, der nächste London-Besuch ist schon terminiert; mal schauen, ob ich einen passenderen Ersatz finde. 😉

Der rosa Batik-Spitzen-Stoff ist total süß, aber doch eher ein Kinderstoff, finde ich. Ich liebe Pink und rosa, aber bei dem Stoff fällt mir nichts ein, wie ich den zu einem für mich tauglichen Kleidungsstück verarbeiten könnte.

Und die rot-melierten sind nicht das richtige für meinen Teint; und auch hier ist mir die Farbe insgesamt etwas zu warm im Eindruck, was vermutlich auch an dem melierten liegt.

Und warum soll ich diese wunderschönen Stoffe auf ewig in meiner Kommode versauern lassen, wenn jemand anders etwas damit anfangen kann? Da mache ich lieber Platz für neue Lieblings-Stücke. 🙂

Skort Megan

Hier direkt eine Ausführung meines gestrigen guten Vorsatzes, öfter mal schnell ein Nesselmodell eines interessantes Schnittes zu machen. Mit einem Skort liebäugele ich ja schon seit Jahren, bin aber nie zu Potte gekommen. Bei burdastyle sah ich neulich das Modell „Megan„, und kaufte es. Das Zusammenkleben der Seiten und Auskopieren dauert ja immer genauso lange wie das Zuschneiden und Nähen, aber da es sich nur um ein Testmodell handelt, war auch das heute recht schnell erledigt.

Ich hatte zuerst nur die Beinteile zusammengenäht und anprobiert, und dann hab ich das Teil gedanklich schon wieder aussortiert, weil es viiiiiiel zu weit war und im Rücken mindestens zehn Zentimeter aufklaffte. Komisch, dachte ich, solche Abweichungen bin ich von Burda gar nicht gewöhnt. Bis mir dann beim nächsten Blick auf meinen Browser mit der geöffneten Modell-Seite auffiel, dass der Bund ja sehr hoch ist. Also doch noch schnell den Bund angenäht und siehe da, passt fast perfekt. Man sollte doch öfter mal vorher genauer hinsehen. 😉

Auf der burdastyle-Website werden Twill oder Baumwolle mit Stretch empfohlen, aber ich denke, unbedingt nötig wäre das nicht. Auch der Schritt liegt bequem tief, bei mir mindestens fünf Zentimeter tiefer, wie bei Hosenröcken üblich. Ich sehe also wirklich keinen Grund, warum man dieses Modell nicht auch aus einem nicht-dehnbaren Stoff machen könnte. In der gedruckten Anleitung steht dann interessanterweise auch nichts mehr von Stretch, sondern dort wird Wollstoff oder Flanell empfohlen. Also auch als Herbstmodell gut zu gebrauchen.

Da mir auf dem Modellfoto die Beine zu kurz waren, habe ich vor dem Zuschneiden den Schnitt um 13 cm verlängert. Da ich auch hier den Bund nicht einkalkuliert hatte, kann ich von meiner Verlängerung nun wieder ein ganzes Stück abschneiden. Es muss noch einen Tick enger werden in der Taille, und ich überlege, an den Seitennähten noch ein klein wenig Weite herauszunehmen, obwohl mein Mann mir glaubhaft versichert, dass es mich auch jetzt nicht dick aussehen lässt. Aber soviel Stoff um mich herum bin ich einfach nicht gewohnt, deswegen  sieht es für mich vielleicht einen Hauch seltsam aus.

Ich überlege, dafür einen fließenden Viskose-Stretch zu verwenden, den ich mir vor – nur! – zwei Jahren bei Korst mal zugelegt hatte. Gut möglich, dass es dann noch etwas enger werden muss, denn meine gekauften Stretch-Stoffe haben, im Gegensatz zu fertig gekauften Hosen aus Stretch, immer die Angewohnheit, beim Tragen viiiiel zu weit auszudehnen. (Und ja, natürlich verstärke ich den Bund mit Vlieseline.) Seltsam das. Und der fließende Stoff wird vermutlich dafür sorgen, dass es noch etwas schmaler fallen wird. Ich hoffe, es wird dann trotzdem noch gut aussehen, oder ist das zu risikoreich?

Hier nochmal die Rückansicht, mit hektisch abgesteckten Beinen und nicht umgeklappter oberer Bundkante. Für flache Hintern wirken solche Falten ja Wunder, wie ich schon bei diesem Rock festgestellt hatte. 😀 (Der übrigens auch nicht genäht wurde, mangels Zeit, Lust und anderer Projekte.)

In der hinteren mittleren Naht sitzt ein Reißverschluss; der Bundverschluss vorne ist nur ein Fake. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das schürzenähnliche Rock-Panel vorne so lasse, oder doch lieber das klassisch seitlich angesetzte Skort-Panel mache. Mal sehen.Sewing a skort, i.e. a shorts with a front (and optional back) panel simulating a skirt, has been a long time entry on my sewing wish list, and when I saw the neat „Megan„-model on the burdastyle-Website, I decided to give it a try.

What I don´t like much about those download-patterns is the time consuming work of glueing the sheets together; but cutting and sewing the muslin went quite fast today.

On the website they recommend twill, or cotton with slight stretch. Strange enough, in the printed instructions you receive after buying the model, the recommendation reads wool or flannel, no word about stretch, so this would also make a good autumn pattern in these more cosy fabrics, I think.

I lengthened the pattern at first for 13 cm, but didn´t consider the very wide waistband when measuring the legs, so I can cut off a good part of the extension again. Oh well. Overall, it fits quite well, perhaps a tad too wide, considering the stretch-viscose I have in mind for this one. I think it should fit close to the body in the waist, to weigh out the very wide legs, and create a kind of old fashioned, curvy silhouette. The pleats, especially those two in the back parts, work wonders for a flat rear, I discovered. A definite recommendation for everyone with this issue.

Please ignore the hastily pinned legs and the muddled waistband!

My considered stretch viscose is very drapey, and will perhaps change the look of this model considerably because of its weight. Not sure if this is the right fabric for this model; I don´t want to mess it up. Have to muse on that one a while, to make sure…

I think this model will look best paired with a tighter top, as seen on burdastyle; you shouldn´t wear something too wide in the top half, to avoid looking like a christmas cracker. 😉