Accessoires


Sportsfreund

heißt dieses einfache Modell aus “Das TaschenBuch” von Terence Terry. Für meine aktuelle Anforderung, ein Beutel zur Aufbewahrung einer Pedelec-Ladestation, genau das richtige. Die Maße habe ich gegenüber dem Original etwas verändert, damit sie hoffentlich bequem darin zu verstauen ist.

Was ich als Stoff nehmen sollte, wusste ich zunächst nicht. Im Original ist der Beutel aus Drachenstoff (Nylon?) genäht, aber ich hatte weder so etwas noch etwas vergleichbares im Haus. Ich wollte einen etwas strapazierfähigen, schmutzabweisenden Stoff und suchte im Bergedorfer Stoffladen nach einer Idee. Dieses schöne Wachstuch mit dem farbenfrohen Muster in genau den richtigen Farben für die Empfängerin war perfekt! Er lässt sich sehr einfach nähen, habe ich festgestellt. Aus den Resten könnte ich mir gut eine kleine Kosmetiktasche für unterwegs vorstellen. Der Schnitt und die Fertigung ist sehr einfach, und er war in zwei Abenden fertig gestellt.

Geschlossen wird der Beutel mit zwei gegenläufig eingezogenen Kordeln im oberen Tunneldurchzug, die an mitgefassten Schlaufen am Ende der Seitennähte einen Gegenhalt finden. In die Mitte habe ich, wie im Original auch, einen durchgehenden Reflektorstreifen aufgenäht. Wenn man im oder am Fahrrad hantiert, ist ein Plus an Sichtbarkeit immer empfehlenswert.

Morgen geht er auf die Reise und ich hoffe, die Empfängerin freut sich ebensosehr über diesen hübschen Beutel wie ich gerade. :)

nicht k.o., nur müde

Was das Schlafen angeht, funktioniere ich sozusagen wie ein Vogel – wenn man den Käfig abdeckt, werde ich ruhig. Sprich, ich habe es gerne dunkel beim Schlafen. Möglichst komplett.

Ohne Außenjalousien ist das gerade im Sommer schwierig. Ganz zu schweigen davon, wenn man auswärts schläft. Urlaub in einer Jugendherberge zum Beispiel, wo es nachts dann teils auch noch wie im Taubenschlag zugeht, was zusätzlich ablenkt. Deswegen hatte ich schon länger vorgehabt, einmal eine Schlafmaske auszuprobieren. In einer alten Burda fand sich ein Schnittmuster, das ich für mein kleines Köpfchen geringfügig verkleinert habe. Und um dem ganzen den Fünfziger-Jahre-Ernst zu nehmen, habe ich mir die kleinen Comic-Kreuzchen als Appli ausgedacht.

Zum Nähtreffen in Bergedorf gestern war dies das perfekte, kleine, schnelle Projekt. Im Bild seht ihr das Ergebnis unten. Der Test in der letzten Nacht ergab dann, dass der Stoff, ein Rest Nicky, doch etwas zu dick gewählt war; die Kante drückte unangenehm auf meine Schläfe. (Ja, ich bin die Prinzessin auf der Erbse…) Also habe ich heute direkt den zweiten Versuch mit dünnerem Stoff angefertigt, siehe oben im Bild.

Beim zweiten Mal habe ich mir dann auch die Mühe gemacht, die kleinen “Comic-Kreuzchen” vor dem Applizieren mit Wondertape zu fixieren; beim ersten Mal war ich faul gewesen, und hatte nur zwei Stecknadeln verwendet, was prompt dazu geführt hat, dass ein Kreuzchen total verrutscht ist. Obwohl ich in beiden Fällen sowohl Unterstoff als auch Appli mit Vlieseline verstärkt habe, hat es sich beim zweiten Versuch in dünnem Stoff etwas stärker zusammengezogen. Was lernen wir daraus? Je dünner der Stoff, desto mehr Verstärkung braucht er? Muss ich mal ein Auge drauf haben. ;)

… ist gar nicht so leicht zu finden! Jedenfalls keiner, der mir gefällt. Aber zum Glück kann ich ja nähen! :D

Ich brauchte dringend einen neuen elastischen Gürtel für meinen Lieblings-Ausgeh-Overall. Mein einziger Gürtel dieser Art stammt aus den 80ern, und so sieht er inzwischen auch aus, und das Gummi ist einfach ausgeleiert. Neulich bei H&M fand ich dann einen schönen, aber der war nur noch in 42 da. Hm. Anstatt nun sämtliche Filialen der Innenstadt nach der passenden Größe abzusuchen, kaufte ich einfach diesen, weil er so aussah, als ob eine Änderung möglich wäre:

Gürtel, zu lang

Kurzes Ausprobieren ergab, dass neun “Lamellen” zuviel dran waren. Das Gummiband war in die “Laschen” der Gürtel-Enden eingenäht. Also habe ich an einem Ende die Lasche abgetrennt:

Ein Ende aufgetrennt

Dann noch zwei der Lamellen weiter innen abgetrennt, damit ich wieder ein Stück Elastik zum Einschieben in die Lasche hatte, und an diesem Ende abgeschnitten:

neue Schnittstelle mit Einschub

Das abgeschnittene Ende wieder in die Lasche eingeschoben, und dann ganz langsam, durch Drehen am Handrad, mit der Maschine zugenäht. Mit dem Handrad deswegen, damit ich die ursprünglichen Einstiche in das Leder auch genau treffe. Meine Schätzung der Stichlänge 3 kam exakt hin, nur in den Kurven musste ich aufpassen. (Ich glaube, in der Industrie wird so ziemlich alles mit Stichlänge 3 genäht; kann das sein?) Und fertig! Hat kaum 20 Minuten gedauert.

neuer, passender Gürtel und Schnitt-Rest

Jetzt überlege ich, ob ich wohl irgendwo ein ähnliches, aber noch breiteres, Gummiband ohne alles auftreiben kann, um meinen 80er-Jahre-Gürtel wieder instand setzen zu können. Oder ich nehme einen passenden Stoff und ziehe dünneren Gummi ein. Oder smoken, das müsste auch gehen… Sowas bringt einen wirklich auf Ideen! :D

Heute hat mich doch noch spontan die Nählust gepackt, als mir eine Anleitung in die Hände fiel, die ich kürzlich im Internet gefunden hatte: Ein Kartenetui. Oben seht ihr die Innenansicht. Es hat nur vier Fächer, was genau die richtige Anzahl für meine vier Firmenkarten ist. (Ja, es gibt Firmen, in denen man so viele Karten braucht! Jede für etwas anderes! Sehr nervig…)

Hier die Außenansicht, die nicht ganz so spektakulär ist ;-)

Der Außenstoff ist eine beschichte Baumwolle, offensichtlich in knallgelb; innen “Belinda” von Ikea. Das Ganze eingefasst mit rotem Falzband.

Die Anleitung stammt von dieser Website: France Patchwork Délégation: Fiches techniques – etwa ein Drittel runterscrollen, dann auf “Etui pour cartes” klicken, dann bekommt ihr ein zweiseitiges PDF. Die fremde Sprache war nicht so das Problem, aber die Schemazeichnung für das Innenfach steht mMn auf dem Kopf, und man kann nicht erkennen, welche Falte nach außen und welche nach innen gebügelt wird. (Hinweis: Die unterste Falte auf diesem Bild nach innen, dann immer abwechselnd die Falten einbügeln. Am Schluss dann umdrehen.)

Außerdem habe ich gut zwei Zentimeter von der Breite weggenommen, damit die Karten eng darin sitzen und die Außenkante nicht so rumschlabbert. Und ich habe den Oberstoff mit Schabrackeneinlage verstärkt. Innen- und Außenstoff habe ich einfach links auf links zusammengesteckt und dann eingefasst. Ich glaube, die Anleitung sagt etwas anderes – auf dem dritten Photo ist eine Kante umgebügelt – aber das habe ich nicht verstanden und ich fand es auch nicht sinnvoll. Meine Version schien mir einfacher.

Beim nächsten Versuch werde ich noch ein Gummiband als Verschluss mitfassen; das hatte ich jetzt in meinem Eifer vergessen. Ich plane schon seit langer Zeit ein ähnliches Etui als eine Art Brieftasche, damit mein Portemonnaie nicht mehr mit den unzähligen Kunden- und Mitgliedskarten verstopft wird. Dafür muss ich dieses allerdings vergrößern, und ein breiteres Fach hinzufügen, weil nicht alle meine selten genutzten Ausweise auch das Kartenformat haben.

Dieses Teil hat zwar nicht gerade dazu beigetragen, meine Stoffberge zu verringern *lol*, aber es ist ein guter Anfang in diesem Jahr :-)