Die Stichelstube unterwegs


… war ich heute! Ich bin ja immer noch in der Kennenlern-Phase meiner neuen Heimatstadt, und so habe ich heute einem weiteren Stoffladen einen Besuch abgestattet, nämlich Mahler Stoffe (ehem. Tietz) in Hamburg-Hamm. Wow!

Das Lagerhaus, in dessen ersten Stock der Laden residiert, ist nicht schön, aber schön groß. Die Auswahl ist mehr als reichlich – begrüßt wurde ich von Baumwoll- und Viskose-Jerseys in unzähligen Farbschattierungen. Das alleine reicht ja schon aus, um die durchschnittliche Hobbyschneiderin in Verzückung zu versetzen. Aber es wurde immer besser, denn so ziemlich jede Stoffart, die man sich vorstellen kann, ist hier in reichlicher Auswahl vorhanden, ob Wollstoffe, Mantelflausch, Ringeljerseys, Cord, Nicky, Seiden, Blusen- und Hemdenstoffe, Kinderstoffe, Fleece, Strick, Bündchen, Futter, Deko- und Vorhangstoffe – es nahm einfach kein Ende! Das Sahnehäubchen auf dieser Torte sind die Namen einiger Hersteller bzw. Verwender, denn Mahler kauft auch Reste aus der Industrie: Prada, Gucci, Escada, Moschino, you name it. Ich schätze mich glücklich, damit einen mehr als vollwertigen Ersatz für meinen geliebten Korst in Köln gefunden zu haben. :D

Da ich gerade in der Gegend war, habe ich noch einen kleinen Fußmarsch von einer Viertelstunde zu Kurzwaren Brügmann gemacht, der zu meiner Freude neben normalem Garn und Kurzwaren auch Overlock-Garn in Standardfarben vorrätig hat.

Die Adressen der Shops findet ihr übrigens außer durch googlen oder die Gelben Seiten auch in meiner Google Maps-Karte, auf der ich Stoff- und Bastel-Läden in Hamburg verzeichne. Wer noch Tipps in Hamburg und Umgebung für mich hat, immer her damit. :)

… waren wir am Wochenende:

Nein, nicht in Italien, sondern in – England! In einem Hof des Victoria & Albert-Museum in London stehen jede Menge Zitronenbäume, und die Früchte sehen nicht so aus, als ob sie von Hand dort befestigt wurden ;)

Im V&A hat mich natürlich die Abteilung Mode besonders interessiert. Um die Ausstellungsstücke zu schützen, herrscht in diesen Abteilungen ja immer nur ein Halbdunkel, was das Fotografieren mit meiner kleinen Digicam schwierig bis unmöglich macht. Aber diesen schönen Kommentar zur Modewelt, der ebenfalls dort ausgestellt ist, will ich euch doch gerne zeigen:

Device for rotating the Fashionmachine

Device for rotating the Fashionmachine

:D

Für mich war diese Reise außerdem die erste in einem richtigen Flugzeug! Ich bin zwar schon einmal geflogen, aber in einem kleinen Zweisitzer, wo ich direkt neben dem Piloten, einem Freund von uns, saß. Man hat fast direkten Kontakt zur – kalten! – Umgebungsluft, da man nur durch etwas Metall und eine Plexiglaskuppel geschützt ist, und man hat eine sehr gute Sicht in fast alle Richtungen. Sehr faszinierend!

Der Flug jetzt in einer Boeing 737-300 war natürlich etwas ganz anderes. Der Anschub ist noch heftiger als in einem schnellen Motorrad oder Sportwagen. Unglaublich, dass sich diese vielen Tonnen Gewicht so dermaßen schnell bewegen können! Dass die Dinger überhaupt abheben, erscheint mir immer noch wie ein Wunder; da kann man mir noch so viel über Physik erklären…

Start und Landung waren daher sehr spannend für mich, und der Teil über den Wolken ist am allerschönsten, finde ich:

Ist das nicht schön?! Über den Wolken scheint immer die Sonne. Ich werde versuchen, das im kommenden Winter nicht zu vergessen.

Und da ich das Glück hatte, direkt am Fenster zu sitzen, hatte ich erneut eine grandiose Aussicht. Hier ein Blick aus dem Fenster nach unten, vom Landeanflug, vermutlich irgendwo über London:

Wie Google Earth, aber in echt

Wie Google Earth, aber in echt

London war natürlich wieder mal faszinierend – wir waren vor zwei Jahren schon einmal dort gewesen, aber nicht per Flieger – und die Zeit war wie immer viel zu kurz.

Am ersten Tag haben wir uns Camden angeschaut; zuerst die Camden High Street entlang, wo es unglaublich viel verrückten und billigen Krimskrams, Schuhe und Kleidung gibt:

Lustige Schuhe

Lustige Schuhe

Schuhe an der Wand

Schuhe an der Wand

Danach als Kontrastprogramm in den Camden Lock Market, wo hochpreisiges Kunsthandwerk angeboten wird.

Ich bin an beiden Orten mein Geld losgeworden, aber da es sich fast nur um Geschenke handelt, kann ich hier leider nichts verraten.

Am zweiten Tag haben wir uns zunächst ein wenig bei Victoria & Albert umgesehen, wie oben erwähnt. Danach sind wir mit der DLR Docklands Light Railway nach Lewisham, vorbei an Canary Wharf mit seinem ausgedehnten Mix an Kanälen, Bürohäusern und Wohnbebauung, mit einem kurzen Zwischenstopp in Greenwich und dem Null-Meridian. Die DLR ist eine führerlose Bahn, bei der man als Passagier direkt vorne am Fenster sitzen kann, ähnlich wie die Linie 14 in Paris, aber nicht ganz so hochtechnisiert.

Greenwich selbst sollte laut Reiseführer “eine Idylle mit historischen Häusern” sein, ist aber leider inzwischen ebenso gesichtslos-konsumorientiert wie der Montmartre oder ähnliche Touristenattraktionen. Vielleicht waren wir aber auch nur in den falschen Straßen…

Am nächsten Tag blieb uns vor dem Rückflug nicht mehr viel Zeit, so dass wir bei ständig strömendem Regen nur einen Abstecher zu Picadilly machten, um noch ein paar letzte Souvenirs zu kaufen, und danach die Regent Street zum Hotel zurück gingen.

Einen Abstecher zu Liberty´s habe ich mir diesmal verkniffen, da ich den Stoff, den ich vor zwei Jahren dort kaufte, auch noch nicht verarbeitet habe. Auf der Regent Street habe ich in mehreren Geschäften Stoffballen mit Wolltuchen gesehen, aber da es Sonntag war und viele Geschäfte geschlossen hatten, konnte ich nicht herausfinden, ob diese Stoffe nur für die dazugehörige Maßschneiderei verwendet werden, oder auch vom Meter verkauft werden. Nun ja, irgendwann wird sich die nächste Gelegenheit ergeben… ;)

Auf meinem Weg durch die Bergedorfer Fußgängerzone eben entdeckte ich einen Werbeaufsteller mit der Aufschrift “Maike Schambach – Modewerkstatt, Handweberei, Maßschneiderei”. Huch, das klingt ja interessant… Der Laden liegt etwas versteckt im ersten Stock einer verwinkelten Passage, aber das Suchen hat sich gelohnt.

Ein etwa dreißig Quadratmeter großer Verkaufsraum beherbergt neben den Produkten der Designerin und ihrer Schwester auch ihren großen Webstuhl. Dort können bis zu 1,50 m breite Stoffe individuell angefertigt werden, und auf Wunsch auch gleich zu Kleidungsstücken und passenden Accessoires verarbeitet werden. Die ausgestellte Mode in den aktuellen Winterfarben Lila, Grau und natürlich Schwarz umfasste Kleider, Röcke, Tops, Shrugs und Schals sowie Taschen aus meist selbstgemachten Stoffen, teilweise auch gestrickt oder gehäkelt. Etwas, das aussah wie gestrickt, war in Wirklichkeit gewebt, und ein Fellbesatz an einem Mantel bestand aus einem “Stoff” aus verwebten Fellstreifen – sowas sieht man nicht alle Tage!

Auf einer Schneiderpuppe wurde gerade ein sehr interessanter Rock dekoriert, und Frau Schambach erklärte mir, der wäre für die neue Bühnenshow von Alida Gundlach, die im Oktober Uraufführung im Hamburger Schauspielhaus feiert. Sie hat in den letzten Monaten die Kostüme für alle 70 Tänzer angefertigt!

Einen kleinen Eindruck von ihrem Können bekommt ihr auf der Homepage der Designerin, zu der es hier geht: Maike Schambach – Handwebmeisterin. Wer Zeit und die Gelegenheit hat, sollte aber einen persönlichen Besuch vorziehen, um einen noch besseren Eindruck vom ungewöhnlichen, aber tragbaren Schaffen dieser Designerin zu bekommen!

Nachdem ich die letzten Wochen und Monate nur den Umzug im Kopf hatte, habe ich mir heute einen Tag für mein Hobby genommen, und bin nach Osnabrück gefahren. In der Friedensstadt, die kürzlich eine sehr coole Werbekampagne mit dem Slogan “Herrlich ehrlich” gefahren hat, fand dieses Wochenende die Handarbeitsmesse- und Ausstellung “Nadel & Faden” statt.
Veranstaltungsort war die Stadthalle, ein, äh, Zweckbau, aber direkt gegenüber blickt man auf einen Seitenflügel des Schlosses:

Hübsch, oder? :D
In der Messe selbst habe ich keine Fotos gemacht. Auf zwei Etagen tummelten sich dort über hundert Aussteller aus dem textilen Bereich. Ich hatte den Eindruck, dass die meisten Aussteller sich mit dem Thema Sticken beschäftigen, dicht gefolgt von Filzen und Walkmode sowie Patchwork. Auch einige bekannte Szenegrößen wie Vlieseline oder der OZ-Verlag präsentierten sich dort mit eigenen Ständen. Andere Themen, die mir aufgefallen sind, waren Perlen, Stofftiere und Basteln allgemein. Außerdem gab es die Werke der europäischen Wanderausstellung „Fäden verbinden Frauen“ zu sehen und auf einer Bühne präsentierten sich die Aussteller mit eigenen Modeschauen. In Workshops konnte man sich neue Techniken von Frau zu Frau zeigen lassen, und größere Kinder konnten sich in der Kinderbetreuung gestalterisch austoben. Auch für das leibliche Wohl war lecker und zu sehr zivilen Preisen gesorgt. Sogar das Parken war spottbillig, jedenfalls wenn man Großstadtpreise gewöhnt ist ;)
Insgesamt habe ich zweieinhalb Stunden dort verbracht – wenn ich alleine bin, habe ich solche Sachen immer recht flott durch. Zuerst habe ich mir in aller Ruhe sämtliche Stände angesehen. Da mich Walkmode eher weniger interessiert – zu viele Herbstfarben – und zu viele große Größen… ;) – und ich keine weiteren Patchwork-Stoffe kaufen wollte, blieb als “Rettungsanker” das Sticken. Das reizt mich schon seit einiger Zeit und ich hatte mir ja das Thema Blackwork bereits einmal näher angesehen, aber so richtig tätig geworden bin ich noch nicht. Die gezeigten Werke waren alle wunderschön anzuschauen, und es ist teilweise atemberaubend, was man mit der Nadelmalerei umsetzen kann, aber rein stilistisch trifft nunmal recht wenig davon meinen Geschmack. Aber zwei Stände fand ich dann doch sehr interessant:
Liebevolle Kreuzstichentwürfe war der eine, und der schlichte Name könnte gleichwohl nicht besser gewählt sein, denn sehr liebevoll ist das alles in der Tat umgesetzt. Zuckersüße Motive, die aber oft mit einem Augenzwinkern umgesetzt sind, und sogar nüchterne Ikea-Anhänger wie mich dazu bringen könnten, sich sowas an die Wand zu hängen.
Noch eine Ecke schräger sind die Vorlagen von Mikusch Design. Elche, Kühe und Schweine gab es bei “Atelier Creativ” zu kaufen, deren Körper mit ganz vielen verschiedenen Mustern verziert war, z.B. ein Elch mit einem Norwegerpullover, mit Geschenkpäckchen oder Lebkuchen, oder eine Kuh mit bunten Vierecken, mit Blümchen oder mit einem Tartanmuster. Leider gibt es nirgendwo im Netz Bilder zu sehen, deswegen verkneife ich mir das hier auch, aber wer diese Viecher einmal gesehen hat, weiß bestimmt, was ich meine.
Nach dem Rundgang ließ ich die Eindrücke erstmal bei einem Stück Apfelkuchen und einer Tasse Tee sacken, bevor ich den Geldbeutel zückte. Todesmutig erstand ich einen Elch und eine Kuh von Mikusch, sowie ein Matrosenmädchen und eine Muschel bei den Liebevollen Kreuzstickerinnen (die sogar aus Hamburg kommen, aber “nur” einen Online-Shop führen). Mal sehen, ob mit diesen ungewöhnlichen Motiven in einfachem Kreuzstich meine Stickleidenschaft geweckt wird… ;)
Dass auch Blauweiß´chen mit einem Stand vertreten waren, hat mich sehr gefreut, da ich mir noch am Abend zuvor die neuen Weihnachtsmotive auf der Website angeschaut hatte, und so wanderte auch ein Model und ein Gläschen Farbe in meinen Beutel. Auch davon kann ich hier leider kein Bild zeigen, weil das eine Überraschung für die Empfänger der diesjährigen Weihnachtskarten bleiben soll. :D
Insgesamt war es ein sehr entspannter, inspirierender Besuch, und ich kann diese Messe nur empfehlen.

Dieses Wochenende findet auf Schloss Lüntenbeck in Wuppertal der 2. Textilmarkt statt.

Wir haben die Veranstaltung bereits am ersten Tag, am Donnerstag, besucht. Auf Schloss Lüntenbeck selbst findet der Textilmarkt statt, dort gibt es mehrere Stände mit Wolle, Patchworkstoffen und -zubehör, Filz und ähnlichen textilen Bastelbedarf.

Die für mich interessantere Veranstaltung war der gleichzeitige Tag der offenen Tür in der Bandweberei Kafka, der etwa zwanzig Minuten Fahrt vom Schloss entfernt ist.

Hinter dieser unscheinbaren Tür verbirgt sich eine hochinteressante Manufaktur:

Hier sieht man noch den Namen des früheren Besitzers. Zwei Tafeln darunter informieren über die Geschichte der ersten Inhaber und die neue Inhaberin, Frauke Kafka, die die Webstühle im Jahre 1991 gekauft hat.

Der erste Eindruck von den Webstühlen ist erst einmal überwältigend. Diese Ungetüme stehen übrigens im zweiten Stock des Gebäudes!

Die Webstühle werden mit Strom betrieben. Wenn sie in Aktion sind, erzeugen sie einen Höllenlärm. Die Kettfäden der Bänder werden von anderen Fäden, die mit Gewichten hoch und runter gezogen werden, gesteuert, und zwischen ihnen sausen dann jeweils die Weberschiffchen mit den bunten Schussfäden hin und her. Das alles geschieht sehr schnell und durch die ständigen Gewichtsverlagerungen der vielen Teile entsteht ein ziemiches Rumpeln und Poltern.

Hier sieht man ganz oben die Lochkarten, mit denen die Muster gesteuert werden, und darunter die Fäden, die wiederum die Kettfäden ansteuern.

Und hier nochmal die “Steuerfäden” und davor die Schiffchen.

Hier sieht man die fertigen Bänder von der linken Seite, wie sie von der Maschine herunterlaufen; weiter unten werden sie dann aufgerollt. Auf diesen großen Webstühlen im vorderen Bereich des Raumes laufen jeweils zehn oder so Bänder auf einmal von der Maschine, jeweils in mehreren Farben.

Hier sieht man die riesigen Lochkarten, die mit ihrer digitalen Anzeige – Loch oder kein Loch – die Muster steuern. Der älteste Computer der Welt!

Früher waren Webetiketten üblich; fast jede Firma hatte ihr eigenes Etikett, wie dieses alte Musterbuch zeigt:

Wir hatten das Vergnügen, von Frau Kafka selbst etwas über die Geschichte der alten Bandweber und ihre eigene Geschichte der Übernahme und Inbetriebnahme zu erfahren, und welche Schwierigkeiten es dabei zu überwinden galt und gilt. Mit einem kleinen Team aus hochengagierten Mitarbeitern hält sie dieses frühe Stück Industriegeschichte am Leben und hat sich mit viel Ausdauer ihre kleine Marktnische geschaffen. Der hauseigene Verkauf bietet eine reiche Auswahl aller Arten von Bändern an; von der schmalen Jugendstil-Borte über Bänder mit Tier- oder maritimen Motiven bis hin zu großen Initialen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, und vor Ort ausgestellte Exponate regen die eigene Fantasie an. Dort nichts zu kaufen, ist fast unmöglich – ich habe es jedenfalls nicht geschafft, standhaft zu bleiben ;)

Heute war ich von der schnellen Truppe – ich bin schon wieder zurück von der Steckenpferd-Messe in Köln!

Die “Anreise”, wenn man das so nennen kann, habe ich mit der Straßenbahn gemacht. Den Streß mit dem Auto wollte ich mir nicht antun, und das Wetter ist zwar gut genug, um mit dem Fahrrad zu fahren, aber ich wollte nicht verschwitzt auf der Messe ankommen. Also habe ich die bequemste Variante, die KVB, gewählt. Da wir direkt hinter dem Hauptbahnhof wohnen, habe ich es ja nicht weit :-)

Die Messe findet in einer einzigen Halle statt, und der größte Teil beschäftigt sich natürlich mit dem Basteln. Perlen sind dieses Jahr sehr en vogue. Ich bin ganz systematisch vorgegangen, und habe die Gänge von vorne bis hinten alle durchwandert, obwohl mich dieser Teil nicht so interessierte. Aber ganz interessant zu sehen, was es alles so gibt (und was ich nicht brauche..)

Süß fand ich aber die Puppenstuben, die dort gezeigt wurden. Hier mal ein paar Bilder:

Eine Wohnung mit ganz vielen Handwerkern. Oben rechts auch ein Nähzimmer (leider hat gerade da der Blitz etwas gespiegelt):

Und hier eine allerliebste kleine Wohnung:

Und hier etwas für uns Schneiderinnen, ein kleiner Stoffladen. Ist er nicht süß?

A propos Stoffe! ;-)

Ganz hinten in der Halle war dann der “Stoffmarkt”. Wobei diese Bezeichnung vielleicht ein wenig übertrieben ist; es waren vielleicht zehn Stände mit Stoffen da, oder so. Wobei die Stände gerade der holländischen Anbieter schon sehr, sehr groß sind, und reichlich Auswahl vorhanden war. Auch ein großer Kurzwaren-Stand war dort.

Und hier ist meine “Beute”:

Direkt zu Beginn habe ich ein schönes schwarzes Leder-Imitat gefunden, das wie geschaffen ist, um damit die La Rue Bag von Hotpatterns.com auszuprobieren. Es ist gaaanz weich und dünn, und vermutlich werde ich es ein wenig verstärken müssen. Es ist ein großer Rest von 1,50 m x 1,30, den ich komplett für 7,50 Euro gekauft habe.
(Unten links im Bild, leider erkennt man das eingeprägte Blumen-Muster nicht so gut.)

Der zweite Glücks-Fund war ein schwarz-weißer Seersucker. Genau so einen suche ich schon lange, um daraus einen Skort, eine Shorts mit angesetztem Rockteil, zu machen. Und zwei Meter für drei Euro den Meter sind unschlagbar günstig.
(Oben links).

Und dann noch ein Ich-konnte-einfach-nicht-widerstehen-Kauf, ein schwarz-weißer Baumwoll-Druck. Hauchdünner Stoff, für eine luftige Sommerbluse, so meine derzeitige Planung. Mit 10 Euro pro Meter kein Schnäppchen, aber ach, der ist so schön… Vorsichtshalber habe ich zwei Meter mitgenommen, obwohl ich mit weniger auskomme, aber dieses breite Längsstreifen-Muster erzeugt vermutlich recht viel Verschnitt.
(Oben rechts.)

Ja, irgendwie habe ich gerade eine ausgeprägte Schwarz-Weiß-Phase. Keine Ahnung, woran das liegt… Mir haben noch einige Jerseys mit grafischen Mustern gefallen, die waren auch alle schwarz-weiß. Da ich aber gerade erst bei Sabine so einen schönen mit Blumenmuster gekauft habe, habe ich mich dann schnell auf den Rückweg gemacht, um nicht noch weitere Schwächeanfälle zu erleiden… ;-)

Auf dem Rückweg habe ich mir dann aber diese Abbügelmotive angeschaut, die mir auf der Hinrunde schon aufgefallen waren. Ich fand ein schönes Mohnblumen-Motiv, wie geschaffen für meine Mutter – sie liebt Mohnblumen. Und diese Engel-Motive sind sooo kitschig, aber süß. Nach langem Zögern habe ich sie auch mitgenommen. Vielleicht mal für ein T-Shirt oder eine Tasche? Ich weiß noch nicht, was draus wird, aber ich hätte mich geärgert, wenn ich die nicht mitgenommen hätte.

Das war es dann auch schon. Ich war in knapp zwei Stunden mit der Halle fertig, und die längste Zeit davon habe ich vermutlich Stoffe gestreichelt *lol*

Vor den Stoffen war ein großer Workshop-Bereich, und dort habe ich neben Christa (ennertblume) auch Bea (seti) und Michael (MichaelDUS) in Aktion gesehen:

So, jetzt werde ich ein wenig meine neuen Stöffchen streicheln, und mich um den Haushalt kümmern *bäh*. Und dann vielleicht noch was nähen. Ich sollte dringend die Jeans-Jacke fertig stellen; das Wetter derzeit ist wie geschaffen für eine leichtere Jacke. Mal sehen.

Gestern habe ich einen sehr vergnüglichen Nachmittag mit Aud verbracht – wir haben uns ein paar Läden auf der Luxemburger und der Friesenstraße angesehen, und sind danach zu Alfatex auf die “schäl sick” gefahren.

Los ging es auf der Friesenstraße, wo wir “Perlen-Spiel” besucht haben. Dort gibt es eine sehr große Auswahl an allen möglichen Steinchen zum Perlen knüpfen und basteln; auch seltenere Sachen wie Perlen aus Lava, Bein oder Korallen. Auch fertige Kunstwerke von Designern kann man kaufen, darunter nicht nur Schmuck, sondern auch kleine und größere Skulpturen.

Danach machten wir einen Abstecher zur Mayerschen am Neumarkt, wo ich mir die zwei Perlen-Bücher gegönnt habe, auf die ich schon länger ein Auge geworfen hatte.

Weiter ging es zum nächsten Perlen-Laden, dem Klunker auf der Luxemburger Straße. Das Ambiente ist etwas kühler als im Perlen-Spiel, und das Angebot übersichtlicher. Im Hinterzimmer kann man hier Kurse machen, die auch recht spontan, ab zwei Teilnehmern, gebucht werden können; jeweils donnerstags und samstags.

Trotz der großen Versuchungen habe ich noch keine Perlen gekauft. Ich will erstmal einen Blick in die Bücher werfen und entscheiden, was ich nacharbeiten möchte, um dann gezielt einzukaufen. Perlen nehmen zwar weniger Platz weg als Stoffe, aber ich möchte nicht soviele Sachen auf Halde liegen haben. Und ich muss erstmal rauskriegen, ob das überhaupt etwas für mich ist.

Da wir in der Gegend waren, haben wir noch einen Abstecher in den Pfaff-Laden auf der Luxemburger Straße gemacht, den ich bislang nur aus dem Telefonbuch kannte. Überrascht stellte ich fest, dass es hier nicht nur eine große Auswahl an Maschinenstickgarn (von Madeira) gibt, sondern auch eine große Auswahl an Patchworkstoffen, und auch Kurse werden angeboten. Daneben liegt der Schwerpunkt natürlich auf dem Verkauf und der Reparatur von Nähmaschinen. Ein Laden, den ich mir merken werde.

Dann entschlossen wir uns zu einem Besuch bei Alfatex, den ich bislang nur ein- oder zweimal besucht hatte. Zum einen ist er auf der für mich falschen Rheinseite und damit zu weit entfernt vom reichen Angebot der Kölner Innenstadt, und zum anderen habe ich bei meinen letzten Besuchen zwar viele preiswerte, aber nicht so viele gute Stoffe gefunden. Diesmal nahm ich mir mehr Zeit, um die Tische mit den preislich runtergesetzten Stoffen gründlich durchzusehen, und tatsächlich fanden sich zwischen den ganzen Polyesters auch einige nette Viskose- und Baumwoll-Stöffchen. Nachdem ich kurzfristig in einen kleinen Stoffrausch geriet, und mehrere Ballen auf den Schneidetisch schleppte, setzte nach einiger Zeit mein Gehirn wieder ein und ich reduzierte meine Wünsche. Mitgenommen habe ich dann die zwei Jerseys, die oben links im Bild zu sehen sind. Außerdem suchte ich nach einem Samt für den Blazer aus der aktuellen Burda, und habe tatsächlich einen sehr schönen blaugrünen Stretch-Samt gefunden, und dazu ein poppiges türkisfarbenes Futter. Den Blazer werde ich wohl erst im nächsten Nähkurs anfangen, aber die zwei ziemlich dünnen Jerseys sind für luftigere T-Shirts gedacht. Normalerweise bevorzuge ich dickere Jerseys und Interlocks, aber bei dem derzeitigen Wetter brauche ich dringend noch etwas leichtes. Mal gucken, ob ich es schaffe, die zu vernähen, bevor das Wetter umschlägt ;-)

Nach einer kurzen Erfrischung im Café vor Alfatex bummelten wir noch durch den Bastelladen dahinter, der von allem etwas zu bieten hat, und ein Abstecher bei “Nanu Nana” bescherte mir zwei große, stabile Keks-Dosen – für die Weihnachtsplätzchen, denn Weihnachten kommt immer früher als man denkt und solche Dosen fehlten mir noch ;-)
(Die Ikea-Dosen, die ich bislang benutzt habe, sind zu labberig und rosten zu schnell.)

So waren vier Stunden schnell vergangen, und bei Temperaturen von um die 30 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit durch gelegentlichen Regen waren wir danach rechtschaffen “platt”. Mein Schatz hat mich dann netterweise in Kalk mit dem Auto abgeholt, damit ich mich mit den beiden schweren, großen Tüten nicht durch die Bahn quälen muss :-)

Der Nachmittag hat sich für mich sehr gelohnt, und ich fand es sehr schön :-)