Woll-Sammlung

Hier mal ein Bild meines recht überschaubaren Woll-Bestandes. Das Wort Vorrat wäre schon falsch, weil er dafür nicht gedacht war und ist, aber über den kommenden Winter wird er mich trotzdem gut hinüber tragen, denke ich. Für die meisten dieser einzelnen Knäuel habe ich bereits eine Verwendung geplant, denn genau wie bei meinem Stoff-Vorrat (hier ist dieses Wort leider gerechtfertigt) möchte ich nichts im Bestand haben, ohne zumindest eine Vorstellung, was daraus werden könnte. Zur leichteren Zuordnung  hier mal die Aufschlüsselung in Zahlen:

1 – Multi-blau-farbenes Baumwollgarn, ein Geschenk – daraus soll ein leichter Sommerpullover werden, so ein Lochmuster-Teil, wie sie zuletzt in den Achtzigern oder Neunzigern gang und gäbe wären, jedenfalls meiner Erinnerung nach. Anscheinend sind sie aber derzeit ziemlich unmodern, denn trotz mehrfacher Suche habe ich noch keine passende Anleitung bei Ravelry gefunden – wenn jemand einen Tipp hat…?

2. Rowan Kid classic in altrosa – daraus soll ein Shrug werden, angeblich reicht ein Knäuel dazu aus, laut der Anleitung aus diesem genialen Buch: Shrug-Strickmuster aus Oneskeinwonders.com – Update: Der Shrug ist am 19.11.2011 fertig geworden! Er hat nur Kindergröße, und ist sogar mir zu klein, aber die Farbe stand mir ohnehin nicht, und ich habe ihn verschenkt.

3. Lurexgarn in Silber. Muss noch aus den Beständen meiner Mutter stammen. Sieht ziemlich gruselig aus, finde ich, aber Silber ist grundsätzlich eine “meiner” Farben. Mal sehen, ob das Garn in Handtaschenform mehr hergibt: Clutch-Strickmuster aus Oneskeinwonders.com - dann würde es auch gut zu meiner Kleidung passen. Vielleicht nehme ich es als Beilaufgarn zu einem schwarzen Garn?

4. Rowan Felted tweed chunky in dunkelrot. Das würde ich gerne strickfilzen; also erst in Form eines Beutels stricken, und dann ab in die Waschmaschine oder von Hand verkleinern. Für einen kleinen “Standbeutel” für Kleinkram. Mal gucken, ob das klappt. Als Passform-Vorbild müsste dieses Teil geeignet sein: Beutel-Strickmuster aus Oneskeinwonders.com – Update: Die kleine Woll-Schale habe ich am 22. Oktober 2011 fertig gestellt. Mehr dazu bei Ravelry oder in meinem blog-post dazu: Unkaputtbar

5. Rowan cocoon in dunkelrot. Superschmuseweiches Garn, leider nicht ganz meine Farbe. Zum Tauschen/Verkaufen.

6. Lana Grossa, Merino 2000. Sehr ähnlich zu dem Garn, aus dem ich Handwärmer, Schal und Mütze gestrickt habe, aber eine andere Farbe. Zum Tauschen/Verkaufen. Update: Beim Durchsehen meiner Ravelry-Patterns bin ich auf diese Yoga-Socken gestoßen, die dafür geeignet sein müssten. :) – Update: Auch die Yoga-Socken haben inzwischen das Licht der Welt erblickt, und ich kann sie sehr empfehlen!

7. Schoeppel Crazy Zauberball, ein Geschenk. Für meine ersten Socken aus dem Stricken lernen-Buch verplant.

8. Schoeppel Lace Ball. Für ein Dreiecks-Tuch geplant, vielleicht nach dieser Anleitung: Heidetuch von LustaufFarben.de (weiter runter scrollen)

9. Goldfarbenes Garn. Hab ich im Moment keine Idee zu, müsste aber für Deko-Zwecke oder zum Geschenke einpacken verwendbar sein.

10. Italienisches Bändchengarn in grau-grün, auch noch von meiner Mutter. Zum Tauschen/Verkaufen

11. + 12. Debbie Bliss Angel in weiß und hellblau. Derzeit geplant für einen Teddybär aus dem Stricken lernen-Buch, aber vielleicht mache ich doch eher zwei Shrugs daraus? Das Garn wäre wie geschaffen dafür.

13. Grau-meliertes Mystery-Garn. Vielleicht noch ein Strickfilz-Versuchs-Kandidat?

Willst du die Götter zum Lachen bringen, mach Pläne, wie es so schön heißt. Mal sehen, wer hier nächstes Jahr zuletzt lacht… ;)

Nach dem Nähmarathon mit meinem Marine-Kleid ist jetzt wieder etwas Abwechslung angesagt, mit Stricken. Nachdem mein erster Pullover recht zufriedenstellend geworden ist, habe ich den zweiten sofort angefangen, und bereits einen Ärmel fertig gestellt. In glatt rechts und Nadelstärke 5 auch kein Wunder, in einem kuscheligen Mohair-Mix. Und bei den derzeitigen Wetterwechseln werde ich den wohl auch schneller Stricken als den ersten, um ihn noch in diesem Herbst tragen zu können.

Auch das Lace stricken würde ich irgendwann gerne mal ausprobieren. Neulich habe ich auf explaiKnit dazu eine gute kleine pdf-Anleitung gefunden, die ich sofort in die Tat umgesetzt habe. So sieht mein erster kleiner Lace-Flecken aus, mit einem viel zu dicken Garn und viel zu dicken Nadeln gestrickt, aber egal:

Ein Teil des “Feather and Fan”-Musters. Unten das erste Mal wohl falsch, darüber richtig, glaube ich. Ich finde die relativen Angaben für die Maschen in den Hin- und Rückreihen sehr verwirrend – warum kann eine linke Masche in der Rückreihe nicht das gleiche Symbol wie in der Hinreihe haben? Das fände ich sehr viel verständlicher als jedesmal umdenken zu müssen. – Ah, jetzt, wo ich darüber nachdenke – der Chart zeigt alle Maschen so, wie sie von der rechten Seite aus erscheinen, oder? Damit man sich das fertige Ergebnis besser vorstellen kann. Wenn man Reihe für Reihe abarbeitet, fände ich es aber einfacher, alle Symbole so zu sehen, wie ich sie auf der Nadel habe. Oh, well… Bis ich dazu komme, ein Lace-Tuch anzufangen, wird eh noch einige Zeit ins Land gehen, aber ich bereite mich ja gerne gründlich vor. ;)

Im Zuge der wieder mal dringend nötigen Aufräumaktion im Hobbyzimmer habe ich außerdem meinen kleinen Woll-stash durchgeschaut. Im Gegensatz zum Nähen klappt das projekt-bezogene Kaufen hier ja noch recht zuverlässig. Aber dank einiger Knäuel Probe-Bestellungen, ein bisschen Erbmasse und Geschenken habe ich sechs verwaiste Einzel-Knäuel gefunden. Drei davon stehen jetzt zum Verkauf/Tausch bei Ravelry, weil es nicht “meine” Farben sind. Für die drei anderen habe ich dank der genialen Strickmuster-Suche dort passende Anleitungen gefunden. Zwei davon sogar aus dem Buch “kostenlose Downloads. Ich glaube, ich werde mir doch mal das komplette Buch zulegen müssen, um den Autoren meine Anerkennung zu zollen. :)

… kann ich damit vielleicht nicht, aber an Außenalster oder Landungsbrücken sollte mir dieses Outfit schon ein paar Blicke einbringen, oder? ;)

Seefrau, ahoi!

Vielleicht kommen noch Knöpfe dran, wie im Original. Ich hatte online ganz hübsche gefunden, weiß aber noch nicht, ob sich das “lohnt” für so ein Kostüm.

Aber das Hütchen musste sein! Ich hatte zuerst nach “Matrosenschiffchen” gesucht, wie im Heft angegeben, bis mich ein befreundeter Experte darüber aufklärte, dass die im Heft verwendete Kappe eine von der US-Marine ist, keine Deutsche. Wieder was gelernt, und online auch nicht schwer zu finden, sogar in richtigen, passgenauen Hutgrößen, hurra!

Mit dem Gesamtergebnis bin ich grade sehr zufrieden. Und noch viel zufriedener bin ich darüber, dass ich einen weiteren meiner Nähträume verwirklicht habe. :)

(Ein paar weitere habe ich noch in der Hinterhand, wird also nicht langweilig hier.)

… na, ihr wisst ja hoffentlich, wie es weiter geht. ;)

Es ist mal wieder Zeit für ein kleines “Kostüm”, und diesmal ist ein Kleid dran, das ich mir schon seit Jahren nähen wollte. Seit 2004, genauer gesagt. Ups, wie die Zeit vergeht…

Damals gab es in der Burda April 2004 dieses schnuckelige “Matrosen”-Kleid von Hartbo & L´wig, das auf Anhieb auf meine Wunschliste gewandert ist. Keine Ahnung, warum mir Matrosenkragen so gut gefallen; in 2004 war ja noch kein Gedanke daran, dass es uns jemals an die Elbe verschlagen könnte. Nicht, dass ich hier jemals so ein Teil in natura gesehen hätte. Als ich dieses Kleid sah, wollte ich jedenfalls unbedingt haben!

Wie immer zufällig fand ich bei meinem letzten Besuch bei Mahler einen schön glänzenden, schwarzen Jersey. Ist zwar nicht dunkelblau, aber ich wusste sofort, dass dieser Stoff das Kleid werden will. Mit gepaspelten Teilungsnähten hatte ich vor einiger Zeit schon mal “geübt” – wurde leider ein Ufo, aber ich hoffe, ich weiß jetzt, wie ich das machen muss. Ich habe aber erstmal mit dem leichtesten Teil, dem Kragen angefangen. Dachte ich jedenfalls.

Zuerst muss der Kragen gedoppelt werden, und meine Pfaff tat etwas, was sie noch nie zuvor getan hat: Sie verschob die beiden Lagen des elastischen Stoffes, so dass die Oberseite am Ende der ersten Naht etwas länger war als die Unterseite. Ich glaube, sie muss wirklich mal wieder zur Inspektion, denn das kenne ich sonst überhaupt nicht von ihr. In solchen Momenten bedaure ich es, dass ich nie gelernt habe, herzhaft zu Fluchen, denn danach war mir gerade eben wirklich!

Die Frustration währte aber nur kurz, denn nachdem ich mit leicht erhöhtem Blutdruck die Dreifach-Stretch-Naht getrennt hatte, griff ich zu einem rabiaten Mittel – Uhu stic. Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass sich das Zeug leicht auswaschen lässt, und dachte, schlimmer kann es nicht werden. – Und genug Stoff zum erneuten Zuschneiden des Kragens hatte ich auch noch. Leichtsinnig werde ich nur, wenn ich einen doppelten Boden  habe. ;)

Also beherzt die Nahtzugaben damit eingestrichen, Teile aufeinander gepappt, genäht. Funzt! :D

Das Auswaschen mit lauwarmem Wasser war auch ein Kinderspiel, und jetzt trocknet der Kragen gerade in der Sonne, die sich mal wieder die Ehre hier gibt.

Die erste Hürde ist also erfolgreich überwunden. So kann es weitergehen. :)

Bild des Tages: Amerikanischer wilder Mohn, mit hauchzarten Blütenblättern von rosa bis knallrot. Vom wechselhaften Wetter der letzten Wochen ziemlich gebeutelt, aber er schlägt sich wacker.

Ob mir das mit diesem Teil gelingt, was meint ihr?

Den grün-weiß-blau-gestreiften Badeanzug-Stoff hatte ich mir vor drei Jahren gekauft, zählt also fast noch als Neuzugang. ;)

Eigentlich wollte ich damit einen Kauf-Bikini nachnähen, den ich einmal spontan im Urlaub kaufen musste. Das Oberteil ist zu groß, weil ich nach der Hüftweite der Bikini-Hose gehen musste, und Größen mischen war nicht erlaubt. Seitdem wollte ich mir den immer mal in “passend” nachnähen. Aber dann wurde es zum Ausprobieren doch erstmal der ganz einfache Bikini-Schnitt # 121 aus der Juli-Burda von 2009. So konnte ich das Oberteil jetzt in Gr. 34 und das Unterteil in Gr. 38 anfertigen, perfekt.

Das Schnittmuster ist eigentlich für Jersey gedacht, und die Körbchen haben einen unteren Abnäher, was ich für einen Bikini jetzt ein bisschen ungewöhnlich finde, aber die Stoffe sind ja weich und es trägt sich trotzdem sehr gut.

Da der Stoffverbrauch nicht sehr hoch ist, habe ich noch genug übrig für zwei weitere Bikinis, oder einen Badeanzug, mal sehen. Und beim nächsten Mal werde ich für die Versäuberung der Kanten mit dem Badegummi mal die Cover ausprobieren; hier habe ich alles mit der Nähmaschine und den Elastik-Stichen gemacht.

Aber jetzt schneide ich erstmal ein Top zu – zweimal das gleiche Teil hintereinander zu nähen finde ich langweilig, habe ich festgestellt. ;)

Sportsfreund

heißt dieses einfache Modell aus “Das TaschenBuch” von Terence Terry. Für meine aktuelle Anforderung, ein Beutel zur Aufbewahrung einer Pedelec-Ladestation, genau das richtige. Die Maße habe ich gegenüber dem Original etwas verändert, damit sie hoffentlich bequem darin zu verstauen ist.

Was ich als Stoff nehmen sollte, wusste ich zunächst nicht. Im Original ist der Beutel aus Drachenstoff (Nylon?) genäht, aber ich hatte weder so etwas noch etwas vergleichbares im Haus. Ich wollte einen etwas strapazierfähigen, schmutzabweisenden Stoff und suchte im Bergedorfer Stoffladen nach einer Idee. Dieses schöne Wachstuch mit dem farbenfrohen Muster in genau den richtigen Farben für die Empfängerin war perfekt! Er lässt sich sehr einfach nähen, habe ich festgestellt. Aus den Resten könnte ich mir gut eine kleine Kosmetiktasche für unterwegs vorstellen. Der Schnitt und die Fertigung ist sehr einfach, und er war in zwei Abenden fertig gestellt.

Geschlossen wird der Beutel mit zwei gegenläufig eingezogenen Kordeln im oberen Tunneldurchzug, die an mitgefassten Schlaufen am Ende der Seitennähte einen Gegenhalt finden. In die Mitte habe ich, wie im Original auch, einen durchgehenden Reflektorstreifen aufgenäht. Wenn man im oder am Fahrrad hantiert, ist ein Plus an Sichtbarkeit immer empfehlenswert.

Morgen geht er auf die Reise und ich hoffe, die Empfängerin freut sich ebensosehr über diesen hübschen Beutel wie ich gerade. :)

nicht k.o., nur müde

Was das Schlafen angeht, funktioniere ich sozusagen wie ein Vogel – wenn man den Käfig abdeckt, werde ich ruhig. Sprich, ich habe es gerne dunkel beim Schlafen. Möglichst komplett.

Ohne Außenjalousien ist das gerade im Sommer schwierig. Ganz zu schweigen davon, wenn man auswärts schläft. Urlaub in einer Jugendherberge zum Beispiel, wo es nachts dann teils auch noch wie im Taubenschlag zugeht, was zusätzlich ablenkt. Deswegen hatte ich schon länger vorgehabt, einmal eine Schlafmaske auszuprobieren. In einer alten Burda fand sich ein Schnittmuster, das ich für mein kleines Köpfchen geringfügig verkleinert habe. Und um dem ganzen den Fünfziger-Jahre-Ernst zu nehmen, habe ich mir die kleinen Comic-Kreuzchen als Appli ausgedacht.

Zum Nähtreffen in Bergedorf gestern war dies das perfekte, kleine, schnelle Projekt. Im Bild seht ihr das Ergebnis unten. Der Test in der letzten Nacht ergab dann, dass der Stoff, ein Rest Nicky, doch etwas zu dick gewählt war; die Kante drückte unangenehm auf meine Schläfe. (Ja, ich bin die Prinzessin auf der Erbse…) Also habe ich heute direkt den zweiten Versuch mit dünnerem Stoff angefertigt, siehe oben im Bild.

Beim zweiten Mal habe ich mir dann auch die Mühe gemacht, die kleinen “Comic-Kreuzchen” vor dem Applizieren mit Wondertape zu fixieren; beim ersten Mal war ich faul gewesen, und hatte nur zwei Stecknadeln verwendet, was prompt dazu geführt hat, dass ein Kreuzchen total verrutscht ist. Obwohl ich in beiden Fällen sowohl Unterstoff als auch Appli mit Vlieseline verstärkt habe, hat es sich beim zweiten Versuch in dünnem Stoff etwas stärker zusammengezogen. Was lernen wir daraus? Je dünner der Stoff, desto mehr Verstärkung braucht er? Muss ich mal ein Auge drauf haben. ;)

Der GöGa lernt heute auf einer RTF das schöne Bad Oldesloe samt Umland kennen, und da ich notgedrungen heute morgen ebenfalls früh wach werden würde, suchte ich mir im Veranstaltungs-Kalender der Stadt Hamburg eine adäquate Freizeitbeschäftigung. Wie es der Zufall will, findet heute ein Flohmarkt in Barmbek statt, der sogenannte Kulturflohmarkt auf dem Hof des Museums der Arbeit, von dem nur positives zu lesen war. Also hin!

Für meine sonntäglichen Begriffe recht früh war ich bereits um zehn Uhr da, und der Andrang hielt sich noch in Grenzen. Dieser Markt besteht nur aus Privat- und kommerziellen Händlern der “Oberklasse”, möchte ich es mal nennen – was man hier definitiv nicht findet, sind Handyschalen-, neuartige Gurkenhobel- und Topfset-Anbieter. Neuwaren – bis auf Selbstgemachtes, anscheinend; ich habe einiges Genähtes sowie selbstgekochte Marmelade gesehen – sind untersagt. Sehr entspannend. Die professionellen Händler mit altem Schmuck, Omas Bettwäsche und fünfziger Jahre-Geschirr befinden sich direkt am Eingang zum Platz, von der S-Bahn-kommend, den restlichen Platz über findet man dann hauptsächlich “normalere” Sachen, aber auch in der überwiegenden Mehrheit “richtig” alte Sachen, sowie natürlich wie immer viele Bücher und Kleidung. Wer Omas altes Regalbord mit Porzellanboxen für Mehl, Zucker und Grieß sucht, ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel in 60er Jahre-Verpackung oder eine gut erhaltene Kaiser-Tischleuchte, ist hier jedenfalls richtig. Und für die Verpflegung ist natürlich auch gesorgt, mit der Gastronomie im Museum oder mit Ständen auf dem Markt; sogar ein vegetarischer ist dabei.

Nach einer Runde über den Markt kehrte ich zu den Ständen mit den vorgemerkten Sachen zurück. Es ist immer so ein kleiner Nervenkitzel, die Sachen erstmal liegen zu lassen um zu gucken, ob sie gleich immer noch da sind… Denn, mal ehrlich, nichts davon braucht man wirklich, deswegen wäre es kein großes Drama, wenn etwas nicht mehr zu haben ist. Aber schon schade, irgendwie… Ich hatte Glück, und alle Sachen auf meiner geistigen Liste waren noch da.

Meine erste, ebenso nützliche wie schöne Anschaffung, waren zwei Geschirrtücher aus reinem Leinen, mit handgestickten Monogrammen, angeblich um die Jahrhundertwende entstanden und eines handgewebt. Ich liebe reines Leinen zum Abtrocknen, und wie man sieht, sind solche Tücher eine Anschaffung fürs (nicht nur eigene) Leben. Vom Kurzwarensammelsurium nebenan – tolle Knopf-Auswahl! – wanderte außerdem eine metallene Gürtelschnalle in die Tasche, um  die farblich unpassende zu ersetzen, die ich als Notlösung für den Gürtel einer Jacke eingesetzt hatte: das Original aus Plastik war bereits nach wenigen Monaten kaputt gegangen.

Dann befreite ich zwei einzelne Kaffee-Löffelchen von ihrem traurigen Schicksal, die künftig unser Löffel-Sammelsurium ergänzen werden. Es gab auch jede Menge zueinander passende Sechser-Sets von Kaffeelöffeln, aber gerade die Einzelstücke finde ich viel interessanter und gebe ihnen gern ein neues Heim. Der mit dem gedrehten Griff und der Kugel hat es mir besonders angetan; ich liebe solche Strukturen. :)

Dann schaute ich mir ein paar Schmuckstücke näher an, die mir aufgefallen waren. Zwei Armbänder mit Opalen und Perlmutt sahen im Kasten schön aus. Die Opale waren jedoch nur ganz dünne Scheiben, die auf eine Unterlage aufgeklebt waren, und die Einfassung des Perlmutt war ein leichtes, billig anmutendes Blech mit einer kitschigen Ziselierung in Goldtönen, so dass ich beide Teile mit leichtem Bedauern, aber letztendlich leichten Herzens liegen lassen konnte.

Dann nahm mich eine Kette aus Kettengliedern in einem mattschwarzem Material gefangen. Die Verkäuferin sagte zuerst, es handelte sich um Art deco-Schmuck aus Vulkanit, sagte dann jedoch, dass der Name von der Vulkanisation käme. Vulkanit ist es also nicht, denn es handelt sich nicht um einen Stein, sondern um einen leichten, etwas biegsamen, aber stabilen Kunststoff, der an den gesägten Kanten ein faserig anmutendes, leicht andersfarbiges Innenleben zeigt. Ich vermute daher, dass es sich um eine Art von Vulkanfiber handelt, also um einen der ersten Kunststoffe, aus nachwachsenden Rohstoffen, nicht auf Erdölbasis. Die zeitliche Einordnung könnte also sogar stimmen. Die Kette war kombiniert mit einer zweiten, ebenfalls schwarzen Horngliederkette, mit ovalen, konkav gedrechselten Gliedern, die stilistisch in meinen Augen absolut nicht dazu passte, aber als eine einzige Kette verkauft werden sollte, da beide recht kurz waren. Eine Anprobe zeigte jedoch, dass mir die “Vulkanit”-Kette auch solo um den Hals passt, und nach einigem echten oder gespielten Zögern konnte ich die Kette schließlich einzeln kaufen. :D

Wer also in Hamburg mal einen schönen Flohmarkt besuchen möchte, von mir gibt es eine absolute Empfehlung für den Kulturflohmarkt, der von April bis Oktober einmal monatlich stattfindet. :)

Reduce, reuse, recycle, wie es so schön heißt. Neulich beim Ausmisten fiel mir ein alter Pullunder von meinem GöGa in die Hände, der laut seiner Aussage mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mitbringsel aus Ecuador ist. Super-kuschelig-weiche Wolle, ein schönes Ethno-Muster, ein wenig ausgeleiert in den Kanten, aber das Gestrick selbst noch hervorragend in Schuss, und dann noch in schwarz-weiß, “meinen” Farben… Hm, ob man da nicht was draus machen kann?

Ich überlegte zuerst, den Pullover in der Waschmaschine zu filzen und dann eine Tasche daraus zu nähen, aber das Garn ist so schön kuschelig, dass mir das wie eine Vergeudung vorkam. Ob ich mir nicht selbst daraus einen…? Die Blenden an Hals und Ärmeln sind angesetzt, mit der Overlock; Trennen wäre aufwendig, aber möglich. In den Schultern etwas abnähen, und in den Seiten, Blenden wieder dran, dann könnte es gehen. Etwa so stelle ich mir das Ergebnis vor:

Sofern meine Ovi irgendwann wieder mitspielt, und ich diesen Pullover abnähen kann ohne Angst haben zu müssen, wäre das durchaus machbar, denke ich. Ich werde mich mal ans Trennen begeben… :)

Mein neuestes Shirt hat schon einen Tragetest hinter sich und bestanden. Ein weiteres sommerliches Shirt ist letztes Wochenende auch entstanden, und wartet jetzt nur noch auf zwei lange Bänder, die den Ausschnitt mittels Tunnelzug einreihen. Der Nadelwechsel in der Ovi hat leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht; beim zweiten Shirt hat es wieder unverhoffte Aussetzer mitten in der Naht gegeben. Ich fürchte, ich muss sie doch mal wegbringen… :(

Was ich auch wegbringen muss, sind einige Nähzeitschriften, denn mein Regal platzt so langsam aus allen Nähten. Also habe ich damit angefangen, die ältesten Hefte durchzuschauen und auszusortieren. Mein ältestes Heft, selbst gebraucht gekauft, ist doch tatsächlich von 1988! An dem hatte ich aber mehr historisches Interesse, als ich es damals kaufte. Die Achtziger Jahre sind ja seit einiger Zeit wieder in, und viele sagen zwar, dass man bei solchen Revivals einfach nur die alten Klamotten und Schnittmuster wiederverwenden könne, aber so ganz trifft das leider oder gottseidank nicht zu. Betonte Schultern sind ja seit längerer Zeit wieder in, wie man an diesem süßen Modell mit Puffärmeln und eingelegten Falten in der Taille sieht:

Das sieht ja sogar noch recht tauglich für heutige Zeiten aus, abgesehen vom bieder wirkenden Styling – so einen hochgeschlossenen Ausschnitt habe ich jedenfalls schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Aber das ist ja noch nicht alles. Die Macht der Schulterpolster zeigt sehr eindrücklich dieses Modell:

Große Sonnenbrillen sind ja auch grad wieder in. Man beachte auch das flotte Halstuch im Ausschnitt!

Mein Lieblingsmodell ist aber dieses hier mit kürzeren Ärmeln, die an der Manschette in Falten gelegt werden – da müssen die Männer damals ja wirklich große Angst vor den neuen Karrierefrauen bekommen haben – ich glaube, mit den Folgen haben wir heute noch zu kämpfen. :D

Ein zweiter aktueller Trend, Leggins zu langen Oberteilen, ist in diesem Heft auch zu sehen:

Nun ja, auch das sieht heute irgendwie anders aus… ;)

Falls jemand trotzdem oder deswegen Interesse haben sollte, ich verkaufe dieses Heft und einige andere im HS-Forum. ;)

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