Reduce, reuse, recycle, wie es so schön heißt. Neulich beim Ausmisten fiel mir ein alter Pullunder von meinem GöGa in die Hände, der laut seiner Aussage mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mitbringsel aus Ecuador ist. Super-kuschelig-weiche Wolle, ein schönes Ethno-Muster, ein wenig ausgeleiert in den Kanten, aber das Gestrick selbst noch hervorragend in Schuss, und dann noch in schwarz-weiß, “meinen” Farben… Hm, ob man da nicht was draus machen kann?

Ich überlegte zuerst, den Pullover in der Waschmaschine zu filzen und dann eine Tasche daraus zu nähen, aber das Garn ist so schön kuschelig, dass mir das wie eine Vergeudung vorkam. Ob ich mir nicht selbst daraus einen…? Die Blenden an Hals und Ärmeln sind angesetzt, mit der Overlock; Trennen wäre aufwendig, aber möglich. In den Schultern etwas abnähen, und in den Seiten, Blenden wieder dran, dann könnte es gehen. Etwa so stelle ich mir das Ergebnis vor:

Sofern meine Ovi irgendwann wieder mitspielt, und ich diesen Pullover abnähen kann ohne Angst haben zu müssen, wäre das durchaus machbar, denke ich. Ich werde mich mal ans Trennen begeben… :)

Mein neuestes Shirt hat schon einen Tragetest hinter sich und bestanden. Ein weiteres sommerliches Shirt ist letztes Wochenende auch entstanden, und wartet jetzt nur noch auf zwei lange Bänder, die den Ausschnitt mittels Tunnelzug einreihen. Der Nadelwechsel in der Ovi hat leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht; beim zweiten Shirt hat es wieder unverhoffte Aussetzer mitten in der Naht gegeben. Ich fürchte, ich muss sie doch mal wegbringen… :(

Was ich auch wegbringen muss, sind einige Nähzeitschriften, denn mein Regal platzt so langsam aus allen Nähten. Also habe ich damit angefangen, die ältesten Hefte durchzuschauen und auszusortieren. Mein ältestes Heft, selbst gebraucht gekauft, ist doch tatsächlich von 1988! An dem hatte ich aber mehr historisches Interesse, als ich es damals kaufte. Die Achtziger Jahre sind ja seit einiger Zeit wieder in, und viele sagen zwar, dass man bei solchen Revivals einfach nur die alten Klamotten und Schnittmuster wiederverwenden könne, aber so ganz trifft das leider oder gottseidank nicht zu. Betonte Schultern sind ja seit längerer Zeit wieder in, wie man an diesem süßen Modell mit Puffärmeln und eingelegten Falten in der Taille sieht:

Das sieht ja sogar noch recht tauglich für heutige Zeiten aus, abgesehen vom bieder wirkenden Styling – so einen hochgeschlossenen Ausschnitt habe ich jedenfalls schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Aber das ist ja noch nicht alles. Die Macht der Schulterpolster zeigt sehr eindrücklich dieses Modell:

Große Sonnenbrillen sind ja auch grad wieder in. Man beachte auch das flotte Halstuch im Ausschnitt!

Mein Lieblingsmodell ist aber dieses hier mit kürzeren Ärmeln, die an der Manschette in Falten gelegt werden – da müssen die Männer damals ja wirklich große Angst vor den neuen Karrierefrauen bekommen haben – ich glaube, mit den Folgen haben wir heute noch zu kämpfen. :D

Ein zweiter aktueller Trend, Leggins zu langen Oberteilen, ist in diesem Heft auch zu sehen:

Nun ja, auch das sieht heute irgendwie anders aus… ;)

Falls jemand trotzdem oder deswegen Interesse haben sollte, ich verkaufe dieses Heft und einige andere im HS-Forum. ;)

Endlich mal wieder ein fertiges Kleidungsstück; ich habe gefühlt seit Monaten nichts mehr zum Anziehen genäht. Aber meine Stoffberge wachsen mir jetzt so langsam über den Kopf, so dass wieder mal dringend Abbau angesagt ist. Außerdem hab ich vor zwei Wochen einen großen Sack Klamotten aus meinem Kleiderschrank aussortiert und Platz für Neues geschaffen. ;)

Das obige Shirt ist eine Art “knock-off”, ein nachgemachtes Kauf-Teil. Leider habe ich es anscheinend versäumt, mir einen Schnappschuss davon auf meinem Computer zu sichern, daher weiß ich leider nicht mehr, von wem das “Original” ist. Vor längerer Zeit jedenfalls hatte ich ich so ein ähnliches Shirt in einem Online-Shop gesehen. Der Ringelstoff hat “aufgenähte” Stoffstreifen; auf dem Foto sieht man ein bisschen die Machart. Ich setze das “aufgenäht” in Anführungszeichen, weil sie nicht wirklich aufgenäht sind; man sieht keine Ansatznaht, sondern sie müssen direkt beim Herstellungsprozess eingearbeitet worden sein, hochinteressant.

Anfang des Jahres habe ich dann genau so einen Stoff bei Mahler entdeckt, der natürlich sofort mit musste; wer weiß, vielleicht ist es sogar der gleiche? Industrie-Überhang wird dort ja auch verkauft, soweit ich weiß.

Der Schnitt ist das China-Shirt von Schnittquelle; durch die andersfarbigen Raglan-Ärmelchen ergibt sich von vorne fast ein kleiner Bolero-Effekt. Hinten ist es durchgehend schwarz, in einem Stück geschnitten. Von dem Ringel-Stoff habe ich noch genug für ein weiteres Shirt oder ein Top, mal sehen.

Den größten Teil der Näharbeit habe ich heute gemacht, was mich einige Nerven gekostet hat. Meine Bernina 800-Ovi hat, wie immer seit Jahren schon, wieder mal hier und da den linken Nadelfaden gerissen. Ich hatte sie deswegen sogar schon beim Händler, aber es tritt leider immer noch sporadisch auf. Immer mitten im Stoff, den sie einen halben Meter vorher lang problemlos gefressen hat, so dass ich völlig planlos über die Ursache bin. Ich war schon wieder fast soweit, sie in den Fleet zu werfen und durch eine baby lock zu ersetzen…

Dann hab ich mir nochmal sämtliche Einträge im Forum zu diesem Problem durchgelesen, und daraufhin die Nadeln gegen 90er Schmetz-Universal ausgetauscht, obwohl ich ja bislang ein Verfechter der Theorie war, dass auch eine Ovi Jersey-Nadeln braucht, wenn man damit Jersey näht. Die folgenden Seitennähte hat sie dann anstandslos gemacht, aber mal sehen, ob das Glück und die Nähte wirklich halten… Ich habe noch zig Jerseys hier, die ich endlich verarbeiten möchte, wünscht mir Glück!

Meine Janome Cover hat dann klaglos sämtliche Säume genäht, auch den Halsausschnitt. Diese Cover liebe ich fast noch mehr als meine Ovi (sofern sie funktioniert), denn die Säume sehen damit ja genauso aus wie bei Kaufkleidung, und es ist so wunderbar schnell gemacht, einmal umbügeln, nähen, überschüssigen Saum innen abschneiden, fertig. Gerade bei Jerseykleidung ist dieses Teil fast unbezahlbar, weil man sich keinerlei Gedanken über die Einfassung machen muss, geschweige denn über ausgeleierte Kanten. Das einzige, was mich nervt, ist das Umfädeln der Konen, denn um mir sieben oder acht Konen der gleichen Farbe zu kaufen, bin ich zu geizig, ganz abgesehen vom Platzproblem, so dass ich diese immer zwischen Overlock und Cover wechseln muss. Aber das lässt sich auch verschmerzen.

Neulich habe ich einen interessanten Rock gesehen, der vorne und hinten je drei Abnäher hat; zwei an den üblichen Stellen an der Seite, und je einen genau in der vorderen und hinteren Mitte; darunter ist alles in einem Stück, also ohne Querteilungsnähte, gearbeitet. Das hat sofort mein Interesse geweckt, und da ich mir grade in der Woche davor zwei neue Schnittkonstruktions-Bücher gekauft hatte, habe ich mich daran gesetzt, die Vorgehensweise herauszubekommen. Es hat mich mehrere Abende und einige Fehlversuche gekostet, und ich habe stundenlang meine Konstruktions-Bücher immer wieder durchgelesen, bis ich eines Abends vor dem  Einschlafen dann die hoffentlich richtige Erleuchtung hatte. Das Testmodell sieht dem Original jedenfalls recht ähnlich und ist auch aus richtigem Stoff tragbar, denke ich.

Für´s Protokoll: Ich habe bei meinem geraden Rock-Maßschnitt zunächst die Abnäher aufgeschnitten und oben zugelegt, so dass ein nach unten ausgestellter Rock ohne Abnäher entstand. Dann habe ich wiederum zwei seitliche Abnäher hinzugefügt, mittels aufschneiden und spreizen, und das ganze dann gespiegelt so zugeschnitten, dass auch in der vorderen und hinteren Mitte je ein Abnäher gebildet wird.

Die Hüftkurve musste ich wieder mal stark abnähen; obwohl das mein Maßschnitt ist, war sie wieder viel zu stark gerundet, seltsam. Hier vor dem Abnähen:

erster Zuschnitt

Und hier nach der Korrektur:

nach Seitennaht-Korrektur

Den Bund muss ich noch anpassen, und von der Länge werde ich ein paar Zentimeter wegnehmen, aber soweit bin ich schon mal sehr zufrieden. :)

Die “Falte” an der auf dem Bild rechten Seite entsteht deswegen, weil der seitliche Fadenlauf recht schräg ist, und der Stoff daher dort in Wellen fällt. Der richtige Stoff sollte nicht zu dick sein, weil meine Abnäher nur zwei Zentimeter tief sind, aber trotzdem einen guten Fall haben und nicht zu leicht sein, damit er an den Seiten schön fällt. Ich hoffe, ich finde etwas passendes in meinem Fundus; so langsam muss ich meine gestapelten Berge hier mal wieder abbauen… ;)

Sonnige und frohe Ostertage wünsche ich allen! :)

Blumige Ostergrüße

Als Frau, die sich hinter einem Laternenpfahl verstecken kann, hat man gewisse Schwierigkeiten im Gespräch mit ca. 99,9 % aller anderen weiblichen Wesen. Wer auf diesen Punkt nicht so gut zu sprechen ist, daher bitte mal kurz weghören.

Über die Ursache habe ich verschiedene Theorien, die ich hier nicht genauer ausbreiten möchte, aber über das letzte Jahr habe ich ein paar Kilo abgenommen. Wieviele genau weiß ich nicht, da wir keine Waage besitzen, aber so ziemlich alle Röcke und Hosen, die ich mir noch bis letztes Jahr gekauft, genäht oder geändert habe, sind mir zu weit, etwa vier Zentimeter. Und das nervt so ungemein, ihr glaubt es nicht!

Praktisch keines meiner Unterteile passt mir richtig. Bei Hosen ist das ganz blöd, denn wenn ich sie in der Taille raffe, sieht das unschön aus und die Falten drücken teilweise unangenehm. Bei Röcken ist das Problem zwar geringer, weil die dann einfach ein paar Zentimeter tiefer nach unten rutschen, dafür stimmt natürlich die Höhe des Saums dann nicht mehr, und bei meiner “Größe” von sagenhaften 164,5 Zentimetern können drei, vier Zentimeter Länge am Rocksaum optisch sehr viel ausmachen.

Das einzig positive an der Sache ist, dass ich jetzt in den Unterteilen besser in Gr. 36 passe, was mir vorher in den Oberschenkeln oft zu eng war. Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten: Abwarten, bis ich wieder zunehme. Oder neue Sachen kaufen – oder nähen. Hmm…. Wickelröcke wären vermutlich für den Anfang die beste Option, solange ich noch nicht weiß, ob das so bleibt oder nicht, oder? Nur, was mache ich mit den Hosen? :D


Jahresringe, noch ganz klein

… beim Stricken ist für mich, wenn man das erste Mal das Muster erkennen kann! Das finde ich sogar noch schöner, als ein Teil fertigzustellen – in dem Moment ist man oft nur noch froh darüber, dass es endlich fertig ist. Aber wenn man das erste Mal sieht, dass aus den wenigen Maschen, die man bislang gestrickt hat, etwas erkennbares wird, wenn sich aus der formlosen Masse und den wenigen Metern Garn auf einmal etwas ganz Neues mit einer deutlichen Struktur gebildet hat – das ist so klasse zu sehen! :)

So ging es mir vorgestern mit dem Pullover Jahresringe, den ich sozusagen voreilig angeschlagen habe. Voreilig, weil ich ja eigentlich Projekt für Projekt aus meinem Strickbuch machen will. Aber das heißt ja nicht, dass ich “zwischendurch” nicht etwas anderes machen darf, oder? Ich hatte dieses Modell in der Maschenkunst in Köln an einer Puppe gesehen, und es war sofort um mich geschehen! Ohne viel Federlesens kaufte ich das Buch, das die Anleitung enthält; passendes Garn fand ich dort leider nicht, aber in dem gutsortierten Woll-Laden hier in Bergedorf.

Mein Strick-Lernbuch ist aber andererseits verantwortlich dafür, dass ich mich überhaupt an dieses Modell herangetraut habe. Das Modell besteht zwar nur aus linken und rechten Maschen, ist also eigentlich sehr einfach. Aber es wird vom Saum bis zu den Ärmeln komplett in der Runde gestrickt, mit 240 Maschen in meiner Größe! Wenn ich aus meinen Buch nicht schon drei Nadelspiel-Projekte nacheinander gemacht hätte, hätte ich mir das nie im Leben zugetraut! Danke, Frau Graf und Frau Fischer!

Ich lerne auch jetzt immer noch dazu – begonnen hatte ich auf einem Nadelspiel, aber nachdem mir zweimal Maschen in selbstmörderischer Absicht von der Nadel gehüpft sind, habe ich mir noch einmal die youtube-Videos zum Thema Rundstricken mit einer einzigen Rundstricknadel angeschaut, und bin dann darauf umgestiegen, was sehr viel nervenschonender ist. Ich habe bei den kleineren Sachen keine Probleme mit dem Nadelspiel gehabt, aber bei einer so großen Maschenanzahl sorgt vermutlich allein das schiere Gewicht des Garns auf der Nadel dafür, dass es rutsch-anfälliger ist.

Das Bild zeigt den Jetzt-Zustand; ich habe schon 21 Reihen gestrickt, bin aber gerade mal 4 bis 5 Zentimeter weit gekommen… Nadelstärke 3 für einen Pullover ist eine ganz schöne Herausforderung für einen Strick-Neuling!

Der Maschenmarkierer zeigt eine Seitennaht an; durch das Muster laufen die Seiten etwas zipfelig zu. Vorne wie hinten hat der Pullover also das gleiche schöne Muster. Ein großer Vorteil von Selbstgestricktem gegenüber gekauften Pullovern, die auf der Rückseite fast ausschließlich glatt rechts oder ähnlich langweilig gemacht sind! Keine Sargkleidung, wie ich schon mehrfach schrieb… ;)

Bilder vom fertigen Pullover findet man natürlich bei Ravelry. In dem Buch, aus dem es stammt, “Stilvoll Stricken”, gibt es noch weitere schöne Modelle. Wasserwirbel steht schon auf meiner geistigen to-do-Liste, und wenn ich mal viel mehr kann, traue ich mich vielleicht auch an Kumulus… *träum*

Das erste rundgestrickte Projekt meines Lebens erfolgreich beendet! Den Kampf mit den kurzen Nadeln erfolgreich ausgefochten, den Picot-Anschlag gemeistert und hartnäckig auch das Picot-Abketten bezwungen! :D

Die wirkliche Herausforderung kommt natürlich erst – das gleiche nochmal für die zweite Hand… ;)

Für die erste Stulpe habe ich etwa zwei Wochen gebraucht; ich habe natürlich nicht jeden Abend gestrickt, und viele Abende auch nur mit Ausprobieren der Technik verbracht. Das eigentliche Stricken ging recht schnell; bei 40 Maschen ist man ja schnell rum. Entweder geht die zweite noch schneller, weil ich jetzt weiß, wie es geht, oder ich brauche ewig, weil es so langweilig ist, das gleiche nochmal zu machen.

Nebenher habe ich mich um eines meiner Geburtstagsgeschenke gekümmert, um die Kone türkisfarbenes Baumwollgarn. Da ich nicht wusste, wieviel Garn auf der Kone drauf ist, war die einzige Möglichkeit abwickeln und auswiegen! So sah das dann aus:

sieht nach meehr aus...

Die Wiegeprobe hat ergeben, dass das komplette Garn gerade mal 196 Gramm wiegt. Klingt nach wenig, aber die Gegenprobe hat ergeben, dass zehn Meter davon gerade mal sechs Gramm wiegen! Macht nach Adam Riese… 326 Meter Lauflänge. Es könnte auch sein, dass zehn Meter nur fünf Gramm wiegen, die digitale Waage war sich da nicht immer ganz einig. Dann wären es sogar um die 392 Meter. Mal bei Ravelry gucken, was man damit anfangen könnte. Für ein sommerliches Top sollte es ausreichen, wenn ich die Ergebnisse dort richtig sehe.

… gelöst. Glaube ich jedenfalls.

Mein nächstes Projekt, die Stulpen, sind, abgesehen vom Rundstricken, ja wieder nur ein einfaches zwei rechts-zwei links-Muster. Aber wie das so ist mit mir, muss ich auch da wieder was abändern. ;)

In meinem schönen Vogue-Buch fiel mir der Picot-Anschlag auf, der eine hübsche Kante mit “Mausezähnchen” produziert – genau richtig für Socken, und auch Stulpen.

Mit der Anleitung im Buch wurde ich allerdings nicht glücklich, denn dabei strickt man eine lose Knötchen-Kette, aus der man hinterher wieder Fäden aufnehmen muss. Jeweils den richtigen Faden zu erwischen, damit es regelmäßig aussieht, ist gar nicht so einfach, daher suchte ich nach einer anderen Möglichkeit, und wurde im Netz fündig. Da stellte sich aber direkt das nächste Problem, denn ich habe jetzt schon drei Anschlagtechniken gefunden, die alle “Picot” heißen (mit der aus dem Buch sind es dann schon vier), aber alle unterschiedlich sind, und vermutlich gibt es noch einige mehr. Für jemanden wie mich, der klare Anweisungen liebt, eine ziemliche Herausforderung!

Die nächsten Abende habe ich dann damit verbracht, mit dieser Anschlagtechnik herumzuspielen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis herzustellen, denn die Anweisungen im Netz sind für mich Anfängerin nicht hundertprozentig nachvollziehbar gewesen. Ich mache es jetzt folgendermaßen:

1. Drei Maschen anschlagen (Technik ziemlich egal)

2. Zwei Maschen nacheinander rechts abstricken.

3. Eine Masche durch Überziehen abketten.

4. Die abgekettete Masche verschränkt wieder auf die linke Nadel heben. (Das Verschränken ist wichtig; das Abstricken hinterher fällt leichter, habe ich festgestellt).

5. Drei  weitere Maschen aufstricken. (Ist das der Fachbegriff? Man tut so, als ob man die Masche abstrickt, behält sie aber auf der linken Nadel. Die Schlaufe der neuen Masche, die sich auf der rechten Nadel befindet, hebt man verschränkt auf die linke Nadel ab. Aus dieser neuen Masche dann eine weitere Masche genauso aufstricken, und dann noch ein drittes Mal aus der zweiten Masche, macht insgesamt drei neue Maschen.)

6. Schritte 2 bis 5 beliebig oft wiederholen; bei jedem Schritt bilden sich zwei neue Maschen, bis die gewünschte Anzahl erreicht ist.

Was sagen die Profis dazu? Das Ergebnis gefällt mir optisch und lässt sich gut weiterstricken, aber mich würde interessieren, ob das eine “richtige” Methode ist…

Die gleiche Technik habe ich noch mit fünf aufzustrickenden Maschen gefunden, von denen dann vier auf eine reduziert werden (glaube ich jedenfalls). Das Ergebnis gefiel mir aber nicht so gut, die Mausezähnchen wurden mir zu groß:

Picot, zwei Maschen werden abgekettet

Bei einem Pullover nicht verkehrt, denke ich, aber nicht für meine Stulpen geeignet. Mit meiner Drei-Zwei-Eins-Picot-Technik wird das ganze etwas kleiner:

Picot mit einer abgeketteten Masche

Vorgestern habe ich dann mit dem Projekt Stulpe selbst begonnen, bin aber noch nicht so weit gekommen damit. Das dunkelblaue Garn wird ein kleiner Kontraststreifen am Anfang und Ende jeder Stulpe, der Rest wird aus dem hellblauen Garn, aus dem ich auch schon den Schal gemacht habe, denn die Stulpen sollen ja dazu passend sein.

Hier ist der aktuelle Stand, etwa zwei Zentimeter von jeder Farbe habe ich:

Stulpen, noch ganz klein

So richtig anfreunden kann ich mich mit dem Nadelspiel noch nicht, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich gerade mal zehn Maschen auf jeder Nadel habe? Die anderen Nadeln sind irgendwie immer im Weg, obwohl ich heute etwas mehr Erfolg hatte, indem ich die linke Nadel, von der ich abstricke, immer nach ganz oben sortiere, und auch die rechte, neue Nadel immer über der anderen rechten halte. Im Moment kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich je eine süchtige Sockenstrickerin werde, aber grundsätzlich Rundstricken zu können ist ja auch schon mal was. Ohne mein schönes Stricken lernen-Buch hätte ich mich da bestimmt nicht so schnell alleine rangetraut. :)

… zeigen sich am Horizont: Rundstricken.

Das nächste Projekt in meinem Buch sind rundgestrickte Handstulpen. Dazu habe ich mir zum Geburtstag das praktische Nadelspiel-Set von KnitPro schenken lassen. Das Rundstricknadeln-Deluxe-Set gab es schon zu Weihnachten. ;)

Geburststagsgeschenke

Heute habe ich mir neues Garn gekauft; die Stulpen – und die darauf folgende Mütze – sollen nämlich zu dem blauen Schal passen. Ich habe sogar die Farbe aus dem gleichen Färbekessel erwischt; das ist gut.

Das Rundstricken habe ich gestern erst mal mit den Resten von dem beigefarbenen Garn ausprobiert. Ich hatte überlegt, alle Maschen auf einer Nadel anzuschlagen und dann erst zu verteilen, habe dann aber doch die Methode, wie sie im Buch beschrieben ist, ausprobiert, die Nadeln direkt beim Anschlag zu verteilen. Etwas fummelig, aber das Ergebnis war besser, als ich dachte. Ich habe jedenfalls keine erkennbare Lücke im Gestrick zwischen den verschiedenen Abschnitten, wie ich befürchtet hatte. Dafür fällt mir die Handhabung der fünf Nadeln noch etwas schwer – wie ordnet man die am besten während des  Strickens an, damit sie einem nicht ständig im Weg sind? Die Maschen selbst schiebe ich nach dem Abstricken immer in die Mitte der Nadel, damit sie nicht runterrutschen, wie es mir einmal passiert ist, aber die Nadeln selbst sind immer im Weg. Mal sehen, wie ich damit langfristig zurecht komme. Bei einer schmalen Stulpe ist das Problem vermutlich auch ausgeprägter als bei der folgenden Mütze.

Neben den Nadeln gab es noch ein Knäuel wunderschöne Sockenwolle in meinen Lieblingsfarben dazu. Socken stehen allerdings erst an zwölfter Stelle in meinem Buch, also muss dieses Knäuel noch etwas auf seine Verarbeitung warten, aber ich freue mich jetzt schon darauf; die Farbe rockt! Außerdem hat mir mein Liebster noch einen großzügigen Gutschein für Wolle & Design geschenkt. Den werde ich vermutlich für das sechste Projekt im Buch, einen Pullover, einlösen. Als Strick-Anfängerin finde ich es ja noch etwas schwierig, Wolle online einzukaufen; da geht es mir genauso wie zu Beginn meiner Stoffkauf-Karriere. Aber mit Noro Kureyon, mit dem ich liebäugele, kann man wohl nichts falsch machen, oder? ;)

Ein weiteres Knäuel, oder eher eine Kone, hat mir Irina gestern noch aus ihrem Bestand geschenkt; ein mehrfarbig gezwirntes Baumwoll-Garn:

türkisfarbenes Baumwollgarn

Hier eine Nahaufnahme, da kann man die einzelnen Fäden und Farben besser erkennen:

Nahaufnahme

Die einzelnen Fäden sehen aus, als ob sie wiederum je aus zwei Fäden gedreht sind. Bei dem ganz außen rechts zwei verschiedene Grüntöne, einer davon mit etwas mehr “fluff”, und auch der zweite von rechts sieht aus wie aus zwei verschiedenen Grüntönen zusammengesetzt, einer davon dunkler.

Die Kone muss ich noch abrollen und auswiegen, um feststellen zu können, wieviel darauf enthalten ist. (Zu schade, sie ist derzeit professionell aufgewickelt.) Hat jemand eine Idee, was ich daraus machen könnte? Für einen Pullover ist es definitiv zu wenig. ;)

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