Das fängt ja gut an!

Nanu, gerade mal eine gute Woche rum, und schon ein fertiges Projekt?!

Tja, wenn einen das Näh-Virus mal wieder beißt, muss schnell gehandelt werden. Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, mir einen oder mehrere kleine, transport-fähige Projektbeutel für das Stricken zu nähen. Bislang verwende ich für kleine Projekte oft Ziploc-Beutel, aber die sehen nicht sehr schön aus, der Verschluss geht unweigerlich irgendwann kaputt, und manchmal perforieren die Stricknadeln beim Transport das Plastik. Nicht besonders nachhaltig, die ständig neu kaufen zu müssen.

Dann lief mir neulich dieser Schnitt für einen Strickbeutel von Hummelhonig über den Weg, und der erschien mir fast perfekt für meine Anforderungen. Es gibt ihn in drei verschiedenen Größen; für den ersten Test habe ich mit der kleinsten Größe angefangen, die ausreichend für ein Paar Socken, eine Mütze, Schal oder Babykleidung ist. Außen gibt es Steckfächer, genau wie bei meinem großen Strickbeutel, der auf meiner Fensterbank wohnt.

Die Steckfächer werde ich bei der nächsten Version vielleicht nach innen verlegen. Für den Transport im Koffer und das Stricken unterwegs sind die Außenfächer nicht so gut geeignet, finde ich. Aber bei der ersten Version wollte ich erstmal (fast) alles so machen, wie vorgeschrieben. Mal sehen, wie ich das künftig löse.

Was ich unterlassen habe, ist eine festere Verstärkung der Außentaschen; da habe ich für meinen dicken Bettwäsche-Stoff nur die leichteste Schabracken-Einlage S133 verwendet. Wenn man es standfester haben möchte, wäre Decovil light oder ähnliches besser. Aber für den Transport wollte ich es nicht zu fest machen, wenn der Beutel im Koffer geknautscht werden würde.

Der Außenstoff ist ein Erbstück meiner Schwiegermutter; ein alter, aber sehr gut erhaltener Kopfkissenbezug. Ich tippe auf einen Westfalenstoff, wenn ich mir das Muster und die Qualität so ansehe; der ist etwa dreimal so dick wie Ikea-Bettwäsche… Kuschelig weich ist er außerdem, und das Muster ist so süß! <3

Als Futter habe ich einen Rest gelbes Mantelfutter verwendet; das ist auch etwas dicker als das normale Venezia oder NevaViscon. Das habe ich mit der linken Seite nach außen verwendet, weil mir die matte linke Seite besser zu der ebenfalls matten Baumwolle gefiel. Die Kordel stammt vermutlich aus irgendeiner geschlachteten Kauf-Tasche; nur der Kordelstopper ist neu. Der ist noch nicht endgültig; das war nur der erste, den ich in meinem Kurzwaren-Chaos zu fassen bekam. (Da muss ich demnächst dringend wieder Ordnung reinbringen!)

Also ein fast lupenreines Use what you have-Projekt. Nicht, dass das bei den kleinen Mengen, die ich hier verbraucht habe, einen wesentlichen Unterschied in meinem Bestand machen würde… 😀

Den Verschluss mit den Laschen und dem Kordeldurchzug finde ich optisch besonders hübsch:

Für lose herumfliegende Teile ist das nicht geeignet, aber für den Transport habe ich meine Kleinteile sowieso immer in einer kleinen Extra-Tasche. An dem Verschluss gefällt mir aber, dass es kein Reißverschluss ist, in dem sich das Garn verfangen kann, und eben, dass er so hübsch aussieht. 🙂

Mein guter Vorsatz für 2021…

… ist, keine Vorsätze zu haben. 🥳

Ich weiß nicht, wie lange ich dieses Spielchen jetzt mitgemacht habe… Jedes Jahr habe ich mir überlegt, was ich gerne machen würde, was ich realistischerweise schaffen könnte, habe mir zig wohlmeinende Artikel im Netz zum Thema Vorsätze, Listen, Pläne, neue Gewohnheiten etc. pp. durchgelesen, und was davon hat funktioniert? Nix, nada, nothing, niente. Keiner davon, jemals, unter keinen Umständen, mit oder ohne Pandemie.

Also weg damit. Keine toten Pferde mehr ab jetzt.

Ab jetzt nehme ich jeden Tag so, wie er kommt und gucke, was ich machen möchte. Willkommen im Jetzt. Wer macht mit? 😌

Katz- und Maus-Jagd für das Geld…

Ich bin immer noch ganz entzückt über mein neuestes Werk; diese süße kleine Geldbörse!

Die handliche Größe ist genau richtig. Der Reißverschluss, auch für das Kleingeldfach im Inneren, macht sie „auslaufsicher“. Die Verarbeitung sieht auch innen absolut sauber aus (meine krummen Außen-Nähte bitte ignorieren; Korkstoff ist nicht ganz so einfach zu nähen). Und, meine Lieblings-Eigenschaft für Taschen, sie hat soooo viele Innenfächer! 😍

Dabei habe ich schon ein Element mit Kartenfächern weggelassen! – Es gibt ja zigtausend Taschen-Schnittmuster auf dem Markt; aber egal, wie schön sie von außen aussehen, für mich ist es ganz wichtig, dass ich genug Innenfächer und -taschen habe, damit nicht alles unsortiert darin herum fliegt. (Buchhalterin halt…) Dann habe ich vor zwei Jahren zuerst „Machwerk“ entdeckt, und war so begeistert von der Dany-Handtasche! Und jetzt habe ich dieses Hansedelli-Schnittmuster ausprobiert, die „Little Mynta“, und bin ebenso begeistert!

Die Schnitte sind nichts für blutige Anfänger; würde ich sagen. Obwohl sich die Anleitung redliche Mühe gibt, wirklich jeden mit jeder Frage an die Hand zu nehmen! Die vielen Teile und die zig Arbeitsschritte machen dies aber zu Werken, die nichts für die Leute von der Schnell-schnell-Fraktion sind, oder von der Ich-lese-nie-Anleitungen-Sorte. Denn lesen muss man hier viel, und einiges beachten. Da es mehrere Optionen gibt, was die Außengestaltung oder die Zahl der Innenfächer angeht, muss man zu Beginn auch ein paar eigene Entscheidungen treffen, was sich wiederum auf die Anzahl der Schnitt-Teile und die zu befolgenden Arbeitsschritte auswirkt. Aber wer eine kleine Herausforderung sucht, und dabei mal keine Lust auf Passform-Änderungen hat, ist hier genau richtig aufgehoben.

Als überzeugte Burda-Näherin und Vertraute mit dem Fachchinesisch des Nähens finde ich manche Schritte sogar zu ausführlich beschrieben. Wenn zum Beispiel ein Teil erst neben ein anderes Teil gelegt wird, dann im nächsten Bild umgedreht wird, dann im nächsten Bild auf das andere Teil gelegt wird… Da könnte man auch kürzer sagen „links auf rechts annähen“, denke ich mir. Aber nicht jeder weiß, was damit gemeint ist, und ich kann mir die Schritte dann „rück-übersetzen“ in die mir eher vertraute Fach-Sprache; auch gut.

Immer noch beeindruckt bin ich von der Konstruktion. Die vielen Arbeitsschritte, mit Hilfs-Nähten und den Reißverschluss-Endstücken aus Stoff, sorgen wirklich für eine ausnehmend saubere Innenverarbeitung. Damit muss man sich nicht vor gekauften Teilen verstecken. Hier der Beweis:

Ich habe testweise mal ein paar Scheine, Münzen und Karten eingefüllt, damit ihr einen Eindruck von der aktiven Verwendung bekommt:

Und weil auch ein schöner Rücken entzücken kann, hier noch ein Foto von der „Rückseite“:

Der Korkstoff stammt von Zic‘n‘Zac in Essen; Aufnäher und Webband sind von der Weberei Kafka (allerdings schon vor zig Jahren gekauft und inzwischen nicht mehr erhältlich). Die Endlos-Reißverschlüsse habe ich bei machwerk gekauft. Woher ich die grünen Innenstoffe habe, weiß ich gar nicht mehr… (untypisch für mich).

Ich überlege, noch zwei weitere Exemplare zu nähen; eines als aktives Portemonnaie, und ein weiteres nur für die zahlreichen Kundenkarten, die sich so ansammeln und unnötig die reguläre Geldbörse verstopfen. Dieses hübsche Exemplar geht jetzt nämlich als kleine Überraschung auf die Reise… 😘

Ich ziehe meinen Hut…

… und verneige mich ehrfürchtig vor Hansedelli aka Lisa Kienzle und ihrem Team!

Ich war auf der Suche nach einem hübschen Portemonnaie und bin beim googlen natürlich sehr schnell auf ihre Seite gekommen. Die Website kannte ich zwar schon lange, gekauft hatte ich bislang aber noch nichts. Die hübschen und einfallsreichen Taschen hatte ich schon sehr oft bewundert, aber da meine Taschen immer jahrelang in Benutzung sind, benötige ich selten eine neue Anleitung. Aber jetzt war es endlich soweit!

Die neue „Little Mynta“ schien alle meine Anforderungen zu erfüllen – und noch einige mehr. Denn ursprünglich wollte ich ein eher einfaches Teil, vielleicht mit ein oder zwei Fächern, mehr nicht. Und die Originalversion hat alleine schon elf Innenfächer! Und wer will, kann noch ein weiteres RV-Außenfach hinzufügen…

Aber nachdem ich mir die Designbeispiele mehrfach genau angeschaut hatte, war es um mich geschehen – auf zahlreiche Innentaschen reagiere ich ähnlich wie auf einen Apothekerschrank, Schreibwarenläden oder die Vorratsbehälter-Abteilung bei Ikea; da setzt das rationale Denken einfach aus… 😁

Die Anleitung schüchterte mich dann zunächst wieder etwas ein – 53 Seiten, ernsthaft?! Neun Schnitt-Teile, jeweils doppelt oder dreifach zuzuschneiden, plus diverse Bügel-Einlagen. Uff. Alleine das Ausschneiden, Zuschneiden und Vlies aufbügeln hat drei Abende in Anspruch genommen; wobei das sicher auch schneller geht. Aber ich gehe gerne Schritt für Schritt in Ruhe vor, und ein bisschen Schlaf brauche ich auch. 😉

Die extrem genaue Anleitung hat mich dann auch wieder beruhigt. Die Einleitung enthält wichtige Informationen über die später verwendeten Begriffe, das richtige Ausdrucken, eine genaue Materialliste mit Hinweisen zu Online-Shops, Empfehlungen für geeignete Vliese, eine ausführliche Zuschnitt-Liste sowie ein Welches-Teil-ist-später-wo, das ich sehr nützlich fand. Und hey, eine genaue Anleitung, wie man den Schieber auf einen Endlos-Reißverschluss aufzieht, gibt es auch noch dazu; für jeden, der davor bislang noch Respekt hatte. Erst auf Seite 10 geht es dann tatsächlich mit dem Nähen los.

Endgültig um mich geschehen war es dann beim Anfertigen von Teil 9, dem Münzfach mit Reißverschluss. Mein räumliches Vorstellungsvermögen ist allenfalls durchschnittlich ausgeprägt, und diese extrem ausgeklügelte Konstruktion hatte ich noch nie gesehen. Ich wusste praktisch nie, was genau ich da eigentlich tue und wie das später mal eine kleine Tasche ergeben soll. Sehr oft habe ich erstmal provisorisch geheftet, um sicher zu gehen, dass es genauso aussieht wie in der Anleitung, und dass ich später nicht wieder auftrennen muss. (Hat nicht immer funktioniert…) Zwei Abende habe ich alleine für dieses Element benötigt – da habe ich so manches T-Shirt schon schneller genäht! Aber die Arbeit hat sich gelohnt, wie ich finde – seht selbst!

Eine komplett gefütterte kleine Tasche mit Reißverschluss, sämtliche Nahtzugaben und RV-Bänder komplett innenliegend, mit kontrast-farbenem Stopper und sauber abgesteppter Falte für die Mehrweite. Das könnte man schon als eigenständige Anleitung für das gleiche Geld verkaufen, ohne sie überteuert zu nennen!

Ich finde, das ist ein großartiges Beispiel für gelungene Ingenieurs-Kunst! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man sich so etwas vorstellen und dann anfertigen kann. Ganz zu schweigen von den zigfachen Stunden, die das Schreiben und Fotografieren dieser extrem ausführlichen Anleitung gekostet haben müssen. Ganz großes Kino, wirklich! Lasse sich keiner täuschen von der harmlosen Außenansicht! (Die krummen Nähte habe alleine ich zu verschulden.)

Ich bin sehr gespannt, ob ich den Rest der Teile genauso gut hinbekomme und ob und wie das ganze am Ende eine komplette und funktionierende Geldbörse ergeben wird. Ich werde euch auf dem Laufenden halten… 🙂

Kleiner Glücksbringer

Dass Handarbeit glücklich macht und gesund ist, brauche ich den Lesern dieses blogs ja nicht zu erzählen. Alle anderen gucken hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier… ihr versteht schon, nicht? 😉

Und obwohl ich diese Tatsache bezeugen kann, kann ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal an der Nähmaschine gesessen habe. Mein blog verrät mir aber, dass es im Januar gewesen sein muss, als ich einen neuen Untersetzer für mein Tee-Stövchen genäht habe.

Jetzt war es wieder soweit, weil das Schlüsselband für meinen Büroschlüssel den Geist aufgegeben hat. Pure Notwendigkeit also, auf die ich mich trotzdem gefreut habe, weil ich genau weiß, dass ich danach immer bessere Laune habe. 🙂

Dank meiner umfangreichen Vorräte *hüstel* war schnell ein hübsches Band gefunden, dazu ein passender „Ring“, der sich sogar aufschrauben lässt. Hilfreich!

(Weiß jemand, wie sich diese Art von „abgeflachtem Ring“ in professionell nennt?! Ich weiß nicht mehr, wo ich dieses Teil her habe, finde es aber ganz interessant.)

Mein erster Versuch, das gestreifte Band auf eine blaue Samtborte aufzunähen, ist fehlgeschlagen, weil das gestreifte Band sich auf dem Samt so wild verschoben hat, dass das einfach nur verboten aussah. Also alles wieder aufgetrennt. Dann habe ich zwei Lagen des Bandes plus eine Schlaufe daraus zusammen genäht und das Ganze vorher mit Pritt-Stift ein wenig fixiert. Mein Wondertape ist verschwunden, das bekomme ich hoffentlich online nach. Klebestift geht aber auch sehr gut – sparsam verwenden!

Jetzt gefällt es mir sehr viel besser, und meine Nählust ist auch wieder geweckt. Zeit dazu haben viele von uns ja gerade ausreichend… Bleibt gesund, und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Sternchen

Eigentlich wäre dies der richtige Zeitpunkt für einen Jahresrückblick, aber jetzt gerade gucke ich lieber nach vorne.

Mein monatlicher Nähtreff ist ausgefallen, ich hatte mich aber schon darauf vorbereitet und die Zutaten für ein kleines Projekt herausgelegt. Also habe ich das heute alleine zu Hause genäht. Und das war auch gut so, denn mein lautes Fluchen wäre vielleicht in größerer Runde nicht so gut angekommen…

Was soll ich sagen, Patchwork und ich werden in diesem Leben wohl keine innigen Freunde mehr. So viele Fehler wie heute bei diesem kleinen Teil habe ich lange nicht mehr gemacht. Teile falsch gespiegelt zugeschnitten, zu klein, zu weit eingeschnitten – so ziemlich alle Fehler, die man beim paper piecing machen kann, habe ich mitgenommen. Vermutlich müsste ich das einfach öfter machen (oder nicht parallel drei neue Kochrezepte ausprobieren), aber ich nähe mir lieber Kleidung. Sofern man nicht gerade ein Korsett näht, kommt es dabei nämlich nicht immer so auf den Millimeter an. 😉

Jetzt ist der neue Untersetzer für die Teekanne jedenfalls fast fertig; nur das Binding fehlt noch; das mache ich morgen.

Der letzte Untersetzer hat fast zwölf Jahre durchgehalten; den hatte ich im Juni 2007 genäht. (Wer mal gucken will: hier, an Platz Nr. 19.) Ich hoffe, dieser hält auch noch mal so lange; dann hat sich die Mühe wenigstens gelohnt.

Wie man sieht, habe ich eine Schwäche für Sternchen. Ach was, Schwäche, ich lieeeebe Sternchen. Dass man davon sonst keine in meiner Wohnung sieht, außer zu Weihnachten, ist meiner Deko-Phobie geschuldet und der Tatsache, dass sich diese Form nur schwer für eine praktische Anwendung eignet. (Möglicherweise mag ich sie deshalb so? Oder weil sie so extrovertiert wirkt?)

Ich hatte zunächst mit diesem sternförmigen Untersetzer von pattydoo geliebäugelt, aber da das Stövchen rund ist, wollte ich nicht soviel Platz verschenken. Wie ihr seht, unpraktische Form. Auf der Suche nach weiteren Sternen bin ich dann auf diese informative Seite gestoßen: FieldGuidetoQuilts.com – eine Art Bestimmungs-Seite für Patchwork-Blöcke. Ausgehend von den Grundformen kann man dort nach „seinem“ Block suchen; für einige gibt es auch druckfertige, kostenlose Vorlagen. Dort habe ich unter anderem gelernt, dass es Sterne mit einer inneren Spitze gibt, und Sterne mit einem innen liegenden Patch, also einer Mitte ohne Stelle, wo alle Nähte zusammen laufen – wer hätte es gedacht?! Außerdem gibt es dort historische Informationen über die erstmalige Veröffentlichung eines Blocks und die verschiedenen Namen, unter denen er im Laufe der Zeit noch veröffentlicht wurde. Hochinteressant! In solchen Seiten kann ich mich ja stundenlang verlieren.

Dann hatte ich mein Herz aber an dieses Motiv verloren, eine Variation des pinwheel / Windrads, fand aber gestern Abend keine kostenfreie Druckvorlage mehr. Ich stöberte zunächst bei meiner Lieblings-Seite für Patchwork-Blöcke, QuiltersCache.com, wurde dort aber auch nicht fündig. Also habe ich mir das Bild ausgedruckt und auf Transparent-Papier abgemalt.

Nach dem Nähen habe ich gerade überlegt, ob ich die Oberfläche mit einer aufbügelbaren Folie vor Wachsflecken schützen soll. Ich habe solche Folie in transparent und matt und hatte mal geplant, sie für Taschen oder ähnliches zu verwenden. Aber der Bügeltest gerade hat ergeben, dass der Stoff dadurch sehr, sehr steif wird; das gefällt mir nicht so gut. Und eine zu rutschige Oberfläche ist auch kontraproduktiv bei einem Untersetzer, auf dem ein Stövchen mit Kerze steht. Also bleibt es bei dem Risiko. Wachsflecken bügele ich immer mit Küchenrolle darüber weg, so gut es geht, und ansonsten kommt der Untersetzer gelegentlich in die Waschmaschine. Aber der größte „Schaden“ an dem alten Untersetzer ist eigentlich nur das Ausbleichen durch die Sonneneinstrahlung; deswegen tausche ich den jetzt aus. Die Farben sind nach fast zwölf Jahren nicht mehr so schön leuchtend wie einst.

Das neue Jahr kann jedenfalls so weitergehen, aber gerne mit etwas mehr Kleidung. 🙂

Zu viele Ideen…

… zu wenig Zeit.

So sieht es aus, wenn man das ganze Jahr über Ideen gesammelt hat, in der Hoffnung, die ganz bald umzusetzen, aber dann doch zu nichts kaum was gekommen ist.

Unmengen von unsortierten Schnittmuster-Teilen; einige noch nicht einmal ausgeschnitten. Rudimentäre Beschriftungen, wenn überhaupt; die Anleitung weit verstreut, wenn überhaupt vorhanden, oder nur digital gespeichert.

Ich bin unter normalen Umständen sehr sorgfältig darin, alles zu beschriften, beieinander zu halten und sortiert abzulegen, aber wenn ich zu wenig Zeit und Ruhe habe, kommt so etwas dabei heraus. Hmpf… So kann man auch einen Sonntag verbringen.

Vor Jahresende kehrt hier wieder Ordnung ein, jawoll! Ich kann so nicht arbeiten, ganz buchstäblich. Kreatives Chaos ist was anderes; das hier ist einfach nur Unordnung. – Dass ersteres existiert, bezweifle ich ja ohnehin. Entweder, man findet sich zurecht und findet auf Anhieb alles, was man sucht; dann ist es für mich kein Chaos, sondern nur ein unorthodoxes System. Wenn man sich nicht zurechtfindet und nicht sofort das findet, was man braucht, ist es einfach Chaos, vulgo Unordnung. Und für gewisse Dinge, wie einen Stoff auf einem Tisch zuzuschneiden, braucht man nun mal leere Fläche und Platz auf dem Boden drumherum; da beißt die Maus keinen Faden ab. Also auf in den Kampf gegen die fortgeschrittene Entropie!

1001 Pullover…

… lautet der Titel des heute besprochenen Buches nicht, und das wäre auch eine gelinde Untertreibung. Über 70.000 Varianten verspricht der Störer auf dem Titel von „Dein Pullover-Design“ und das kommt schon eher hin!

Werden hier doch vier Körperformen, drei Ärmelformen, drei Ärmellängen, zwei Ausschnittformen, fünf Halsbündchen, acht Ärmelbündchen-Muster sowie 16 Strickmuster (darunter Rechts-Links-Muster, Jacquard, Lace, Zöpfe) angeboten. Uff!

Dazu kommen noch weitere Abwandlungen, wie zB Streifenmuster, oder auch die Jackenform oder ein seitlich geknöpfter Poncho.

Mehr als genug Variationen also, um für jedes Alter, jeden Geschmack und jeden Anlass etwas zu finden

Das Prinzip des Buches wird in der Gebrauchsanweisung zu Beginn vorgestellt: Man sucht sich Schritt für Schritt aus den Variationen das gewünschte aus, und kann diese dann einfach nacheinander abarbeiten.

Dieses Konzept kenne ich schon aus dem „Genialen Socken-Workshop“-Buch und finde es sowohl für Anfänger wie auch bereits Fortgeschrittene gut geeignet.

Damit man nicht vergisst, was man sich ausgesucht hat und das Buch nicht mit tausend Eselsohren verunstalten muss, gibt es sogar ein Formular zum Zusammenstellen der gewünschten Kombination als Kopiervorlage im Buch und zum Download auf der Verlags-Website – hervorragende Idee!

Zu Beginn des Buches werden die möglichen Variationen vorgestellt: Gerade geschnittener Körper, Oversize, A-Linie, tailliert. Rundhals-Ausschnitt in den Versionen mit Bündchen, Rollrand, Rolli oder Stehkragen, oder V-Ausschnitt. Gerade angesetzter, überschnittener Ärmel, Armkugel, Raglan und Oversize-Ärmel. Diverse Ärmellängen (wobei man die ja einfach selbst ändern kann).

Danach folgen je vier Mustervorschläge aus rechten/linken Maschen, Jacquard, Lace und Zöpfen.

Um die Bandbreite der Variationen zu zeigen, gibt es dann 24 ausformulierte „Rezeptvorschläge“ in verschiedenen Kombinationen. Oder man stellt sich eben mit Hilfe des Formulars seine ganz individuelle Kombination zusammen. Nicht ganz einfach bei der Qual der Wahl! Auf meiner persönlichen Wunschliste sind sofort mehr Modelle gelandet, als ich in den nächsten fünf Jahren stricken könnte… 😉

Einen kleinen Grundkurs im Stricken gibt es zum Schluss. Dort sind die grundlegenden Techniken (Anschlagen, Abketten, rechte und linke Maschen, Abnehmen, Zunehmen, Zusammennähen) erklärt. Die Techniken für Zöpfe, Lace und Jacquard werden nicht erklärt; das würde den Rahmen des Buches wohl sprengen. Ganz blutige Anfänger müssen sich diese Informationen also anderswo im Netz suchen, was heutzutage ja gottseidank kein Problem mehr ist.

Einziges weiteres Manko: Das vorgegebene Größenspektrum reicht von Gr. 36 bis 46. Mit Hilfe einer Maschenprobe und dem Dreisatz könnte man aber die Anleitungen auch auf andere Größen umrechnen. Das wird im Buch leider nicht erklärt.

Für alle Modelle wurde das gleiche Garn verwendet; Schachenmayer Merino extrafine, verstrickt mit der Nadelstärke 3,5 bis 4. Natürlich kann man auch jedes andere Garn mit einer passenden MaPro verwenden; gerade in dieser Nadelstärke und Qualität bieten ja alle großen Hersteller etwas an. Auch die farbliche Bandbreite ist hier sehr groß. Dass hier mal keine extra-dicken Garne verwendet werden, wie es so oft in Büchern für Anfänger der Fall ist, finde ich persönlich sehr angenehm. Die Modelle sind damit zeitlos und für verschiedenste Einsatzbereiche, auch für legere Büros, gut geeignet. Die klassischen Muster sind interessant und hübsch, ohne zeitkritisch modisch zu sein.

Sehr gut gefällt mir, dass das Strickteam, das die Modelle angefertigt hat, zum Schluss vorgestellt wird, jeweils mit Foto und persönlichen Dankesworten!

Insgesamt ein zeitloser Klassiker für Anfänger und Fortgeschrittene, mit dem man sich vermutlich jahrzehntelang beschäftigen könnte, ohne dass einem langweilig wird. – Oder man viel Geld bei Ravelry ausgeben muss – ha! 😉

Titel: Dein Pullover-Design. Mit Mix & Match zum neuen Lieblingssweater. Von Rita Maassen. Erschienen im Topp-Verlag, ISBN 978-3-7724-8113-0, € 24,99 (affiliate link)

Achtung, Werbung!

Heute muss ich mal ganz explizit Werbung machen, und zwar für Elke von EllePuls und ihren superkalifragilistischexplialegetisch guten Podcast! 🙂

Ihre Website war mir schon länger ein Begriff, aber da ich kaum Zeit zum Lesen anderer blogs habe, war mir völlig entgangen, dass sie letztes Jahr auch einen podcast gestartet hatte.

Als ich mich im letzten Herbst mal wieder nach dem Thema Stilfindung im Netz umgesehen hatte, dauerte es aber nicht lange, bis ich auf ihren Online-Kurs zu diesem Thema und darüber auch auf ihren podcast gestoßen bin. Und ich war von Anfang an extrem begeistert und bin es immer noch. Sie hat genau die Themen, die ich selbst immer schon mal in einem Näh-Podcast haben wollte, und sie macht es!

Von Anfang an hat sie interessante Interview-Partnerinnen dabei, die aus allen Bereichen kommen, mit denen man als Hobbynäherin so in Berührung kommt. Seien es andere Näh-Bloggerinnen, Schnitt-Designerinnen, Verkäuferinnen aus Stoffläden oder deren Inhaber, Buch-Autorinnen, Stilberaterinnen – aus allen Themenfeldern finden sich nette Menschen zu einem Plausch aus dem Nähkästchen bei Elke ein und es ist nie langweilig.

Auch ihre Solo-Beiträge, die sich meist um das Thema Stilfindung und das Nähen der eigenen Garderobe drehen, sind ebenso unterhaltsam wie interessant. Dass sie diesen Kanal auch als Werbung für ihre Nähcamps und Online-Seminare nutzt, tut dem keinen Abbruch.

Ich selbst höre podcasts fast nur im Auto oder bei den vielen Zugfahrten, die ich so mache. Oder bei der Hausarbeit. Beim Nähen oder Stricken habe ich Schwierigkeiten, einem Beitrag zu folgen, sei es Radio, Hörbuch oder podcast, weil ich irgendwann so in der manuellen Tätigkeit aufgehe, dass ich mich nicht nebenher noch auf etwas ganz anderes konzentrieren kann. Außer bei den ganz einfachen Stricksachen in kraus rechts oder so. Aber ich habe schon von vielen gehört, die das können. Egal, wo und wie ihr zuhört, wenn ihr gerne etwas auf die Ohren bekommt, kann ich Elkes podcast von ganzem Herzen empfehlen!

Ein Anzug für den Lesestoff

Kaum zu glauben, aber in den letzten paar Wochen habe ich tatsächlich drei Teile fertig genäht. Gut, zwei davon waren „nur“ Accessoires. Das erste zeige ich euch heute, eine flexible Buchhülle.

Ich lese ja viel in der Bahn beim Pendeln, und wenn ich in den Öffis einen Sitzplatz bekomme oder beim Bahnfahren Lust dazu habe, darf es auch mal ein schweres Papierbuch sein. 😉

Damit die Ecken und Kanten der Taschenbücher nicht so leiden, hatte ich schon länger die Idee, mir dafür eine Buchhülle zu nähen. (Okay, und manchmal will auch einfach nicht, dass alle mitbekommen, was ich da lese.) Nur die Faulheit hatte mich bislang daran gehindert, mir dafür einen Schnitt zu machen oder besser, mir die geschickteste Näh-Reihenfolge zu überlegen, denn für ein Rechteck brauche ich ansonsten keinen Schnitt.

Als ich mir dann für mein Sommer-Urlaubs-Kleid die Pattydoo-Schnitte anschaute, stolperte ich dort über eine flexible Buchhülle, mit Lesezeichen und Verschluss. Und mit Video-Nähanleitung. Perfekt – jemand anders hatte sich die Mühe gemacht und war sogar so freundlich, das alles kostenlos zur Verfügung zu stellen!

Zugeschnitten und genäht habe ich das Teil dann auf unserem Nähtreffen in der Hamburger Innenstadt im Oktober und seitdem war sie auch schon ein paar mal im Einsatz.

Stoff, Bindeband und Satinband für das Lesezeichen sind aus meinem Bestand, also qualifiziert sich das Teil sogar noch für meinen UWYH.

Besonders gut gefällt mir die variable Breite, so dass dicke wie dünne Taschenbücher in Standardhöhe immer gleich gut geschützt sind:

Die hintere Umschlagklappe ist verlängert und kann mit Hilfe der Lasche hinten innen eingesteckt und auf die richtige Länge gebracht werden. Cool!

Die Video-Anleitung war, wie schon bei meinem ersten Teil, sehr gut gemacht und gut verständlich, und der Schnitt fehlerlos. Kann ich sehr empfehlen!

Ich überlege, mir noch eine weitere Version mit einem flexiblen Verschluss ohne Gebaumel zu machen. Aber ein Klettverschluss, bei dem nicht jedesmal der ganze Klett abgedeckt wird beim Schließen könnte sich leicht mit Flusen und Staub zusetzen. Ein flacher Magnetverschluss ist nicht variabel zu machen (oder doch?) – Ideen?

Ich sehe gerade, dass Patty auch eine Anleitung für einen, wie ich finde, sehr tollen Adventskalender anbietet. Ist jetzt schon ein bisschen spät, aber falls ich mal einen brauchen sollte, würde ich den nehmen: Stylischer Adventskalender von Pattydoo. Mit Reißverschlüssen – ist die Frau nicht einfach genial?!