Ein bisschen Beute…

Stoffmarkt-Beute Herbst 2021

Nach langer Zeit mal wieder auf einem Stoffmarkt gewesen. Wobei, ich glaube, ich war auch letztes Jahr noch auf einem; das war schon zu Corona-Zeiten, meine ich. Oder…?

Jedenfalls, es war mal wieder schön, durch so ein Angebot zu schlendern. Der kürzlich erst geänderte Ort, der Schwarzenbergplatz in Harburg, liegt sehr schön umgeben von Bäumen, auf einer (etwas steinigen) Wiese und ist sehr groß. Zwischen den Gängen gab es sehr viel Platz; direkt an den Ständen gab es teilweise natürlich Gedrängel, so dass an das Einhalten des offiziell empfohlenen Abstands natürlich nicht zu denken war. Aber mit Maskenpflicht (und geimpft) war ich da trotzdem sehr entspannt. Es war auch nicht so supervoll, wie sonst oft vor Corona, nach meinem Empfinden.

Die Wiese stellt allerdings wohl ein Hindernis dar für Menschen, die auf Rollator oder Stöcke angewiesen sind, geschweige denn einen Rollstuhl. Ich habe auch einige Damen mit sehr großen Rollkoffern gesehen; die habe ich auf dem Untergrund auch nicht beneidet – höchstens um ihr Budget. 😉 Das wäre auf Asphalt, wie sonst meist, bestimmt deutlich einfacher. Ich selbst war aber angenehm überrascht, wie groß und schön der Platz ist. Definitiv großzügiger als der zuerst geplante Standort direkt am Harburger Rathausplatz.

Ein weiterer kleiner Mangel ist das Fehlen von Cafés in unmittelbarer Nähe. Das „Kaiserlich“ machte eigentlich erst um 16 Uhr auf. Aber dank des selbstlosen Einsatzes einer anderen Hobbyschneiderin – vielen Dank! – bekamen wir dort, trotz einer geschossenen Gesellschaft ab mittags, einen Tisch! Das war sehr schön, nach zwei Stunden schlendern und ein bisschen schleppen, sich gemütlich hinsetzen zu können. Und wenn das Essen dann noch so gut und die Bedienung so nett ist wie im „Kaiserlich“, ist alles perfekt! 🙂

Wir haben dann zu dritt mindestens genauso lange gequatscht, wie wir vorher über den Markt gelaufen sind, aber mit gemeinsamen Hobbies gehen einem die Gesprächsthemen ja auch nicht so schnell aus. Das war wirklich herrlich! Ich weiß, dass viele sagen, dass sie durch Corona die soziale Interaktion etwas verlernt haben, und jetzt auch schneller ausgelaugt sind dadurch. Bei mir stelle ich interessanterweise genau das Gegenteil fest – ich fühlte förmlich das Serotonin durch meine Adern fließen! Oder Dopamin, Endorphin, Oxytocin? Egal, ich fand es auf jeden Fall toll!

Ein bisschen Beute habe ich auch gemacht; obwohl ich ja, ganz streng genommen, ähem, nun wirklich nicht noch mehr Stoff bräuchte. Aber irgendwie hat man ja immer nie das im Regal, was man gerade haben will.

Als erstes wanderte der Jeans-Stoff mit Anker-Motiven in meinen Rucksack. Als Quiddje habe ich irgendwie eine irrationale Schwäche für dieses etwas ausgelutschte Motiv. 😉 Am Stand hing ein entzückendes kleines Kleidchen aus diesem Stoff; da war es um mich geschehen. So etwas in der Art schwebt mir auch vor. Es gab dort auch viele interessante bestickte Bordüren-Jeans-Stoffe. Leider waren mir die Motive alle zu blumig und zu romantisch, obwohl ich wirklich wollte, dass mir einer davon gefiele. Aber es war nichts zu machen, leider – nicht mein Stil!

Als nächstes kam der interessante, unterschiedlich gestreifte Leinen-Stoff. Leinen, das nicht uni ist, gibt es nicht so oft, und dann noch so ein schönes Hellblau, genau meins. Der musste mit und wird vielleicht mal irgendwann eine Tunika, Bluse oder ein – sehr kurzes? – Kleid – ich habe mir nur anderthalb Meter gegönnt.

Jerseys gibt es auf diesen Stoffmärkten ja im Überfluss, aber die meisten davon nur mit niedlichen Kinder-Motiven. Und sehr oft als Halbmeter-Coupon. Oder extremst florale, meist auch sehr dunkle Motive (wem stehen solche Muster eigentlich wirklich?!). Oder Unis, die man sowieso überall bekommt Der türkise Jersey mit den Punkten ist leider auch nur ein halber Meter, aber in 1,45 m Breite. Davon bekomme ich mit Stückeln vermutlich einen meiner Lieblings-Schnitte heraus, der sowieso eine Quer-Teilung unter der Brust hat; mal sehen. Es gab leider nur noch diesen einen Coupon, aber wird schon schief gehen.

Lange gesucht habe ich für den letzten Stoff – ich wollte so gerne noch einen schönen Strick-Jaquard für ein herbstliches Kleid nach einem bewährten Schnitt. Leider sagten mir sämtliche Farben, die ich gefunden habe, nicht so zu. Klare Farben in mittlerer Intensität sind so super schwer zu finden; es ist wirklich ein Kreuz! Die meisten sind zu gedeckt. Ich stand sehr lange vor zwei Stoffen in Blau-Tönen, die mir aber auch zu gedeckt waren, also habe ich mich nach langem Ringen dagegen entschieden. Dann, schon auf dem Weg nach draußen, bin ich doch noch mal einen Gang entlang, weil ich noch Zeit hatte – und da lag er! Ein Jaquard in einem schönen Türkis – hurra! Auf dem Foto sieht er ein wenig grüner aus, als er wirklich ist, glaube ich.

Außerdem habe ich noch drei Rollen Ovi-Garn in verschiedenen Lila-Tönen mitgenommen. Bei meiner letzten Farbberatung war Lila eine der Überraschungen, und ich taste mich da gerade heran. Dazu ein Kork mit lila glänzenden Einsprengseln und ein Stück Kunstleder in so einer Art – hm, pink…? Auf dem Markt fand ich die Farbe irgendwie ansprechender als jetzt auf dem Foto, komisch. Die sind beide für Taschen.

Und dann noch ein Strickbündchen, das ich vielleicht für ein Polo-Kleid aus einem dunkelblauen Polo-Piqué verwenden kann. Es gab mehrere Stände mit wirklich sehr schönen Bündchen dort, und ich war sehr in Versuchung, einfach auf gut Glück welche mitzunehmen. Aber eingedenk meiner nicht verarbeiteten Kurzwaren-Bestände, habe ich dann doch erstmal nur eines gekauft, und mir statt dessen Flyer von den Ständen mitgenommen. Mal gucken, ob die auch alle einen Online-Shop haben, bei Bedarf. 😉

Die Waschmaschine läuft bereits. Aber bevor ich irgend etwas vernähen kann, muss ich erstmal das Chaos nebenan beseitigen. In meinem Nähzimmer sieht es mal wieder aus, als ob eine Bombe explodiert wäre. Ich trenne mich nämlich gerade von ganz vielen Stoffen… Auf geht‘s!

Ufo, das Erste, in 2021

Ich kann nicht zum dritten Mal den Titel „Was lange währt“ für einen Beitrag verwenden, darum musste ich mir jetzt einen anderen suchen. Aber vielleicht sollte ich mein blog umbenennen oder den Slogan ändern? Ich bin ja nicht gerade die schnellste Näherin vor dem Herrn…

Ewig lange hingezogen hat sich jedenfalls die Fertigstellung dieses lustigen Bildes im Patchwork-Stil. Die Inspiration dazu habe ich vor zig Jahren irgendwo im Internet gefunden. Außer einem Foto vom fertigen Objekt hatte ich allerdings keinerlei Anleitung dazu.

Die eingedellten Quadrate (Fachbegriff?!) waren der leichteste Teil – dazu schneidet man ein Quadrat und einen Kreis mit dem gleichen Durchmesser wie die Quadrate hoch sind. Dann klappt man alle vier, äh, Ecken des Kreis nach innen und appliziert die Kanten des Kreises mit dem Satinstich (breiter Zickzack-Stich mit Stichlänge Knopfloch, also extrem dicht) auf das Quadrat auf. Schon hat man das Eckige ins Runde gebracht.

Die acht Motive mit Schrägstreifen zu verbinden ergab sich als nächster logischer Schritt. Dabei konnte ich gut die unterschiedlichen fertigen Größen ausgleichen, die ich produziert hatte. Dann noch ein leichtes Vlies und ein Rückseitenstoff, und danach der Versuch, die Außenkanten auch noch einmal in 90-Grad-Winkeln mit annähernd gleicher Kantenlänge zu gestalten. Patchwork ist wirklich nicht meine Hauptbegabung; aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen bekomme ich sowas bei Kleidung viel besser hin.

Richtig schwierig war dann der Rahmen drumherum. Schrägstreifen mit doppelter Briefecke war meine Vorstellung. Bei drei Seiten kein Problem. Aber das nicht ausgefüllte Kästchen setzte meinem Ehrgeiz rasch ein Ende. Wie man einen Schrägstreifen „in der Luft stehend“ zu einer Briefecke formt und wie man das Ganze dann auch noch so verstärkt, dass man daran etwas (leichtes) aufhängen kann, das hat mich ziemlich lange blockiert. Da ich bei meinen ersten Versuchen keinen schöne Lösung hinbekommen habe, wanderte das Teil erstmal in die Ufo-Kiste. Und lag dort einige Zeit…

Mein Ziel für dieses Jahr ist es nun, diese Kiste zu leeren, und so setzte ich mich neulich wieder dran. Nach etwa zweieinhalb Stunden konzentrierten Arbeitens hatte ich dann alles so weit hingepfuscht, dass es zumindest von der rechten Seite aus annehmbar aussah.

Dann kam der kleine Kerl an die Reihe, der so gerne Teil der Gruppe sein möchte. Den Körper hatte ich auch schon fertig, fehlten noch die Beinchen und Ärmchen. Der erste Versuch, sehr schmale Schläuche zu nähen, scheiterte; die waren im Verhältnis einfach zu dick. Der zweite Versuch ging etwas besser, nur das Wenden gestaltete sich natürlich sehr mühsam. Schaschlik-Spieß sei Dank war das aber auch irgendwann geschafft. Mit Hilfe einer Rouladen-Nadel und des Schaschlik-Spießes habe ich dann ein bisschen Watte reingestopft. Dann musste ich „nur“ noch die Beine und Arme auf der linken Seite von Hand befestigen, so dass es von rechts unsichtbar ist, und die Arme am Rahmen befestigen. Die Krümmung der Beine, die Schräge des Körpers und die unterschiedlichen Armlängen sind dabei Absicht, um die Bewegung einer solchen Aktion glaubhafter darzustellen. Wenn das alles gerade runter hängen würde, hätte es nicht halb so viel Ausdruck. Das brauchte auch mehrere Anläufe. Auch mit der Position und dem Annähen der Knopf-Augen habe ich experimentiert; die kleinen Vier-Loch-Blusenknöpfe habe ich dann schräg von links unten nach rechts oben durch zwei Löcher aufgenäht (das ist auf dem Foto schlecht sichtbar), um so einen Blick nach oben zu suggerieren.

Nächste Herausforderung: Ich hatte vergessen, eine Halterung zum Aufhängen einzuplanen. Schon wieder stand ich da in meinem zu kurzen Hemd… Ich habe dann zum Aufhängen einen „unsichtbaren“ (durchsichtigen) Nylonfaden links und rechts innen direkt unter der Einfassung befestig, genauso lang wie das Bild selbst. (Wer schon mal versucht hat, mit diesen Fäden zu nähen, weiß, wie spaßig das ist.) Beim ersten Versuch, das Bild aufzuhängen, schlug dann natürlich wieder die Physik zu, und der weiche Stoff bog sich nach innen durch. Die kann einen aber auch nerven, diese blöde Physik… Also baute ich noch eine Verstärkung ein, indem ich einen Schaschlik-Spieß auf die Breite des Bildes kürzte und innen oben direkt unter der Einfassung mit Handstichen eingeschlagen annähte. Uff, geschafft!

Insgesamt bin ich jetzt mit dem Ergebnis sehr, sehr zufrieden. 🙂 Der kleine Kerl hängt natürlich am Eingang zu meinem Nähzimmer.

Jetzt habe ich noch ca. 10 andere Ufos in dieser Kiste. Also etwa eines pro Monat. Haha, Scherz. Hoffe ich…

Telestia / fashionexpress 2

Bild von Keith Johnston auf Pixabay

Link zum ersten Teil dieser Reihe: hier klicken!

Inzwischen habe ich mir die ersten paar Lektionen des Kurses zum Thema Schnittkonstruktion angeschaut. Zuerst wird das Material erklärt. Zum einen die zugeschickten, speziellen Lineale. Diese enthalten viele vorgefertigte Kurven, zum Beispiel für das Zeichnen von Hals- und Armausschnitten, Hüftkurven, Seitenlinien etc.. Daneben gibt es Lineale, um leichter parallele Linien oder 45-Grad-Winkel zu zeichnen, Knopflöcher zu markieren oder ähnliches. Vergleichbare Lineale kann man im einschlägigen Fachhandel oder im Künstlerbedarf kaufen, aber hier bekommt man alle auf einen Schlag, und einige enthalten nette Gimmicks, die für die Zukunft sehr interessant aussehen.

Dann braucht man natürlich noch Material zum Konstruieren und Nähen, wie z.B. geeignete Scheren, Markierwerkzeuge, Garn, Nadeln etc. Wer sich bislang noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt hat, bekommt damit so etwas wie eine Einkaufsliste.

Pro-Tipp: Die erwähnte Knipszange findet man online auch unter dem Begriff Kerbzange oder Kerbschnittzange oder auf englisch als „pattern notcher“.

Danach geht es weiter mit den Maßen, die man abnehmen muss, wo genau diese am Körper abgenommen werden müssen und was dabei zu beachten ist. Neben einer Blanko-Tabelle für die eigenen Maße gibt es noch mehrere vorgefertigte Tabellen zum Üben. Es wird nicht explizit gesagt, aber ich würde davon ausgehen, dass man mehr lernt, desto mehr dieser Tabellen man für die folgenden Konstruktionen verwendet. Vielleicht ist es im Einzelfall sogar leichter, wenn man erst einmal die vorgegebenen Tabellen benutzt, weil diese relativ nah am Standard sind, bevor man mit der eigenen, individuellen Figur loslegt?

In der Lektion A11, Einfacher Oberteil-Grundschnitt ohne Abnäher, sieht man zunächst zwei Grafiken vom fertigen Schnitt, mit der Beschriftung „Full Mode“ und „Preview Mode“. Um die Anleitung dazu zu sehen, muss man auf eine der beiden Grafiken klicken. Einen inhaltlichen Unterschied zwischen den beiden Modi konnte ich nicht feststellen. Aber das mag an meinem mobilen Gerät liegen (iPad)…?

Durch das Anklicken kommt man zu einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Durchklicken. Die Buttons zum Durchklicken befinden sich hier rechts vom Bildschirm, und es gibt mehr Funktionen als bislang in den ersten Lektionen. Die GUI ist nicht ganz konsequent; ein bisschen Neugier und keine Scheu vor’m Ausprobieren sind definitiv notwendig, um sich zurecht zu finden. Ich bin zwar kein „digital native“, aber gottseidank erfahren und furchtlos genug dafür. 😉 – Und wenn man sich mal verläuft, kann man über den „Verlauf“-Button jederzeit einsehen, wo man zuletzt war und wo es weiter geht.

Unterhalb der Schritt-für-Schritt-Anleitung findet sich auch ein Video dazu, zusammen mit den vorher bereits erwähnten Übungs-Tabellen mit verschiedenen Größen. Leider wollen meine Videos heute in sämtlichen angeschauten Lektionen gar nicht starten, trotz F5, Browser schließen und öffnen und anderer Versuche… Keine Ahnung, woran das jetzt liegt. Vielleicht am Göttergatten, der das Netz mit seiner XBox blockiert…? 😉

Diese Lektion ist also die erste, bei der man die Anwendung der besonderen Lineale ganz praktisch gezeigt bekommt. Ich habe das noch nicht nachgeturnt, aber das sieht schon sehr flott und einfach aus; cool! Auf die erste Anwendung freue ich mich jetzt schon, aber wegen anderer Termine werde ich frühestens in zwei Tagen dazu kommen, denke ich! 🙂

Link zum dritten Teil folgt hier, sobald der geschrieben ist. 😉

Meine Reise mit Telestia / fashionexpress (1)

Das Tempo des ersten Monats mit zwei fertigen Teilen konnte ich im Februar nicht halten, aber immerhin habe ich schon einen weiteren Kleider-Schnitt auf mich angepasst. Der Stoff liegt auch schon fertig gewaschen hier; da ist also alles fertig für den Zuschnitt. Ein zweiter Kleider-Schnitt ist auch schon größtenteils angepasst; da zögere ich noch, weil ich nicht weiß, ob der Stil für mich passend ist. Aber der ausgesuchte Stoff ist ein Traum…

Generell wird das Nähen in den nächsten Monaten aber vielleicht erstmal zu kurz kommen, weil ich mich dazu entschlossen habe, die Schnittkonstruktion endlich mal von der Pike auf zu lernen, yay! Ich hatte zwar vor Jahren mal einen Mini-Kurs (nach Müller & Sohn, zwei Wochenenden oder so) besucht und es stehen auch zig Bücher zum Thema Grund- und Modell-Schnitte konstruieren hier in meiner kleinen (naja…) Bibliothek.

Aber immer wieder stoße ich bei der Umsetzung von Ideen auf Probleme, die mir meine Bücher mit den Standard-Vorgehen nicht lösen können, und auch die Möglichkeit für qualifiziertes Feedback fehlt natürlich. – Mein Näh-Forum ist da zwar extrem hilfreich, aber es wäre schon toll, selbst mehr Wissen darüber zu haben.

Meine eigenen körperlichen Abweichungen vom Standard kenne ich inzwischen zwar, aber bei der Umsetzung von Kleidung für andere Personen stoße ich auch auf bislang unbekannte Probleme.

Und zum Konstruieren gibt es zwar viele hilfreiche Software, die mir auch für andere Personen einen ganz gut passenden Schnitt mit deren Körpermaßen erstellen kann. Aber auch die beste Software ist nur so gut wie ihre Algorithmen, und die kenne ich im Zweifel nicht, und dann muss ich sowieso am lebenden Modell wieder anpassen, was mich oft wieder vor Probleme stellt.

Daher freue ich mich sehr, nun mal alles „von vorne“ zu lernen, für Frauen, Männer und Kinder. Vor ein paar Wochen bin ich bei Facebook auf die Werbung von fashionexpress/Telestia gestoßen. Die kannte ich schon dem Namen nach aus meinem Forum und hatte mir die Website auch schon mal angeschaut. Aber irgendwie hat man ja immer wichtigeres anderes zu tun… Bis jetzt. Seit einem Jahr *seufz* habe ich soviel Zeit wie lange nicht mehr. Der Preis ist auch immer eine Hürde gewesen, aber gerade gibt es ein Sonderangebot. Perfekt.

Nach dem Gruppen-Webinar wurden meine letzten Fragen dann in einem Zoom-Call mit der Gründerin selbst geklärt. Liane war so freundlich, sich eine weitere halbe Stunde Zeit nur für mich zu nehmen und ich konnte meine ganzen Detailfragen anbringen, die zu meiner Zufriedenheit beantwortet wurden. Was für ein toller Service! Also habe ich mich nach etwas Überlegen dazu entschieden, das Wagnis einzugehen. Meine Situation war selten so perfekt wie jetzt für so etwas. Keine weiteren Ausflüchte mehr möglich…

Angemeldet habe ich mich also für den „Schnittkonstruktion Online-Kurs“.

Der Kurs findet rein online statt; das ist nicht nur jetzt gerade perfekt für mein Leben. Die Lektionen müssen nach und nach angeschaut/gelesen/gemacht werden; die nächste Lektion wird immer erst freigeschaltet, wenn man die davor gesehen hat. Dieser logische, didaktische Aufbau kommt mir sehr entgegen; so gehe ich sonst auch vor, wenn ich etwas lernen will. Wildes Rumprobieren liegt mir nicht.

Die Lektionen bestehen aus Text und Bildern; dazu gibt es Videos, ohne Ton. Ich nehme an, das ist einfacher, da das System weltweit vermarktet wird. In den Filmen, die ich bislang gesehen habe, war durch die visuelle Gestaltung auch immer klar erkennbar, worauf der Fokus liegt; wo man hingucken soll. Wenn beim Lesen eines Textes etwas unklar ist, zeigt das Video, worum es geht. Und wenn das Video unklar ist, kann man sich nochmal den Text dazu anschauen. Oder einfach das Video nochmal abspielen. Ich finde, das ist eine gute Lösung. Ich lerne zwar gerne und gut aus Texten und Bildern, aber diese Kombi ist bei diesem Thema schon extrem hilfreich.

Der Kurs liegt in sechs Sprachen vor – Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Spanisch und Hebräisch. Jedenfalls habe ich auf meiner Profil-Seite diese Sprachen zur Auswahl. Meine Kurs-Texte selbst stehen nur auf Deutsch zur Verfügung, aber ich nehme an, das liegt an meiner Anmeldung hierzulande.

Die Verlaufs-Übersicht zeigt mir, dass mein Kurs aus etwas über 200 einzelnen Lektionen besteht. Auweia, worauf habe ich mich da bloß eingelassen… Ich fühle mich wie am Fuß eines sehr großen Bergs. Aber genau wie bei meiner geführten Alpenüberquerung letztes Jahr geht es hier jetzt einfach Schritt für Schritt voran. Und ich kann sogar meine Pausen machen, wie ich sie möchte. 😁

Es gibt auch ein paar Tests, aber diese dienen primär der Selbstüberprüfung und sind kein Muss. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man sich nach erfolgreich absolviertem Kurs aber ein Zertifikat ausstellen lassen. Und nicht nur eine Absolventin hat sich danach selbständig gemacht, sagt die Werbung, aber das ist ja gar nicht mein Ziel.

Ich werde hier weiter berichten, hoffe ich. Die Motivation ist auf jeden Fall gerade hoch, der Wille ist da. Diese Woche geht es mit dem Vermessen los.

Hilfreicher Tipp des Tages: Wenn die Videos im Kurs nicht starten, einfach mal F5 drücken (refresh der Seite im Browser); danach klappt es wieder. 🙂

Schlag auf Schlag…

… kommen hier die Ergebnisse zustande. Ich bin selbst ganz überrascht von mir. Zwei fertige Teile in einem Monat sind kein schlechter Schnitt!

Als es letztes Jahr losging mit ihr-wisst-schon-was, dachte ich, dass ich in 2020 vermutlich viel Zeit zum Nähen haben würde. Bestimmt hatte ich die auch, aber genutzt habe ich sie kaum. Stoffe gekauft habe ich trotzdem, Schnittmuster auch, und Ideen hatte ich wie immer mehr als genug. Nur umgesetzt habe ich davon fast nichts. Dafür viel zu viel Zeit vor dem Rechner verbracht – natürlich komplett unproduktiv, Stichwort doomscrolling. Oder vielleicht war das einfach mal nötig zur Erholung? Zufriedener hat es mich aber auf Dauer nicht gemacht.

Jetzt ist aber die Freude am Nähen wieder da, und mit zwei Erfolgserlebnissen hintereinander hört das hoffentlich nicht so schnell wieder auf. Denn Zeit habe ich immer noch mehr als genug…

Das Kleid oben ist ein einfaches Modell für die seltenen, ganz heißen Sommertage. Der Schnitt ist bewährt, den habe ich schon einmal in 2008 genäht, damals aus blau-kariertem Seersucker. Das war das erste Teil, das ich hier in unserer neuen Heimat Hamburg beendet habe; angefangen hatte ich das noch in Köln. Das Modell ist die # 102 aus der Ausgabe März 2008 der burda style. (Leider nicht mehr auf der Burda-Homepage zu finden; deren Archiv geht weiterhin nur bis 2012 zurück, was dringend geändert gehört.)

Der rosa-weiße Stoff jetzt ist auch wieder ein Seersucker; der absolut perfekte Stoff für Tage, an denen es so heiß ist, dass man am liebsten gar nichts auf der Haut tragen möchte, aber trotzdem dazu gezwungen wird. Da ist dieses Kleid die Rettung; schön luftig, aber trotzdem angezogen. Das schlichte Modell ist fast etwas zu schade für den Stoff, der laut Preisschild von Cerruti 1881 stammt. Den hatte ich damals, in 2007, noch bei Korst am Eigelstein gekauft, wo man unter anderem Überhänge aus der Bekleidungs-Produktion sehr günstig als Coupons kaufen konnte.

Diesmal habe ich die sportlichen Steckschnallen an den Trägern weggelassen und diese statt dessen fest eingenäht. In der vorderen Blende habe ich sie mitgefasst; am Rückenteil habe ich sie dann zum Schluss auf der linken Seite festgenäht. So konnte ich die endgültige Länge erst festlegen, als das Kleid schon so gut wie fertig war. Die Träger sind jetzt ca. 5 cm länger als bei meinem ersten Modell; dadurch sitzt es nicht mehr so hoch in den Achseln. Außerdem habe ich an der oberen Kante ca. 2 cm an Umfang dazu gegeben. Da ist ein bisschen was dazu gekommen, teils kraftsport-, teils altersbedingt. 😘

Oh, und es hat natürlich Taschen! 😍

Das fängt ja gut an!

Nanu, gerade mal eine gute Woche rum, und schon ein fertiges Projekt?!

Tja, wenn einen das Näh-Virus mal wieder beißt, muss schnell gehandelt werden. Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, mir einen oder mehrere kleine, transport-fähige Projektbeutel für das Stricken zu nähen. Bislang verwende ich für kleine Projekte oft Ziploc-Beutel, aber die sehen nicht sehr schön aus, der Verschluss geht unweigerlich irgendwann kaputt, und manchmal perforieren die Stricknadeln beim Transport das Plastik. Nicht besonders nachhaltig, die ständig neu kaufen zu müssen.

Dann lief mir neulich dieser Schnitt für einen Strickbeutel von Hummelhonig über den Weg, und der erschien mir fast perfekt für meine Anforderungen. Es gibt ihn in drei verschiedenen Größen; für den ersten Test habe ich mit der kleinsten Größe angefangen, die ausreichend für ein Paar Socken, eine Mütze, Schal oder Babykleidung ist. Außen gibt es Steckfächer, genau wie bei meinem großen Strickbeutel, der auf meiner Fensterbank wohnt.

Die Steckfächer werde ich bei der nächsten Version vielleicht nach innen verlegen. Für den Transport im Koffer und das Stricken unterwegs sind die Außenfächer nicht so gut geeignet, finde ich. Aber bei der ersten Version wollte ich erstmal (fast) alles so machen, wie vorgeschrieben. Mal sehen, wie ich das künftig löse.

Was ich unterlassen habe, ist eine festere Verstärkung der Außentaschen; da habe ich für meinen dicken Bettwäsche-Stoff nur die leichteste Schabracken-Einlage S133 verwendet. Wenn man es standfester haben möchte, wäre Decovil light oder ähnliches besser. Aber für den Transport wollte ich es nicht zu fest machen, wenn der Beutel im Koffer geknautscht werden würde.

Der Außenstoff ist ein Erbstück meiner Schwiegermutter; ein alter, aber sehr gut erhaltener Kopfkissenbezug. Ich tippe auf einen Westfalenstoff, wenn ich mir das Muster und die Qualität so ansehe; der ist etwa dreimal so dick wie Ikea-Bettwäsche… Kuschelig weich ist er außerdem, und das Muster ist so süß! <3

Als Futter habe ich einen Rest gelbes Mantelfutter verwendet; das ist auch etwas dicker als das normale Venezia oder NevaViscon. Das habe ich mit der linken Seite nach außen verwendet, weil mir die matte linke Seite besser zu der ebenfalls matten Baumwolle gefiel. Die Kordel stammt vermutlich aus irgendeiner geschlachteten Kauf-Tasche; nur der Kordelstopper ist neu. Der ist noch nicht endgültig; das war nur der erste, den ich in meinem Kurzwaren-Chaos zu fassen bekam. (Da muss ich demnächst dringend wieder Ordnung reinbringen!)

Also ein fast lupenreines Use what you have-Projekt. Nicht, dass das bei den kleinen Mengen, die ich hier verbraucht habe, einen wesentlichen Unterschied in meinem Bestand machen würde… 😀

Den Verschluss mit den Laschen und dem Kordeldurchzug finde ich optisch besonders hübsch:

Für lose herumfliegende Teile ist das nicht geeignet, aber für den Transport habe ich meine Kleinteile sowieso immer in einer kleinen Extra-Tasche. An dem Verschluss gefällt mir aber, dass es kein Reißverschluss ist, in dem sich das Garn verfangen kann, und eben, dass er so hübsch aussieht. 🙂

Mein guter Vorsatz für 2021…

… ist, keine Vorsätze zu haben. 🥳

Ich weiß nicht, wie lange ich dieses Spielchen jetzt mitgemacht habe… Jedes Jahr habe ich mir überlegt, was ich gerne machen würde, was ich realistischerweise schaffen könnte, habe mir zig wohlmeinende Artikel im Netz zum Thema Vorsätze, Listen, Pläne, neue Gewohnheiten etc. pp. durchgelesen, und was davon hat funktioniert? Nix, nada, nothing, niente. Keiner davon, jemals, unter keinen Umständen, mit oder ohne Pandemie.

Also weg damit. Keine toten Pferde mehr ab jetzt.

Ab jetzt nehme ich jeden Tag so, wie er kommt und gucke, was ich machen möchte. Willkommen im Jetzt. Wer macht mit? 😌

Katz- und Maus-Jagd für das Geld…

Ich bin immer noch ganz entzückt über mein neuestes Werk; diese süße kleine Geldbörse!

Die handliche Größe ist genau richtig. Der Reißverschluss, auch für das Kleingeldfach im Inneren, macht sie „auslaufsicher“. Die Verarbeitung sieht auch innen absolut sauber aus (meine krummen Außen-Nähte bitte ignorieren; Korkstoff ist nicht ganz so einfach zu nähen). Und, meine Lieblings-Eigenschaft für Taschen, sie hat soooo viele Innenfächer! 😍

Dabei habe ich schon ein Element mit Kartenfächern weggelassen! – Es gibt ja zigtausend Taschen-Schnittmuster auf dem Markt; aber egal, wie schön sie von außen aussehen, für mich ist es ganz wichtig, dass ich genug Innenfächer und -taschen habe, damit nicht alles unsortiert darin herum fliegt. (Buchhalterin halt…) Dann habe ich vor zwei Jahren zuerst „Machwerk“ entdeckt, und war so begeistert von der Dany-Handtasche! Und jetzt habe ich dieses Hansedelli-Schnittmuster ausprobiert, die „Little Mynta“, und bin ebenso begeistert!

Die Schnitte sind nichts für blutige Anfänger; würde ich sagen. Obwohl sich die Anleitung redliche Mühe gibt, wirklich jeden mit jeder Frage an die Hand zu nehmen! Die vielen Teile und die zig Arbeitsschritte machen dies aber zu Werken, die nichts für die Leute von der Schnell-schnell-Fraktion sind, oder von der Ich-lese-nie-Anleitungen-Sorte. Denn lesen muss man hier viel, und einiges beachten. Da es mehrere Optionen gibt, was die Außengestaltung oder die Zahl der Innenfächer angeht, muss man zu Beginn auch ein paar eigene Entscheidungen treffen, was sich wiederum auf die Anzahl der Schnitt-Teile und die zu befolgenden Arbeitsschritte auswirkt. Aber wer eine kleine Herausforderung sucht, und dabei mal keine Lust auf Passform-Änderungen hat, ist hier genau richtig aufgehoben.

Als überzeugte Burda-Näherin und Vertraute mit dem Fachchinesisch des Nähens finde ich manche Schritte sogar zu ausführlich beschrieben. Wenn zum Beispiel ein Teil erst neben ein anderes Teil gelegt wird, dann im nächsten Bild umgedreht wird, dann im nächsten Bild auf das andere Teil gelegt wird… Da könnte man auch kürzer sagen „links auf rechts annähen“, denke ich mir. Aber nicht jeder weiß, was damit gemeint ist, und ich kann mir die Schritte dann „rück-übersetzen“ in die mir eher vertraute Fach-Sprache; auch gut.

Immer noch beeindruckt bin ich von der Konstruktion. Die vielen Arbeitsschritte, mit Hilfs-Nähten und den Reißverschluss-Endstücken aus Stoff, sorgen wirklich für eine ausnehmend saubere Innenverarbeitung. Damit muss man sich nicht vor gekauften Teilen verstecken. Hier der Beweis:

Ich habe testweise mal ein paar Scheine, Münzen und Karten eingefüllt, damit ihr einen Eindruck von der aktiven Verwendung bekommt:

Und weil auch ein schöner Rücken entzücken kann, hier noch ein Foto von der „Rückseite“:

Der Korkstoff stammt von Zic‘n‘Zac in Essen; Aufnäher und Webband sind von der Weberei Kafka (allerdings schon vor zig Jahren gekauft und inzwischen nicht mehr erhältlich). Die Endlos-Reißverschlüsse habe ich bei machwerk gekauft. Woher ich die grünen Innenstoffe habe, weiß ich gar nicht mehr… (untypisch für mich).

Ich überlege, noch zwei weitere Exemplare zu nähen; eines als aktives Portemonnaie, und ein weiteres nur für die zahlreichen Kundenkarten, die sich so ansammeln und unnötig die reguläre Geldbörse verstopfen. Dieses hübsche Exemplar geht jetzt nämlich als kleine Überraschung auf die Reise… 😘

Ich ziehe meinen Hut…

… und verneige mich ehrfürchtig vor Hansedelli aka Lisa Kienzle und ihrem Team!

Ich war auf der Suche nach einem hübschen Portemonnaie und bin beim googlen natürlich sehr schnell auf ihre Seite gekommen. Die Website kannte ich zwar schon lange, gekauft hatte ich bislang aber noch nichts. Die hübschen und einfallsreichen Taschen hatte ich schon sehr oft bewundert, aber da meine Taschen immer jahrelang in Benutzung sind, benötige ich selten eine neue Anleitung. Aber jetzt war es endlich soweit!

Die neue „Little Mynta“ schien alle meine Anforderungen zu erfüllen – und noch einige mehr. Denn ursprünglich wollte ich ein eher einfaches Teil, vielleicht mit ein oder zwei Fächern, mehr nicht. Und die Originalversion hat alleine schon elf Innenfächer! Und wer will, kann noch ein weiteres RV-Außenfach hinzufügen…

Aber nachdem ich mir die Designbeispiele mehrfach genau angeschaut hatte, war es um mich geschehen – auf zahlreiche Innentaschen reagiere ich ähnlich wie auf einen Apothekerschrank, Schreibwarenläden oder die Vorratsbehälter-Abteilung bei Ikea; da setzt das rationale Denken einfach aus… 😁

Die Anleitung schüchterte mich dann zunächst wieder etwas ein – 53 Seiten, ernsthaft?! Neun Schnitt-Teile, jeweils doppelt oder dreifach zuzuschneiden, plus diverse Bügel-Einlagen. Uff. Alleine das Ausschneiden, Zuschneiden und Vlies aufbügeln hat drei Abende in Anspruch genommen; wobei das sicher auch schneller geht. Aber ich gehe gerne Schritt für Schritt in Ruhe vor, und ein bisschen Schlaf brauche ich auch. 😉

Die extrem genaue Anleitung hat mich dann auch wieder beruhigt. Die Einleitung enthält wichtige Informationen über die später verwendeten Begriffe, das richtige Ausdrucken, eine genaue Materialliste mit Hinweisen zu Online-Shops, Empfehlungen für geeignete Vliese, eine ausführliche Zuschnitt-Liste sowie ein Welches-Teil-ist-später-wo, das ich sehr nützlich fand. Und hey, eine genaue Anleitung, wie man den Schieber auf einen Endlos-Reißverschluss aufzieht, gibt es auch noch dazu; für jeden, der davor bislang noch Respekt hatte. Erst auf Seite 10 geht es dann tatsächlich mit dem Nähen los.

Endgültig um mich geschehen war es dann beim Anfertigen von Teil 9, dem Münzfach mit Reißverschluss. Mein räumliches Vorstellungsvermögen ist allenfalls durchschnittlich ausgeprägt, und diese extrem ausgeklügelte Konstruktion hatte ich noch nie gesehen. Ich wusste praktisch nie, was genau ich da eigentlich tue und wie das später mal eine kleine Tasche ergeben soll. Sehr oft habe ich erstmal provisorisch geheftet, um sicher zu gehen, dass es genauso aussieht wie in der Anleitung, und dass ich später nicht wieder auftrennen muss. (Hat nicht immer funktioniert…) Zwei Abende habe ich alleine für dieses Element benötigt – da habe ich so manches T-Shirt schon schneller genäht! Aber die Arbeit hat sich gelohnt, wie ich finde – seht selbst!

Eine komplett gefütterte kleine Tasche mit Reißverschluss, sämtliche Nahtzugaben und RV-Bänder komplett innenliegend, mit kontrast-farbenem Stopper und sauber abgesteppter Falte für die Mehrweite. Das könnte man schon als eigenständige Anleitung für das gleiche Geld verkaufen, ohne sie überteuert zu nennen!

Ich finde, das ist ein großartiges Beispiel für gelungene Ingenieurs-Kunst! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man sich so etwas vorstellen und dann anfertigen kann. Ganz zu schweigen von den zigfachen Stunden, die das Schreiben und Fotografieren dieser extrem ausführlichen Anleitung gekostet haben müssen. Ganz großes Kino, wirklich! Lasse sich keiner täuschen von der harmlosen Außenansicht! (Die krummen Nähte habe alleine ich zu verschulden.)

Ich bin sehr gespannt, ob ich den Rest der Teile genauso gut hinbekomme und ob und wie das ganze am Ende eine komplette und funktionierende Geldbörse ergeben wird. Ich werde euch auf dem Laufenden halten… 🙂

Kleiner Glücksbringer

Dass Handarbeit glücklich macht und gesund ist, brauche ich den Lesern dieses blogs ja nicht zu erzählen. Alle anderen gucken hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier oder hier… ihr versteht schon, nicht? 😉

Und obwohl ich diese Tatsache bezeugen kann, kann ich mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal an der Nähmaschine gesessen habe. Mein blog verrät mir aber, dass es im Januar gewesen sein muss, als ich einen neuen Untersetzer für mein Tee-Stövchen genäht habe.

Jetzt war es wieder soweit, weil das Schlüsselband für meinen Büroschlüssel den Geist aufgegeben hat. Pure Notwendigkeit also, auf die ich mich trotzdem gefreut habe, weil ich genau weiß, dass ich danach immer bessere Laune habe. 🙂

Dank meiner umfangreichen Vorräte *hüstel* war schnell ein hübsches Band gefunden, dazu ein passender „Ring“, der sich sogar aufschrauben lässt. Hilfreich!

(Weiß jemand, wie sich diese Art von „abgeflachtem Ring“ in professionell nennt?! Ich weiß nicht mehr, wo ich dieses Teil her habe, finde es aber ganz interessant.)

Mein erster Versuch, das gestreifte Band auf eine blaue Samtborte aufzunähen, ist fehlgeschlagen, weil das gestreifte Band sich auf dem Samt so wild verschoben hat, dass das einfach nur verboten aussah. Also alles wieder aufgetrennt. Dann habe ich zwei Lagen des Bandes plus eine Schlaufe daraus zusammen genäht und das Ganze vorher mit Pritt-Stift ein wenig fixiert. Mein Wondertape ist verschwunden, das bekomme ich hoffentlich online nach. Klebestift geht aber auch sehr gut – sparsam verwenden!

Jetzt gefällt es mir sehr viel besser, und meine Nählust ist auch wieder geweckt. Zeit dazu haben viele von uns ja gerade ausreichend… Bleibt gesund, und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!