Ringel-, äh, Ringer-Top

Wie ich einmal eine total offensichtliche Stoffauswahl getroffen habe

selbstgenähtes Top, von vorne an mir fotografiert

Noch eine Nachlieferung aus dem Dezember: Ein kleines Top, das ich ziemlich flott um Weihnachten herum genäht hatte. Den Schnitt, Modell 109 aus der Burda vom Mai 2007, hatte ich bei einer anderen Foren-Teilnehmerin gesehen, und mir gleich besorgt.

Obwohl ich die Burda sogar im Abo habe, sortiere ich die alten Hefte nach einer Weile aus und verkaufe sie. Einige Schnitte kopiere ich mir vorher aus – in bester Absicht, diese irgendwann zu nähen. Diesen hatte ich mir natürlich nicht rauskopiert, weil es so ein Basisteil war. So musste ich mir das Heft nochmal neu kaufen, und bei ebay hatte ich Glück.

An dem Schnitt gefallen mir der leichte Ringer-Rücken. Und bei dem genähten Modell, was ich gesehen hatte, waren Vorder- und Rückenteil im oberen Drittel quer geteilt, so dass es sich für Resteverwertung oder kleinere Stoffstücke anbot. Die Teilung war dann gar nicht original, aber die ist ja leicht einzufügen. Erstmal habe ich das Teil aber unverändert genäht.

Hier, wie man sieht, noch ohne Hohlkreuz-Anpassung. Das werde ich beim nächsten Modell ändern, aber so ist es auch nicht schlechter als meine gekauften Tops.

Der Stoff ist ein Viskose-Elasthan-Jersey, den ich vor gut drei Jahren im Karstadt Bergedorf – Gott hab ihn selig – gekauft hatte. Erkennt man das Motiv, die Gewichtheber? Ich hatte sofort geplant, daraus Unterwäsche zu machen. Da kam der Schnitt natürlich wie gerufen. 😉 Einen Panty-Schnitt habe ich hier auch noch liegen; der kommt dann vielleicht als nächstes.

Saubere Flicken

Wie ich an einem kalten Wintertag etwas Nützliches vollbracht habe

drei verschiedene Abtrocken-Tücher mit aufgenähten Flicken

Heutiges Tagewerk: Ein bisschen Flickwäsche, die ich wieder mal ewig vor mir hergeschoben habe. Bei dem Wetter (Schnee in Hamburg!) und der frühen Dunkelheit konnte ich mich jetzt endlich dazu aufraffen. Und der Wunsch, das Nähzimmer wieder ein bisschen ordentlicher zu machen, hat auch eine Rolle gespielt. Vor drei Monaten habe ich das Nähzimmer mit dem bisherigen Schlafzimmer getauscht, und da ich dafür ein halbes Regal opfern musste, sind viele Gegenstände immer noch ein bisschen desorientiert. 😉

Ein paar unserer Geschirrtücher haben mysteriöse Löcher und Risse bekommen, von ziemlich klein bis ein paar Zentimetern. Ich verdächtige das unachtsame Abtrocknen von scharfen Messern, weil ansonsten unsere Wäsche in der Waschmaschine keine Löcher bekommt. Und da die meisten unserer Tücher aus Leinen oder Halbleinen sind, also nicht so ganz billig, lohnt sich das Flicken hier sehr, finde ich. Und es verströmt ein bisschen rustikales Flair. Auch, wenn ich ansonsten kein Freund des shabby chic bin. Bei der Garnfarbe war ich dann auch faul und habe alles mit dem gleichen dunkelblauen Garn genäht, das gerade in der Maschine war.

Ich habe aus einem anderen alten Geschirrtuch, das unschöne Verfärbungen hat, jeweils ein sauberes Rechteck ausgeschnitten, jeweils etwas größer als das Loch, das es zu flicken galt. Bei kleineren Löchern nur einen halben Zentimeter größer, bei den größeren Rissen eher einen ganzen Zentimeter rundherum als Zugabe.

Das Stück habe ich dann einfach ohne jede weitere Bearbeitung fadengerade und mittig auf die Öffnung gelegt, festgesteckt und dann mit Zickzack drüber genäht. Zuerst einmal rundherum, dann die Innenfläche gefüllt.

Beim ersten Versuch – dritter Flicken von unten – habe ich das noch ohne Wenden gemacht, indem ich am Ende des Flickens jeweils den „Rückwärtsgang“ eingeschaltet habe und den Stoff mit sanfter Gewalt etwas schräg weggezogen habe. Geht, sieht aber nicht sehr schön aus.

Bei allen folgenden Flicken habe ich daher die etwas aufwendigere Methode gewählt, und am unteren Ende des Flickens jeweils das Füßchen angehoben und das Geschirrtuch um 180 Grad gedreht.

Je nachdem, ob sich die restliche Freifläche dann links oder rechts von der Nadel befindet, lässt man die Nadel beim Zickzack dann jeweils links oder rechts stoppen, bevor man den Stoff dreht. So erspart man sich den Wendestich und die gesteppten Reihen kommen dicht nebeneinander zu liegen. Das sieht dann schon deutlich besser aus.

Man kann dann noch damit experimentieren, nach der Umrandung die Füll-Reihen in die Umrandung hinein laufen zu lassen (bei den zwei Flicken seitlich rechts gut zu sehen) oder jeweils vorher zu wenden (großer Flicken unten links). Das ist dann Geschmackssache. Oder man lässt die Umrandung zu Beginn ganz weg. Aber ich denke, die Ränder der Flicken halten besser mit einer richtigen Umrandung an allen vier Seiten, weil sie vorher ja nicht versäubert oder umgeschlagen werden.

Drei Teile weniger, die herumliegen und mich vorwurfsvoll anstarren und drei saubere, heile Geschirrtücher mehr im Einsatz. 🙂

Ein Traum von einem Rucksack

Ein aufwendiger Rucksack/Turnbeutel nach einem Schnitt von Hansedelli, mit extra Feature

Na sowas… Ich hätte schwören können, dass ich einen Beitrag über den Rucksack gemacht habe, den ich letztes Jahr für einen Freund genäht hatte. Das habe ich anscheinend geträumt? Also schnell nachholen:

Vorderseite des fertigen Rucksacks

Los ging es mit der gemeinsamen Auswahl der passenden Stoffe bei meinem Lieblings-Händler Mahler Stoffe. Die Wahl fiel nach einigem Überlegen auf einen grafisch gemusterten Softshell-Jackenstoff, der genug Haltbarkeit und Stabilität für einen Rucksack versprach. Als Futter kam ein farblich passender Techno-Stoff dazu; so nannte sich der sehr dünne, aber extrem reißfeste dünne Stoff. Den habe ich dann doch „nur“ als Kontrast-Stoff verwendet und als Futter noch einen klassischen, helleren Futterstoff verwendet. (Es gibt nichts schlimmeres als dunkles Taschenfutter; da findet man ja nichts drin.)

Ich hatte mir in den letzten Monaten schon zig verschiedene Rucksack-Schnittmuster angeschaut, und meine Wahl fiel dann auf den Varo von Hansedelli. Mit der Littly Mynta-Geldbörse hatte ich ja schon gute Erfahrungen gemacht, und die vielen Variationen, die bei dem Varo möglich sind, gefielen mir sehr. Die vielen Details sind zwar aufwendig, aber mit genug Ruhe und Sorgfalt ist dieser Schnitt nach Meinung von Hansedelli (und mir) auch für nicht ganz so geübte NäherInnen machbar.

Die vielen Variationen und die eingebauten Taschen bedeuteten allerdings auch viele, viele Einzelteile beim Zuschneiden. Maximal sind es 20; allerdings in unterschiedlichen Zusammenstellungen je nach gewählter Variation. Ich hatte 12 Teile, was für einen Rucksack ja schon ungewöhnlich viel ist. Hier ein kleiner Ausschnitt vom Zuschnittprozess:

Zugeschnittene Einzelteile für den Varo-Rucksack

(Die Farben sind auf diesem Foto übrigens etwas besser getroffen als auf den Fotos vom fertigen Teil. Die Farbe zwischen Blau und Grün ist wirklich schwer zu treffen.)

Den oberen Teil der Tasche wollte ich aus dem Kontraststoff machen. Zum Zuziehen mit den Kordeln war mir der Softshell zu fest und zu dick. Damit wäre die Öffnung nach dem Zuziehen wohl nicht wirklich dicht gewesen, und in einer Großstadt ist das ja schon angebracht.

Allerdings wäre der Techno-Stoff für sich allein genommen wiederum viel zu dünn gewesen. Also habe ich den mit Hilfe von etwas Volumenvlies und Steppnähten erstmal in einen Steppstoff verwandelt, bevor ich ihn zugeschnitten und weiter verarbeitet habe. Damit passte er in Dicke und Volumen viel besser zum Softshell, war aber noch weich genug, um sich gut zuziehen zu lassen.

Die ersten Nähproben auf dem zweilagigen Techno-Stoff waren ziemlich entmutigend, wie man sieht, weil die Naht so stark kräuselte. Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, welche Nadel ich schlussendlich verwendet habe; ich vermute, eine Microtex? Mit dem aufgebügelten Volumenvlies als Zwischenlage war das Problem auch nicht so stark, und beim Absteppen habe ich den Stoff immer straff gezogen; das ging dann ganz gut.

Futterstoff in Steppstoff verwandelt

Von einem der interessanten Features der Tasche habe ich gar keine Detailfotos gemacht, aber auf dem Bild des fertigen Teils kann man es erkennen: Direkt in der diagonalen Teilungsnaht der zwei Oberstoffe ist eine Blende zwischengefasst, die die Reißverschlüsse zu zwei innen liegenden Taschen links und rechts verdeckt. Auf dem Foto sieht man mittig die Reißer herauslugen:

Vorderseite des fertigen Rucksacks

Alleine dieses Feature war ziemlich arbeitsaufwendig, und das alles im richtigen Winkel einzusetzen erfordert etwas Sorgfalt. Aber das Ergebnis hat sich mehr als gelohnt, finde ich! 😍

Auf der Rückseite habe ich ein eigenes Feature eingebaut, das nicht im Schnitt enthalten war: Ich habe einen gekauften Rucksack, der seitlich unten eine längs eingenähte, kleine Reißverschluss-Tasche hat. Diese ist extrem praktisch, um den Schlüssel darin unterzubringen. Durch die Lage der Tasche zum Rücken hin kann man den Reißverschluss aufziehen und den Schlüssel heraus nehmen oder verstauen, ohne den Rucksack von den Schultern nehmen zu müssen. (Wenn man normal gelenkig ist. Wer sich in der rückwärtigen Taille kratzen kann, kriegt das hin.) Die Tasche ist auch groß genug für ein normal großes Mobiltelefon (z.B. iPhone Mini; nicht diese „Backbleche“, die gerade in Mode sind). Ich war so begeistert von dieser unglaublich praktischen Idee, dass ich die unbedingt auch bei diesem Geschenk umsetzen wollte. Als Verstärkung für die Öffnung habe ich noch eine extra Blende aufgesteppt, die ich im Musterverlauf zugeschnitten habe:

Blende für die rückwärtige Tasche im Musterverlauf

Als Verschluss hatte sich der Empfänger ja die einfache Turnbeutel-Variante mit gegenläufigen Zugbändern/Trägern gewünscht. Dafür habe ich oben einen Tunnel aus dem Techno-Stoff aufgenäht. Die Träger laufen am unteren Ende durch eine kleine Schlaufe aus schmalem Gurtband. Diese wiederum sind befestigt an einem Stück des doppelt gelegten Softshell, das beim Zusammennähen des Oberstoffs mitgefasst wird. Der Softshell selbst war mir nicht ausreichend zugfest, und diese Lösung sorgt hoffentlich dafür, dass die Schlaufen selbst und der Softshell bei etwas mehr Gewicht nicht so leicht ausreißen können. – Der Boden des Rucksacks ist abgenäht, damit man unten mehr Volumen zur Verfügung hat, z.B. für einen Aktenordner.

fertiger Rucksack, Rückenansicht

Im Inneren habe ich mir dann nicht ganz so viel Arbeit gemacht und das im Schnitt vorgesehene Steckfach aus dem Techno-Stoff auf den helleren Futterstoff genäht. Ein komplett gefütterter Rucksack/Turnbeutel ist ja auch eher ungewöhnlich, aber da es drei von außen zugängliche, aber innen liegende Taschen gibt, ist das sozusagen eine Notwendigkeit, damit diese Taschenbeutel von innen unsichtbar sind. Und es sieht sehr viel schöner und sauberer aus.

Innenansicht des Varo-Rucksacks

Insgesamt war das eines der aufwendigeren Projekte meiner Näh-Laufbahn, aber es hat wieder mal irrsinnig viel Spaß gemacht. Und der Empfänger des Geschenks hat sich riesig gefreut. Das Teil ist seitdem im Dauereinsatz, und besonders die rückwärtige Tasche wurde auch sehr gelobt. So macht das Nähen Spaß! 😍

Als nächstes plane ich einen Rucksack nach diesem Schnitt für mich selbst. Der wird optisch ganz anders ausfallen; seid gespannt… 🙃

Ein Ufo für den Sommer

Jerseykleid Jalie 2793

Mein Ufo-Berg hat inzwischen die Ausmaße der Uralten Morla angenommen, und ich fürchte, er entwickelt bald eine eigene Intelligenz wie die Allwissende Müllhalde Marjorie. Ab und zu gelingt es mir aber, ihm ein Stück zu entreißen und seiner wahren Bestimmung zuzuführen.

Heute habe ich mir ein Jersey-Kleid vorgenommen. Das hatte ich letztes Jahr fast fertig gestellt. Eigentlich war es sogar schon fertig, aber ich hatte die Ärmel mit einem Streifen weißen Jerseys als „Schrägband“ eingefasst. Und das sah irgendwie… bieder aus? Jedenfalls zusammen mit den anderen weißen Details. Gefiel mir nicht.

Außerdem war mir der Armausschnitt durch den gedehnt angenähten Streifen etwas zu eng geworden. Da ich immer wieder mal ein bisschen trainiere (und älter werde…) sind meine Oberarme in den letzten Jahren etwas stärker geworden, und das wird hoffentlich so bleiben. Ist doch schön, wenn der Oberarm endlich mal etwas mehr Umfang hat als der Unterarm!

Also habe ich mich heute hingesetzt und den Jersey-Streifen, der mit einer Dreifach-Stretch-Naht angenäht wurde, wieder aufgetrennt. Jaaa… mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Ich habe mir ganz viel Zeit genommen, war ganz vorsichtig, und tatsächlich ist es mir gelungen, beide Streifen abzutrennen, ohne den Oberstoff zu durchlöchern. Das wäre sonst wirklich ärgerlich gewesen!

Danach habe ich einen Streifen aus dem blauen Jersey zum Bündchen gefaltet und angesetzt. Sieht nicht ganz perfekt aus, hat aber genug Spielraum, und bleibt jetzt einfach so!

Schnittmuster ist mein bewährtes Jalie 2793. Das ist jetzt mindestens die vierte Version; vermutlich habe ich dabei aber schon welche vergessen. Eigentlich ein Oberteil, aber ich hatte das Unterteil schon vor Jahren mal zum Kleid verlängert. Die angesetzte Blende hatte ich auch schon vor langer Zeit in einer Version rauskonstruiert, und hier statt dessen die vorderen Kanten eingefasst. Die Bindebänder des Originals habe ich schon seit meiner ersten Version immer weggelassen. Es gibt nichts Unbequemeres als so einen Knoten im Rücken beim Sitzen, finde ich. Das „modesty panel“ im Ausschnitt habe ich am Schluss entlang der Ausschnittkanten einfach untergesteppt. So kann ich es auch im Büro an warmen Tagen tragen, ohne noch ein Top drunter ziehen zu müssen. Insgesamt eine sehr willkommene Erweiterung meines Kleiderschranks!

Süße Monster und kleine Helden

Babyschlafsack aus bedruckter Baumwolle mit lustigen Monstern, auf dem Boden liegend auf Laminat in Holzoptik

Technisch gesehen ist das hier ein Ufo, denn diesen Schlafsack mit dem total süßen Monster-Motiv hatte ich vor gut einem Jahr, zu Beginn 2022, angefangen. Es fehlten nur noch die Knöpfe. Und die habe ich dann so lange vor mir her prokrastiniert, bis das ursprünglich angedachte Empfänger-Kind schon wieder rausgewachsen war. Hmpf…

Aber Nachwuchs heißt ja Nachwuchs, weil er nachwächst, und so geht dieser total niedliche Schlafsack nun zusammen mit den anderen Baby-Sachen mit auf die Reise zu dem nächsten in der Reihe.

Den Monster-Stoff und den blauen Jersey als Futter habe ich bei stoffe.de gekauft. Der Oberstoff ist eine dünne Baumwolle, so dass der Schlafsack jetzt gut für die Sommer-Monate nutzbar sein müsste. Das Schnittmuster ist aus der Burda 12/2021. Es gab damals auch eine Charity-Aktion, bei der es den Schnitt kostenlos gab, aber inzwischen ist es ein Kauf-Schnitt.

Außerdem habe ich noch ein weiteres Oberteil gefunden, das ich in 2021 einfach aus Spaß an der Freude genäht hatte, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht:

Kinder-Sweatshirt aus hellblauem Jersey mit Superhelden-Figur, mit roten Ärmeln und überlappendem Kragen, fotografiert auf grünen Schneidematten liegend

Das ist ein „Mateo“ von Bienvenido Colorido (zu kaufen über Farbenmix), genäht aus zwei verschiedenen Jerseys. Der Wickelkragen gefällt mir total gut! Es gibt auch eine Version mit Wickel-Kapuze; auf der Homepage findet ihr ein paar tolle Design-Beispiele. Ich weiß schon gar nicht mehr, in welcher Größe ich das genäht hatte; ich müsste nochmal die Schnitt-Teile raussuchen. Ich glaube, 110. Woher ich den tollen Supa-Stoff habe, weiß ich leider auch schon nicht mehr so genau. Aus dem Forum, glaube ich? Meine Buchhaltungs-Aufzeichnungen geben leider auch keinen Aufschluss darüber. Egal, das Shirt geht jetzt auch mit auf die Reise, mit etwas Zeit zum Reinwachsen.

So langsam wird der Stapel an Dingen in meinem Nähzimmer kleiner. Und rein technisch habe ich mit dem Schlafsack inoffizielles Soll von einem fertigen Teil pro Monat erfüllt. Ich habe auch an ein paar anderen Sachen gearbeitet, aber davon ist noch keines ganz fertig. Aber es wird… mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. 🙂

10 auf einen Streich!

Okay, es war nicht nur ein Streich, sondern hat drei Wochen gedauert. Aber das Soll für dieses Jahr habe ich damit – rein technisch – erfüllt. 😁 Und Spaß gemacht hat es auch!

Meine Freunde und Bekannten kommen aus allen Altersgruppen, und ab und zu vermehren sie sich sogar – selbst! Für so einen kleinen Neuzugang habe ich mich in das selten besuchte Reich der Baby-Kleidung begeben. Ein Dinosaurier-Panel plus Kombistoffe hatte ich noch im Bestand, aber ich hatte Lust auf noch ein kindlicheres Motiv – auch wenn der brüllende Dino schon ganz passend ist für das Alter. 😉

Die Auswahl bei Mahler ist mir echt schwer gefallen; da ist ja ein Stoff süßer als der andere! Fast hätte ich sechs verschiedene gekauft, aber unter Aufbietung meiner allergrößten Willenskraft wurden es nur zwei neue Jerseys plus Bündchen. Das Motiv, eine Art knuddeliger Katta, finde ich total niedlich!

Als Schnittmuster habe ich mich nach langem Überlegen für das Babyset 1.0 von Lybstes entschieden, in der Größe 74/80.

Durch das Kombinieren der Stoffe und unterschiedliche Ärmellängen sind je drei verschiedene Hosen und Shirts entstanden. Der Dinosaurier-Jersey ist etwas dünner und schien mir daher geeigneter für kürzere Ärmel. Bei den Hosen kann man die Bündchen umschlagen oder lang lassen; je nach Größe (mitwachsend) oder Wärmebedürfnis. Dazu zwei Mützchen. So ergeben sich hoffentlich einige Trage-Gelegenheiten im Laufe der Jahreszeiten und Wachstumsphasen.

Die Lätzchen sind vermutlich zu klein, um sie wirklich nutzen zu können; das ist mir aber erst hinterher klar geworden. Aber sie haben mich dazu animiert, mir endlich mal passende Bolzen für meine KamSnaps zu bestellen. Jetzt funktionieren sie auch; snaply sei Dank.

Die Mützen sind jeweils mit dem einfarbigen Kombi-Stoff gefüttert und als Wendemütze zu nutzen. Die Bänder habe ich nach der Anleitung selbst geflochten, aus dünnen, mit Absicht lang gezogenen Streifen aus den gleichen Jerseys. Die mache ich vielleicht noch etwas kürzer vor dem Verschenken; die sehen mir etwas zu lang aus für Babys, Sicherheit und so. Das geht bei dieser Machart ganz einfach.

Bei dem braunen Oberteil habe ich aus Versehen zwei winzig kleine Löcher neben dem rechten Ärmel produziert, weil der Stoff an der Stelle gaaanz leicht am Messer der Overlock vorbei geschrammt ist. Die Stelle ist zwar seltsam für einen Aufnäher, aber die kleine Maus in Verbindung mit der Katzen-Bügelappli, die ich in meinem Bestand gefunden habe, geben ein ganz lustiges Bild ab, hoffe ich. Es gibt keine Fehler, nur Gelegenheiten. 😘

Bei den Halsausschnitten von solchen Baby-Oberteilen habe ich immer Angst, dass Kopf gar nicht hindurch passt; die sehen immer so klein aus im Verhältnis zum Baby selbst. Aber der amerikanische Hals-Ausschnitt – so heißt diese von hinten nach vorne überlappende Version der Schulternähte – ist tatsächlich so groß, dass selbst ich problemlos reinpasse, ohne meine Brille abzunehmen!

Als nächstes stehen jetzt wieder Sachen für mich auf dem Programm. Im Moment Wie immer habe ich so viele Ideen und Wünsche, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Aber anfangen werde ich! Will ja den Lauf nicht unterbrechen. 😊

Wohlfühl-Schnitt, die zweite

Gerade rechtzeitig zum Ende des Monats Februar bin ich mit dem zweiten Kleidungsstück dieses Jahres fertig geworden. Wenn das so weiter geht, habe ich Ende des Jahres sage und schreibe zwölf Teile vorzuweisen 😄 – na, mal sehen, wie es läuft. 😉

Wieder ein Top, wieder ein recycelter Stoff. Das Original war ein Cynthia Rowley-Racerback-Top aus sehr feinem Leinenjersey – als ich das Teil bei TKMaxx auf dem Bügel gesehen habe, wußte ich, dass ich das mitnehmen musste! Wann bekommt man schon einmal so einen tollen Stoff in einer passenden Farbe zu dem Preis in die Finger?! Die Größe war sogar meine, aber der Stil war mir zu weit (das Foto täuscht; das war locker doppelt so breit wie ich) und die Träger waren viiiiiiel zu lang. Vermutlich Absicht? Aber nicht mein Stil.

Ich hatte zunächst überlegt, ob ich die Trägerlösung retten kann, aber der Stoff war unmöglich zu trennen, ohne ihn versehentlich zu zerstören, und einfach kürzer nähen wäre mir wegen der Einfassungen am Rand zu dick geworden. Schade, aber nicht zu ändern.

Nach einigem Suchen habe ich wieder auf einen bewährten Schnitt zurückgegriffen, das Vienna Tank von Itch-to-Stitch. Von dem habe ich schon zwei Teile im Schrank, eines davon sogar auch schon in Dunkelblau, aber der Schnitt ist auch wirklich klasse! Durch den (optionalen) Materialmix, den Schlitz, die Bänder und optional die Rüsche ist es viel interessanter als die üblichen Sommer-Tops und kann richtig schick aussehen. Die obere Passe wird mit einer geschickten Technik so sauber verarbeitet, dass alle Nahtzugaben innen liegen; solche cleveren Details liebe ich. Die Rüsche habe ich natürlich weggelassen; die ist nicht so mein Stil. 😉

Wenn der Leinenjersey nicht so durchscheinend wäre, wäre das sogar bürotauglich durch die breiten Träger und die interessanten Details, die man auf dem ersten Foto dank meiner rudimentären Beleuchtung nicht gut erkennen kann. Aber mit der Stoffqualität ist das eher was für den Balkon oder die Freizeit.

Für den Zuschnitt musste ich die angeschnittenen vorderen Blenden weglassen, und die Falte im Rückenteil ebenfalls schmaler arbeiten. Sonst wäre es trotz des ziemlich breiten Originals nicht hingekommen. Ich habe lange hin und her überlegt, wie ich die Schlitzöffnung trotzdem hübsch versäubern kann. Zuerst dachte ich an einen Beleg am Oberteil, aber dann hätte ich das Problem gehabt, wie ich die untere Kante des Belegs versäubere und ob und wie ich die befestige. Da der Leinenjersey so dünn ist, hätte man aber einen Teil-Beleg immer von außen komplett erkennen können, und das fand ich dann nicht so schön.

Nach langem Überlegen habe ich mich dann dafür entschieden, die Nahtzugaben auf ganzer Länge mit einem dagegen genähten Band aus dem Passen-Stoff abzudecken. Die sieht man dann oben, wenn ich die Bandenden nicht zuknote, aber das ist hier ein weiteres schönes Detail, finde ich. Der Passen-Stoff ist ein tief-dunkelblauer, dünner Viskose-Stoff, den ich schon bei meinem letzten Projekt als Ergänzung eingesetzt hatte. Auch das Band, mit dem gleichzeitig der Halsausschnitt versäubert wird – noch so ein schönes Detail – ist aus der Viskose zugeschnitten.

Die wenigen Reste vom Leinenjersey haben dann noch gerade gereicht, um ein paar Streifen zum Einfassen der unteren Armausschnitte raus zu bekommen. Bei deren Verarbeitung habe ich mir leider die Anleitung vorher nicht durchgelesen und hatte die schon komplett auf den jeweiligen Nahtzugaben angenäht. Das wäre mir beim Zusammennähen der Seitennähte dann wiederum zu dick gewesen. Beim Versuch, die Enden ein paar Zentimeter abzutrennen habe ich den Stoff dann teilweise durchlöchert – dunkelblaues Garn in fast ebenso feinfädigem dunkelblauen Stoff ohne Schaden zu trennen, war ein Ding der Unmöglichkeit, trotz meiner „eingebauten“ Lupe (minus 8 Dioptrien) und einer sehr guten Tageslichtlampe. Darum musste ich hier auf dem letzten Meter noch eine Notlösung einbauen und habe die paar Zentimeter unter der Achsel nach dem Schließen der Seitennähte dann noch mit je einem weiteren Viskose-Streifen eingefasst. Nicht schön, aber selten. Und an der Stelle echt nicht so wichtig. 🤷‍♀️

Jetzt ist es jedenfalls bereit für einen heißen Sommer. 😌

Neuer Anlauf, zweite Chance

Änderung eines gekauften XL-Shirts in ein Top in Gr. 36

Long time no see! Das Jahr 2022 war unter anderem nähtechnisch nicht so erfolgreich für mich, und ich taste mich langsam wieder an mein geliebtes Hobby heran.

Und erstaunlicherweise habe ich bereits Ende Januar ein fertiges Projekt vorzuweisen! ☺️ Das Ergebnis ist ein simples Top, aber der Weg dahin war nicht ganz so einfach.

dunkelblaues Top mit Druckmuster Papierschiffchen

Der Stoff dazu stammt nämlich von einem Second Hand-Shirt mit leicht überschnittenen Schultern, das ich nur wegen seines süßen Musters – kleine Papier-Schiffchen – bereits im Dezember 2021 bei „Second Life Fashion“ gekauft hatte, und zwar in Größe XL. Obwohl meine reguläre Größe am Oberkörper so 34, 36 ist.

Das klingt vielleicht überraschend, aber tatsächlich benötigt man eine sehr viel größere Größe, wenn man daraus ein kleineres Kleidungsstück machen möchte. Das liegt bei Oberteilen zum Beispiel daran, dass Halsausschnitte in einer großen Größe sehr viel weiter und tiefer geschnitten sind als in den kleinen Größen.

Wenn man also nicht mit einem viel zu weiten Ausschnitt herumlaufen möchte, fehlt einem für den Zuschnitt einer kleineren Größe an entscheidenden Stellen einfach Stoff, weil die Rundung ja kleiner sein müsste. (Für Arm-Ausschnitte gilt das gleiche.) Das heißt, ich kann das neue Kleidungsstück meist nur unterhalb des alten Ausschnitts zuschneiden. Dadurch geht aber natürlich ein erheblicher Teil an Länge verloren.

Außerdem sind getragene Teile oft verzogen (und/oder wurden in der Fabrik schlecht zugeschnitten) und bleiben das auch nach dem Auftrennen:

Rückenteil des aufgetrennten Kauf-Shirts

Dieses Problem hatte ich nun also auch, und das einzige Schnittmuster, das nach langer Suche in Frage kam, war ein Top mit angesetzten Trägern, damit ich nicht meine komplette Oberkörper-Länge benötigen würde. Glücklicherweise habe ich so ein Schnittmuster, das ich sogar bereits für mich optimiert hatte, nämlich das „# 105 Perfect Tank Top“ von Pamela‘s Patterns.

Dass es seinen Namen nicht zu unrecht trägt, hatte ich hier schon mal in 2007 geschildert. Wer ein „erwachsenes“ Top sucht, dem kann ich diesen Schnitt wirklich sehr empfehlen. Es ist körpernah, aber nicht knall-eng und nur leicht tailliert, es hat breite Träger, die die BH-Träger verdecken, und es gibt sogar die Option auf Brustabnäher; also perfekt für jede Figur und Passform-Änderung. Außerdem ist die Hüfte bereits vom Schnitt aus etwas breiter als sonst üblich, was meiner leichten A-Figur entgegen kommt. 😊 (Wer das nicht braucht, kann es einfach an den Seitennähten entsprechend enger nähen.)

Das Kauf-Shirt ist ein reiner Baumwoll-Jersey, und damit nicht sehr stark dehnbar, aber das muss es für diesen Schnitt ja auch nicht sein. Der Vergleich mit einem anderen, gekauften Top fiel auch positiv aus. Also habe ich frohgemut zum Nahttrenner gegriffen und das Teil erstmal in seine Einzelteile zerlegt. Overlock-Nähte sind ja gottseidank ziemlich einfach aufzutrennen.

Beim Zuschnitt zeigte sich dann, dass ich gerade eben das Vorder- und das Rückenteil sowie die Träger rausholen konnte; die Belege – und später auch den Saum – habe ich aus einem dunkelblauen Viskose-Jersey aus dem Bestand zugeschnitten. Hier seht ihr, was nach dem Zuschnitt übrig geblieben ist – nicht wirklich viel, nicht wahr?

Zuschnitt-Reste

Die Träger habe ich nach dem Wenden mittig mit einem genähten Zickzack abgesteppt; die Naht liegt dabei mittig auf der Unterseite. Denn von meinen vorherigen Modellen wusste ich noch, dass sich die Träger beim Waschen sonst gerne in sich verdrehen, was das Bügeln (ja, ich gehöre noch zu den Leuten, die bügeln) immer etwas aufwendiger machte.

Detailfoto des abgesteppten Trägers

Das Schnittmuster muss ich noch einmal überprüfen, denn obwohl ich an beiden Teilen bereits Saumzugabe dazu gegeben hatte (obwohl die eigentlich schon im Schnitt drin ist), war das Rückenteil nach dem Zusammennähen zwei Zentimeter kürzer als das Vorderteil. Daher habe ich nach dem Angleichen den Saum auch noch aus dem Viskose-Jersey zugeschnitten, mit 90 % des Umfangs. So hat der Saum die Wirkung eines nicht zu engen Bündchens. Der Baumwoll-Jersey sollte dies zu einem perfekten Sommer-Top machen, das ich privat auch mal solo tragen kann. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, und auch mit der Tatsache, dass ich einen meiner Näh-Pläne erfolgreich in die Tat umgesetzt habe. 😌

Weihnachts-Ufos gelandet

Kurz vor Toresschluss habe ich noch zwei Ufos landen können und zwei Recycling-Taschen fertiggestellt. Links für Glas, rechts für Altpapier.

Meine private Buchführung verrät mir, dass ich den Stoff, Wachstuch mit Retro-Apfel-Motiv, vor ziemlich genau zwei Jahren gekauft habe. Und seit etwa anderthalb Jahren standen eine halbfertige und eine zugeschnittene Tasche mir in meinem Nähzimmer im Weg und wurden immer wieder von einer Ecke in die andere geräumt. Sie kennen das.

Aber gerade bin ich mal wieder ganz gut darin, Zeugs zu bearbeiten, und da fielen mir wieder diese zwei Teile in die Hände. Bei der Glas-Tasche fehlte mir tatsächlich nur eine einzige Naht, um den Beleg oben zu fixieren. Das war schnell gemacht. Die zweite Tasche habe ich heute dann komplett genäht. Bei diesem Exemplar habe ich dann auch meine Idee verwirklicht, die Seitennähte mit langen Kabelbindern zu verstärken. Wie man sieht, funktioniert das sehr gut.

Die Kabelbinder sind von der extra-langen Sorte, ca. 40 cm. Das dicke Verschluss-Ende habe ich abgeschnitten, und die dünnen Streifen in die abgesteppten Nahtzugaben eingeschoben. Erst einen bis ganz unten, dann noch einen zweiten gegengleich von oben. Beim Nachschieben hat mir mein bewährter, extralanger Schaschlik-Spieß aus Holz wieder gute Dienste geleistet. Die oberen 5 cm habe ich freigelassen, damit die mir nicht beim Absteppen des Belegs in die Quere kommen. Die Nahtzugaben der Seitennähte hatte ich einfach beide zur je schmaleren Taschen-Seite hin gelegt und knappkantig abgesteppt, ohne die irgendwie zu versäubern. Ist bei dem Wachstuch nicht nötig, und hätte das ganze nur unnötig kompliziert gemacht, weil sich das nicht wirklich gut knicken lässt.

Die Größen der Taschen sind Maßanfertigungen auf die beiden Abstell-Orte in der Küche. Einen Papier-Container haben wir direkt vor dem Haus, deswegen hat diese Tasche nur kurze Träger. Der Glas-Container steht ca. 200 Meter entfernt; darum hat diese Tasche lange Träger, um das Gewicht besser schultern zu können.

Der Stofftransport hat dank Teflonfuß und Obertransport sehr gut funktioniert. Dafür sehen die Nähte teilweise nicht wirklich schön aus, und die Fadenverschlingung lässt zu wünschen übrig. Ich habe ein bisschen mit der Oberfadenspannung herumgespielt, aber außer beim Dreifach-Gerad-Stich war das Ergebnis nicht wirklich hundertprozentig. Aber mal sehen, wie die sich im Gebrauch schlagen. Nachnähen geht immer, und „done is better than perfect“. 😉

Das hat jedenfalls richtig Spaß gemacht, mal wieder etwas in einem Rutsch fertig zu stellen, und zu sehen, dass meine Idee mit der Verstärkung funktioniert hat. 🙂

Jetzt habe ich noch wenige Stücke und Streifen Reste von dem Wachstuch. Daraus mache ich mir vielleicht noch eine kleine Tasche oder zwei; mal sehen.

Ufo, das Erste, in 2021

Ich kann nicht zum dritten Mal den Titel „Was lange währt“ für einen Beitrag verwenden, darum musste ich mir jetzt einen anderen suchen. Aber vielleicht sollte ich mein blog umbenennen oder den Slogan ändern? Ich bin ja nicht gerade die schnellste Näherin vor dem Herrn…

Ewig lange hingezogen hat sich jedenfalls die Fertigstellung dieses lustigen Bildes im Patchwork-Stil. Die Inspiration dazu habe ich vor zig Jahren irgendwo im Internet gefunden. Außer einem Foto vom fertigen Objekt hatte ich allerdings keinerlei Anleitung dazu.

Die eingedellten Quadrate (Fachbegriff?!) waren der leichteste Teil – dazu schneidet man ein Quadrat und einen Kreis mit dem gleichen Durchmesser wie die Quadrate hoch sind. Dann klappt man alle vier, äh, Ecken des Kreis nach innen und appliziert die Kanten des Kreises mit dem Satinstich (breiter Zickzack-Stich mit Stichlänge Knopfloch, also extrem dicht) auf das Quadrat auf. Schon hat man das Eckige ins Runde gebracht.

Die acht Motive mit Schrägstreifen zu verbinden ergab sich als nächster logischer Schritt. Dabei konnte ich gut die unterschiedlichen fertigen Größen ausgleichen, die ich produziert hatte. Dann noch ein leichtes Vlies und ein Rückseitenstoff, und danach der Versuch, die Außenkanten auch noch einmal in 90-Grad-Winkeln mit annähernd gleicher Kantenlänge zu gestalten. Patchwork ist wirklich nicht meine Hauptbegabung; aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen bekomme ich sowas bei Kleidung viel besser hin.

Richtig schwierig war dann der Rahmen drumherum. Schrägstreifen mit doppelter Briefecke war meine Vorstellung. Bei drei Seiten kein Problem. Aber das nicht ausgefüllte Kästchen setzte meinem Ehrgeiz rasch ein Ende. Wie man einen Schrägstreifen „in der Luft stehend“ zu einer Briefecke formt und wie man das Ganze dann auch noch so verstärkt, dass man daran etwas (leichtes) aufhängen kann, das hat mich ziemlich lange blockiert. Da ich bei meinen ersten Versuchen keinen schöne Lösung hinbekommen habe, wanderte das Teil erstmal in die Ufo-Kiste. Und lag dort einige Zeit…

Mein Ziel für dieses Jahr ist es nun, diese Kiste zu leeren, und so setzte ich mich neulich wieder dran. Nach etwa zweieinhalb Stunden konzentrierten Arbeitens hatte ich dann alles so weit hingepfuscht, dass es zumindest von der rechten Seite aus annehmbar aussah.

Dann kam der kleine Kerl an die Reihe, der so gerne Teil der Gruppe sein möchte. Den Körper hatte ich auch schon fertig, fehlten noch die Beinchen und Ärmchen. Der erste Versuch, sehr schmale Schläuche zu nähen, scheiterte; die waren im Verhältnis einfach zu dick. Der zweite Versuch ging etwas besser, nur das Wenden gestaltete sich natürlich sehr mühsam. Schaschlik-Spieß sei Dank war das aber auch irgendwann geschafft. Mit Hilfe einer Rouladen-Nadel und des Schaschlik-Spießes habe ich dann ein bisschen Watte reingestopft. Dann musste ich „nur“ noch die Beine und Arme auf der linken Seite von Hand befestigen, so dass es von rechts unsichtbar ist, und die Arme am Rahmen befestigen. Die Krümmung der Beine, die Schräge des Körpers und die unterschiedlichen Armlängen sind dabei Absicht, um die Bewegung einer solchen Aktion glaubhafter darzustellen. Wenn das alles gerade runter hängen würde, hätte es nicht halb so viel Ausdruck. Das brauchte auch mehrere Anläufe. Auch mit der Position und dem Annähen der Knopf-Augen habe ich experimentiert; die kleinen Vier-Loch-Blusenknöpfe habe ich dann schräg von links unten nach rechts oben durch zwei Löcher aufgenäht (das ist auf dem Foto schlecht sichtbar), um so einen Blick nach oben zu suggerieren.

Nächste Herausforderung: Ich hatte vergessen, eine Halterung zum Aufhängen einzuplanen. Schon wieder stand ich da in meinem zu kurzen Hemd… Ich habe dann zum Aufhängen einen „unsichtbaren“ (durchsichtigen) Nylonfaden links und rechts innen direkt unter der Einfassung befestig, genauso lang wie das Bild selbst. (Wer schon mal versucht hat, mit diesen Fäden zu nähen, weiß, wie spaßig das ist.) Beim ersten Versuch, das Bild aufzuhängen, schlug dann natürlich wieder die Physik zu, und der weiche Stoff bog sich nach innen durch. Die kann einen aber auch nerven, diese blöde Physik… Also baute ich noch eine Verstärkung ein, indem ich einen Schaschlik-Spieß auf die Breite des Bildes kürzte und innen oben direkt unter der Einfassung mit Handstichen eingeschlagen annähte. Uff, geschafft!

Insgesamt bin ich jetzt mit dem Ergebnis sehr, sehr zufrieden. 🙂 Der kleine Kerl hängt natürlich am Eingang zu meinem Nähzimmer.

Jetzt habe ich noch ca. 10 andere Ufos in dieser Kiste. Also etwa eines pro Monat. Haha, Scherz. Hoffe ich…